Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Digitale Revolution

Digitale Revolution Das sind die Finalisten der University Innovation Challenge

Mit der UIC zeichnen das Handelsblatt und die Goethe-Universität Frankfurt zukunftsweisende Lösungen aus. Zwölf Finalisten stehen bereits fest.
Kommentieren
Mit der University Innovation Challenge (UIC) zeichnen das Handelsblatt und die Goethe-Universität Frankfurt zukunftsweisende Lösungen aus. Quelle: Bert Bostelmann/Bildfolio für Handelsblatt
Goethe-Universität in Frankfurt

Mit der University Innovation Challenge (UIC) zeichnen das Handelsblatt und die Goethe-Universität Frankfurt zukunftsweisende Lösungen aus.

(Foto: Bert Bostelmann/Bildfolio für Handelsblatt)

Düsseldorf,Frankfurt Universitäre Forschung im deutschsprachigen Raum sprüht vor Innovationskraft und Unternehmergeist. Viele neue Ideen entstehen in Hörsälen, Seminarräumen und Laboren der Hochschulen. Daher entwickeln immer mehr Universitäten Inkubatoren, in denen Forschungsergebnisse und innovative Ideen in Start-ups verwandelt werden.

Hier werden brillante Ideen mit dem Wissen um Vermarktung, Skalierung und Partnersuche kombiniert. Innovationen und Start-up-Kultur werden zum Schlüsselthema unserer Volkswirtschaft. Die schnelle Umsetzung von der Idee zum Unternehmen sichert unsere Zukunftsfähigkeit. Start-ups sind der Mittelstand von morgen und damit Rückgrat für das Wachstum der Wirtschaft.

Mit der University Innovation Challenge (UIC) zeichnen das Handelsblatt und die Goethe-Universität Frankfurt zukunftsweisende Lösungen aus. Zwölf Finalisten in sechs Kategorien stehen bereits fest. Die Sieger werden nach den Live-Pitches auf der Preisverleihung am 13. November in Frankfurt gekürt.

Voraussetzung für die Bewerbung war: Die Geschäftsidee befindet sich noch in universitärer Forschung oder wurde von einem Start-up mit universitärem Hintergrund entwickelt. Das Feld der Finalisten zeigt eine weite Bandbreite von Ideen: von der Dienstleistung eines Auto-Abos bis hin zum kühnen Plan, einen kommerziellen Kleinsatelliten mit einer Nutzlast zum Mond zu schicken.

Medizinische Anwendungen wie die KI-gestützte Auswertung von radiologischen Bildern könnten Leben retten, ebenso ein großes Sensorennetz für bessere Luft.Die Beispiele zeigen, dass es den Hochschulen immer besser gelingt, Ideen ihrer Studenten und Absolventen in die Praxis zu überführen.

Kategorie: Future Engineering

Plasmion: Elektronische Nase
Plasmion hat eine neuartige „elektronische Nasen“-Technologie für eine der modernsten gängigen Laboranalysemethoden, der Massenspektrometrie, entwickelt und patentiert. Mithilfe der Technik und ihres speziellen Designs ist es erstmals möglich, Proben in festem, flüssigem oder gasförmigem Zustand ohne Probenvorbereitung und in Echtzeit auf geringste Spuren von Verunreinigungen zu untersuchen.

Einsatz findet die Technologie damit sowohl in der medizinischen Diagnostik, der Umwelt- und Lebensmittelanalytik als auch im Bereich des Emissionsmonitorings. Die Gründer von der TU München haben ein Exist-Stipendium.

Leviton Space Systems: Satellit zum Mond
Die Gründer von Levition Space Systems haben ein ambitioniertes Ziel: den ersten kommerziellen Kleinsatelliten in einer Mondumlaufbahn. So wollen sie eine kostengünstige Lösung etablieren, um Nutzlasten zum Mond zu befördern.

Dafür entwickelt Levity Space Systems einen Satelliten, der durch die Nutzung eines neu entwickelten und effizienten, elektrischen Antriebs andere Kleinsatelliten oder Landegeräte ins Weltall befördern kann. Am Mond angekommen, klinkt der Levity Satellit die Nutzlast aus und agiert anschließend als eine Relais-Antenne für diese, um Daten auch über die große Entfernungen zu übermitteln.

