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Digitale Revolution

Digitale Revolution Die Digitalisierung zwingt die Industrie zu neuen Partnerschaften

Neuartige Technologien wie Künstliche Intelligenz und Robotik verändern die Produktionsprozesse in der Industrie. Dabei sind die meisten Unternehmen auf Kooperationen angewiesen.
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„Es geht um die Verschmelzung der realen mit der virtuellen Welt“

DüsseldorfSiemens und Volkswagen haben eine. Microsoft und BMW auch. Ebenso wie DMG Mori, Dürr und die Software AG: Es gibt kaum ein großes Industrieunternehmen, das in den vergangenen Monaten keine strategische Partnerschaft mit einem anderen Konzern geschlossen hätte. Der Grund: Die Digitalisierung stellt die Firmen vor große Herausforderungen, die häufig nur im Verbund lösbar sind.

Ein Beispiel dafür sind Software-Plattformen, mit deren Hilfe sich Produktionsanlagen und die darin enthaltenen Maschinen sowie Kunden und Lieferanten miteinander vernetzen lassen. Nur wenn alle Parteien einer Lieferkette dabei die gleiche Plattform nutzen, und damit sozusagen „die gleiche Sprache sprechen“, kann eine durchgängige Vernetzung über das sogenannte „Internet der Dinge“ (Internet of Things, IoT) gelingen.

Wie wichtig Kooperationen für die Industrie 4.0 sind, weiß Christian Thönes, Vorstandschef des Bielefelder Werkzeugmaschinenherstellers DMG Mori: Zusammen mit Wettbewerbern, darunter auch der Stuttgarter Maschinenbauer Dürr, rief der Manager vor zwei Jahren das Projekt Adamos ins Leben: eine offene IoT-Plattform, an der auch die Darmstädter Software AG beteiligt ist.

Dabei funktioniert Adamos wie ein Betriebssystem, über das verschiedene Apps auf den Maschinenpark zugreifen können – zum Beispiel, um eine Maschine vorausschauend zu warten oder mögliche Fehler im Produktionsprozess frühzeitig zu erkennen.

„Digitalisierung ist eine Riesenchance und nur mit starken Partnern möglich“, erklärte DMG-Mori-Chef Thönes im Gespräch mit dem Handelsblatt. „So lassen sich Skalierungseffekte realisieren, beispielsweise in der Software-Entwicklung oder im Aufbau einer Plattform.“

Doch auch branchenübergreifend wächst die Bereitschaft zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Eines der jüngeren Beispiele ist BMW: Auf der Hannover Messe gab der Autobauer bekannt, bei der Digitalisierung seiner Produktion künftig auf die Dienste des US-Tech-Giganten Microsoft zu vertrauen.

Amazon liegt vorn im Cloud-Geschäft

Gemeinsam haben die beiden Konzerne im April die Initiative „Open Manufacturing Platform“ gegründet. Ziel ist es dabei auch, die IT-Systeme verschiedener Akteure aus der Automobil- und Zulieferindustrie zu harmonisieren und so Datensammlungen, die bisher bei verschiedenen Unternehmen verstreut gespeichert wurden, zusammenzuführen.

Den Kern der Initiative soll Microsofts Cloud-Dienst Azure bilden, der mit seinen Rechenzentren gewissermaßen die Infrastruktur für die geplante Plattform bereitstellt. Auch andere Tech-Konzerne sind in dem Feld bereits aktiv: Zum einen Branchenprimus Amazon mit einem Marktanteil von 33 Prozent, zum anderen aber auch kleinere Anbieter wie IBM und Google, die derzeit acht beziehungsweise sechs Prozent Marktanteil auf sich vereinen.

Wie Adamos auch ist die Open Manufacturing Platform als „offene Plattform“ angelegt – das heißt, jedes Unternehmen, das Interesse hat, kann seine Daten in die Plattform einspeisen und darauf basierend eigenständig Apps für die Plattform entwickeln.

In dieser Hinsicht ähnelt Adamos entfernt einem App-Store: So kann ein Maschinenhersteller beispielsweise ein Fernwartungsprogramm für seine Produkte entwickeln, die beim Kunden gewonnenen Daten über die Plattform verarbeiten lassen und aus der Ferne Zugriff auf die Maschine bekommen.

Solche digitalen Zusatzservices werden immer wichtiger für viele Maschinenbauer. Auch für DMG Mori: Allein mit Software erzielt der Werkzeugmaschinenhersteller inzwischen einen Umsatz von 100 Millionen Euro pro Jahr – bei einem Gesamtumsatz von zuletzt rund 2,7 Milliarden Euro.

Mehr: Die Digitalisierung verändert die Art, wie wir Dinge produzieren. Statt auf Fließbänder à la Henry Ford setzen viele Unternehmen heute auf flexible Fertigungsnetzwerke. Lesen Sie hier, wie Siemens, Bosch und Co. an der Fabrik der Zukunft arbeiten.

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