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Digitale Revolution

#DigitalDictionary Leaveism – Wenn die Arbeit auch Hobby wird

Wer schon heute das Morgen verstehen will, muss die Sprache der Zukunft sprechen. Dabei hilft das digital dictionary unserer digitalen Bildungsplattform ada. Folge 31: Leaveism.
10.02.2020 - 08:25 Uhr Kommentieren
Immer mehr Menschen arbeiten in ihrer Freizeit.
Leavism

Immer mehr Menschen arbeiten in ihrer Freizeit.

Düsseldorf Früher war nicht alles besser, aber vieles anders. Nehmen wir zum Beispiel die Arbeitswelt. Ohne Firmenhandy war man am Feierabend komplett unerreichbar, ohne Firmenlaptop musste man die Arbeit im Büro erledigen. 

Sicher, das hatte Nachteile. Das Berufsleben spielte sich im Büro ab, man konnte die Arbeit nicht überall mit hinnehmen. Aber es hatte eben auch einen entscheidenden Vorteil: Das Berufsleben spielte sich im Büro ab, man konnte die Arbeit nicht überall mit hinnehmen.

Zweifelsohne hat uns die Technologie viele Freiheiten beschert. Aber wie das eben immer so ist: Freiheit beinhaltet immer auch die Pflicht, Entscheidungen zu treffen – und je mehr Freiheit wir haben, desto höher die Wahrscheinlichkeit, falsche Entscheidungen zu treffen. Im Privatleben, aber eben auch im Beruf. Und das führt uns zu einem Phänomen, das der britische Organisationspsychologe Ian Hesketh von der Universität von Manchester als „Leaveism“ bezeichnet.

An dieser Stelle ein kleiner Exkurs. Die Arbeitswelt ist immer auch ein Spiegel der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Und kaum etwas drückt diese Trends so treffend aus wie die Begriffe „Absentismus“ und „Präsentismus“.

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    „Absentismus“ bedeutet: Jemand meldet sich krank, obwohl er in Wahrheit gesund ist. Ein Verhalten, das nicht selten gespeist wird von dem Gefühl, dass der Arbeitgeber ohnehin nur eine kühl kalkulierende Maschine ist, der seine Angestellten lediglich ausbeuten will.

    „Präsentismus“ bedeutet: Jemand geht ins Büro, obwohl er in Wahrheit krank ist – verursacht von dem Irrglauben, dass krankheitsbedingte Fehltage ein Synonym sind für Faulheit und Überempfindlichkeit.

    ada - Heute das Morgen verstehen

    In diese Abfolge reiht sich in gewisser Weise auch Heskeths Ausdruck „Leaveism“ ein. Darunter versteht der Psychologe vor allem zwei Verhaltensweisen: Man nutzt Tage, an denen man eigentlich Urlaub hat, um eine Krankheit auszukurieren; oder man nimmt Arbeit mit nach Hause und erledigt sie am Feierabend oder im Urlaub, weil man sie aufgrund der Überbelastung nicht während der regulären Arbeitszeit geschafft hat – eben während man „on leave“ ist, also eigentlich frei hat.

    Und dieses Verhalten ist laut Hesketh immer weiter verbreitet. Einem Bericht der Wirtschaftsprüfung Deloitte zufolge arbeitet jeder zweite Angestellte in seiner Freizeit. 36 Prozent nutzen ihre freien Tage, um sich von einer Krankheit zu erholen. Mit anderen Worten: Sie verschwenden ihre Urlaubstage, obwohl sie sich eigentlich krank melden dürften. Die BBC bezeichnete Leaveism bereits als „große Geißel am modernen Arbeitsplatz“.

    Dass die Balance zwischen „Work“ und „Life“ nicht immer gegeben ist – geschenkt. Dennoch sollte die Ausnahme nicht zur Regel werden. Vor allem Führungskräfte sind daher angehalten, ihre Angestellten genau im Blick zu haben. Schreiben sie spätabends oder am Wochenende regelmäßig E-Mails? Und ist die Arbeitsbelastung im Team wirklich gleich verteilt?

    „Die Erwartung, dass immer weniger Mitarbeiter*innen immer mehr tun, muss nach hinten los gehen“, schreibt Hesketh, „denn so verlieren Manager*innen ihre besten Leute und richten langfristig mehr Schaden an.“

    Mehr: Daniel Rettig ist Redaktionsleiter der digitalen Bildungsplattform ada. Wenn auch Sie schon heute das Morgen verstehen wollen, schauen Sie doch mal vorbei: join-ada.com

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