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Digitale Revolution

#DigitalDictionary Phubbing – Wenn die Technik Beziehungen stört

Wer schon heute das Morgen verstehen will, muss die Sprache der Zukunft sprechen – und dafür gibt es ab sofort einmal pro Woche das digital dictionary unserer digitalen Bildungsplattform ada. In Folge 4: Das Phubbing.
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Schnell noch auf die E-Mail antworten, während der Gesprächspartner von seinem Tag erzählt – „Phubbing“ ist zur gängigen Verhaltensweise geworden. Quelle: dpa
Phubbing

Schnell noch auf die E-Mail antworten, während der Gesprächspartner von seinem Tag erzählt – „Phubbing“ ist zur gängigen Verhaltensweise geworden.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Neulich traf ich mich nach langer Zeit mal wieder mit meinem besten Freund. Als der Kellner die Rechnung brachte, fiel mir etwas auf: Wir hatten beide den ganzen Abend nicht auf unser Smartphone geschaut – im digitalen Zeitalter fast schon eine Seltenheit.

Keine Frage, Smartphones sind eine überaus praktische Erfindung – immerhin ist man immer und überall erreichbar. Aber genau das ist häufig nicht die Lösung, sondern erst das Problem: Man ist immer und überall erreichbar. Auch dann, wenn man seine Aufmerksamkeit eigentlich gerade seinem Gegenüber schenken sollte.

Wer kennt es nicht: Mitten im Gespräch vibriert, summt oder piepst es in der Hosentasche. Wie verlockend es nun doch ist, sofort aufs Display zu schauen. Das ist zwar unhöflich, heute aber trotzdem allgegenwärtig. Wir haben uns angewöhnt, auch in der Gegenwart anderer Menschen häufig aufs Smartphone zu starren. Und für dieses Verhalten gibt es inzwischen sogar ein Wort: Phubbing, eine Mischung aus den englischen Begriffen „phone“ (Telefon) und „snubbing“ (von to snub, was so viel heißt wie brüskieren).

Denn selbst wenn das Gegenüber diese Geste nicht weiter kommentiert, so geht sie doch selten spurlos an uns vorbei. Inzwischen ist es sogar wissenschaftlich bestätigt: Phubbing hat Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen.

James Roberts von der amerikanischen Baylor-Universität zum Beispiel fand im Oktober 2017 in einer Studie heraus: Das Vertrauensverhältnis zum Vorgesetzten war bei jenen Angestellten am schlechtesten, deren Chef (oder Chefin) sich häufig in ihrer Anwesenheit mit dem Smartphone beschäftigte.

Und eine Studie, die bald im Fachjournal „Computers in Human Behavior“ veröffentlicht wird, kommt zu dem Ergebnis: Die Anwesenheit eines Smartphones kann sogar Beziehungen negativ beeinflussen. „Wenn der oder die Partnerin während einer Unterhaltung aufs Handy schaut“, schreibt Mariek Vanden Abeele von der niederländischen Universität Tilburg, „dann empfindet der (oder die) andere weniger Intimität.“

ada - Heute das Morgen verstehen

Was wir daraus lernen sollten? Wie wäre es mit folgender Regel: Immer wenn wir mit jemand anderem sprechen, in einem Raum sind oder an einem Tisch sitzen – egal ob Kind, Kollege oder Kumpel, ob Ehemann oder Ehefrau – hat dieser Mensch Vorrang vor der Technik; wird das Smartphone stumm geschaltet; und mindestens mit dem Display nach unten, bestenfalls aber außer Hör- und Reichweite gelegt.

Wenn es wichtig ist, werden Sie es früh genug erfahren. Und wenn es nicht wichtig ist, müssen Sie es ohnehin nicht sofort wissen.

Mehr: Daniel Rettig ist Redaktionsleiter der digitalen Bildungsplattform ada. Wenn auch Sie schon heute das Morgen verstehen wollen, schauen Sie doch mal vorbei: join-ada.com

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