Dabei wollen die Gründer nutzen, dass die Ariane-Rakete ab 2021 Kleinsatelliten bei ihren Starts für wenige Millionen Euro mit an Bord nehmen soll.
Die Gründer haben ihren Bachelor in Luft-und Raumfahrttechnik an der RWTH Aachen abgelegt.

Während des Studiums waren die Professoren der Raumfahrttechnik offen für Gespräche über raumfahrtspezifische Geschäftsmodelle und beraten das Team bis heute, stellen Kontakte her und überprüfen technische Aspekte. Bei der Finanzierung des Projektes haben der Fachbereich sowie die Professoren das Gründerteam unterstützt, etwa beim Akquirieren des Förderprogramms „Start-up Hochschulausgründung“.

Kategorie: Future Connectivity For Sustainability

HawaDawa: Saubere Luft
HawaDawa konnte bereits auf dem Münchener Oktoberfest im Bierzelt einen Erfolg feiern: Der Start-up-Kongress Bits & Pretzels verlieh der Gründung aus dem Umfeld der TU München seinen diesjährigen Preis. Gründer Karim Tarraf und seine Mitstreiter treffen den Zeitgeist: HawaDawa will Kommunen kostengünstig Daten über die Luftqualität bereitstellen und damit eine Beratung anbieten, wie die Umwelt verbessert werden kann.

Die Vision des Teams ist es, Luftqualitäts- und Umweltdaten in den Mainstream der internationalen Entscheidungsfindung in den Bereichen Verkehr, Mobilität, Versicherung, Gesundheit, Stadt und Logistik zu integrieren. Letztlich soll das Gesundheits- und Umweltrisiken einer längeren Luftverschmutzung reduzieren.

Um diese Idee zu vermitteln, versucht sich HawaDawa auch als eine Art Thinktank in seinem Feld zu etablieren – etwa über einen Blog. Die TU München gab HawaDawa Zugang zu einem breiten Netzwerk von Unternehmen, Investoren, Branchenexperten und Partnern.

Darüber bot die Uni den Gründern eine Plattform für die Zusammenarbeit mit Start-ups. Über Messen und Konferenzen will Tarraf weitere Kontakte zu relevanten Unternehmen knüpfen. Dabei hilft ihm auch die recht große Medienpräsenz, beflügelt von Auszeichnungen wie auf dem Oktoberfest.

m-Bee: Aus für den Wechselrichter
m-Bee bietet verbundene Batteriemodule für stationäre Energiespeicher an. Damit können Aufbau und Wartungsarbeiten reduziert und Kapazitäten erhöht werden. Mit m-Bee werden bisher statisch verbundene Batteriemodule erstmalig zu dynamisch vernetzten und aktiven Komponenten. Die heute üblichen, zentralen Wechselrichter werden durch ihr modulares System obsolet.

Bis März 2020 ist m-Bee durch das Förderprogramm „Exist-Forschungstransfer“ voll finanziert; die nötigen Patente wurden durch die Technische Universität München und die Universität der Bundeswehr München angemeldet und bereits international erteilt.

Kategorie: Future Life Science

UriCell: Nierenzellen als dem Urin
UriCell will Forschern Nierenzellen besser anbieten als mit der üblichen Methode, Zellen aus Biopsien erkrankter Organe zu nutzen. UriCell verwendet dafür Urin als nicht invasives Biomaterial zur Erzeugung von personalisierten humanen Nierenzellprodukten.

Die Nierenzellprodukte eignen sich für Medikamententests, Toxikologiestudien sowie für diagnostische Zwecke. „Der universitäre Hintergrund des Gründungsteams war für die Entwicklung von UriCell von entscheidender Bedeutung“, meinen die Gründer, die von der Universität Düsseldorf stammen und an der dortigen Uniklinik forschen.

Deep C: Helfer beim Radiologen
Deep C hat eine klare Vision: Leben zu retten, indem medizinischen Fehlern durch den Einsatz von Deep-Learning-Technologie vorgebeugt wird. Die gefundene Lösung spiegelt die gemeinsame Arbeit von Ärzten, Datenwissenschaftlern, Softwareentwicklern und Wirtschaftsexperten wider. Häufig tritt nach Meinung der Gründer ein medizinischer Fehler auf, weil ein Befund übersehen wird, nicht weil er vom Arzt falsch interpretiert wird.

Die Deep-C-Lösung ist einzigartig: Während sich aktuelle medizinische KI-Lösungen auf die Klassifizierung von Krankheiten konzentrieren und bei der Interpretation spezifischer Krankheiten helfen, erkennt diese KI jegliche Art verdächtiger Befunde in medizinischen Daten, meldet sie an die Ärzte zurück und führt sie zu den auffälligen Regionen, die sie dann näher betrachten können.

In ihrem ersten Produkt nutzen die Gründer die Technologie, um verdächtige Regionen in CT-Aufnahmen des Gehirns hervorzuheben. Deep C lernt, wie der gesunde Normalzustand aussieht, und hebt alle Abweichungen davon hervor. Aktuell wird der Prototyp im Münchener Universitätsklinikum Rechts der Isar in der Neuroradiologie getestet.

Kategorie: Future Finances & Commerce

Zazmo: Geteilte Rechnung
Zazmo ermöglicht es Gruppen von Leuten gemeinsam etwa in Online-Shops zu zahlen, ohne dass einer in Vorkasse gehen muss. Gründer Dogan Ates begann bereits in seinem Auslandssemester an der San Diego State University im Rahmen von Kursen wie „Entrepreneurship“ und „Product Innovation Management“ die Idee unter dem Arbeitstitel „SplitPay“ auszuarbeiten und befragte seine US-Kommillitionen dazu.

Die Universität Kassel hat ihn später bei der Entwicklung eines Prototyps, beim Aufbau von Netzwerken und bei der Bewerbung um Stipendien unterstützt.

Faaren: Auto-Abos für alle
Die Faaren-Gründer haben schon im fünften Semester gegründet – aus einer Projektarbeit im E-Commerce-Studium an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt heraus. Dabei nutzten sie Projekt- und Arbeitsräume sowie Hardware und Software der Hochschule.

Die fünf Studenten gehen davon aus, dass privater Autobesitz künftig seltener wird, die Menschen dennoch mobil bleiben wollen. Daher drängen sie in den Markt für Mobilität als Service, an dem auch Autohäuser teilhaben sollen.

Bei Faaren können Nutzer online ein Auto zu einem monatlichen All-inclusive-Festpreis abonnieren. Dort sind alle Kosten bereits enthalten: Freikilometer, Steuern, Anmeldung, Versicherung, Wartung, Reparaturen und passende Bereifung zur Jahreszeit.

Die Gründer ermöglichen es Autohäusern, Vermietungen und Herstellern, ein „Auto-Abo“ in Eigenregie umzusetzen. Sie agieren als Plattform, die die Prozesse rund um das Abo sicherstellt. Sie übernehmen die technische Infrastruktur und Akquise. Zudem stellen sie den Anbieter als Mobilitätsdienstleister in den Vordergrund. Mit diesem Serviceangebot sehen sie sich als die einzige Auto-Abo-Plattform für alle Händler.

Kategorie: Future Materials

Siut: Helle Bahnsteigkante
Siut entwickelt und vertreibt dynamische Leitsysteme aus Beton. Das patentierte Herstellungsverfahren der Betonfertigteile ermöglicht die Integration von Lichtwellenleitern in Ultrahochleistungsbeton, ohne dass der Beton seine robusten Eigenschaften verliert. Gesteuert durch selbst entwickelte Elektronik, können Informationen dynamisch auf der Betonoberfläche angezeigt werden.

Beton wird smart – ein neues Medium an Boden, Wand und Decke. Denkbar sind für die Gründer etwa ganz neue Leitsysteme an Bahnsteigen, leuchtende Bahnsteigkanten und Fassaden mit Lichtspielen. Zu den Kunden gehören die Deutsche und die Schweizer Bahn sowie die Hamburger Hochbahn.

Die TU Berlin hat einen wesentlichen Anteil an der Entstehung des Start-ups. Sie hat Labore bereitgestellt und die Gründer beim Antrag des Exist-Stipendiums unterstützt. Die Gründer sind Bauingenieure, verstärkt durch einen Ökonomen von der Kölner Hochschule Fresenius.

„Das Studium im Bereich Bauingenieurwesen stellte den Handwerkskoffer bereit, um neben der notwendigen Infrastruktur auch das notwendige Know-how zu haben, um ‚out of the box‘ an Innovationen mit grauem und tristem Beton zu arbeiten“, betonen die Gründer, die bereits mehrere Preise für ihre Produkte gewonnen haben.

TinkerToys: Kinderleichter 3D-Druck
TinkerToys hat einen „Digitalen Baukasten“ geschaffen, um Kindern und Laien die Konstruktion von 3D-Modellen zu ermöglichen. Mithilfe der Software haben Kinder zwischen sechs und 14 Jahren somit Zugang zum 3D-Druck und zu Virtual Reality.

Sie können spielerisch eigene Figuren kreieren und diese anschließend – sofern ein 3D-Drucker vorhanden ist – sogar als physisches Produkt in den Händen halten oder sie zumindest virtuell in der digitalen Welt „begehen“. Durch die Nutzung eines recycelbaren Biokunststoffes ist das Ganze zudem nachhaltig. Entstanden ist das Start-up 2014 als Ausgründung des Technologie-Inkubators FabLab in Magdeburg.

Kategorie: Future Intelligence

Neo: Assistenten für jeden
Die Neohelden GmbH entwickelt Neo, den digitalen KI-Assistenten für Unternehmen. Mit der Neohelden Conversational Plattform können alle Unternehmen ihre eigenen Assistenzsysteme bauen. So kann jeder Mitarbeiter einen persönlichen, digitalen Assistenten bekommen.

Aktuell unterstützt Neo Mitarbeiter in verschiedensten Bereichen, indem Informationen aus unterschiedlichen Softwaretools, Apps und Maschinen/Anlagen gefiltert, aggregiert und zum passenden Zeitpunkt aufbereitet zur Verfügung gestellt werden. Das Versprechen: Mit Neo wird Künstliche Intelligenz für Unternehmen sofort nutzbar. Das Start-up entstand aus der Hochschule Pforzheim.

Aivy: Spielerisch zum Beruf
Aivy-Mitründer Boas Bamberger setzte sich seit Beginn seines Studiums mit moderner Berufsorientierung auseinander. In seiner Masterarbeit an der Frankfurt School of Finance & Management beleuchtete er das Potenzial von Videospielen für den Einsatz in der Personaldiagnostik. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse inspirierten die Idee zu Aivy.

Mitgründer David Biller erweiterte das Gründungsvorhaben durch Erkenntnisse aus seiner Bachelorarbeit zum nutzerzentrierten Datenmanagement, das insbesondere durch die Datenschutz-Grundverordnung an Relevanz gewinnt. Ziel von Aivy ist, Berufsberatung durch IT ansprechend und datengetrieben zu machen. Aivy gestaltet psychologische Testverfahren so unterhaltsam wie ein Spiel. Eine Durchführung aller Testverfahren am Stück ist dabei nicht nötig.

Aivy ermöglicht Nutzern durch die Reflexion individueller Stärken und Potenziale sowie die Empfehlung passender Berufe und Karrierewege eine bessere Berufsberatung. Die Lösung ist wissenschaftlich fundiert und kostenfrei verfügbar. Aivy macht damit professionelle Berufsberatung für jedermann zugänglich.

Unternehmen bietet Aivy dagegen eine vollständig leistungsbasierte Abrechnung, die eine um 25 Prozent günstigere, deutlich akkuratere und vor allem nachhaltigere Stellenbesetzung verspricht. Das Start-up ist in der Gründerförderung der Freien Universität Berlin.

Mehr: Die Digitalisierung der Verwaltung in Deutschland braucht nutzerfreundliche und sichere technische Lösungen. NRW und Thüringen gehen jetzt mit Pilotprojekten voran.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Digitale Revolution - Das sind die Finalisten der University Innovation Challenge

0 Kommentare zu "Digitale Revolution: Das sind die Finalisten der University Innovation Challenge"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.