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Digitale Revolution

Digitale Revolution Diese Erfindungen erleichtern Diabetikern den Alltag

Langzeitsensoren, Mikropumpen, Insulinpillen: Fünf Beispiele für Produkte, die Diabetikern den Alltag erleichtern – oder es in Zukunft tun könnten.
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FrankfurtModerne digitale Helfer haben den täglichen Umgang mit der Zuckerkrankheit Diabetes verändert. In welchen Bereichen neue Produkte bereits zum Einsatz kommen – und wo sie noch Zukunftsmusik sind. Eine Übersicht.

1. Blutzuckermessung mit Sensor

Der Sensor in der Größe einer Zwei-Euro-Münze kann bis zu 14 Tage getragen werden. Quelle: PR
FreeStyle Libre

Der Sensor in der Größe einer Zwei-Euro-Münze kann bis zu 14 Tage getragen werden.

(Foto: PR)

Als neue, revolutionäre Möglichkeit zur Glukosemessung für Menschen mit Diabetes feierte Hersteller Abbott vor fünf Jahren sein FreeStyle-Libre-Flash-Glukose-Messsystem, das ab Herbst 2014 auch in Deutschland erhältlich war. Es befreit Menschen mit Diabetes vom routinehaften Stechen in den Finger zur Ermittlung der Blutzuckerwerte, indem es den Glukosespiegel mittels eines Sensors am Oberarm misst.

Der Sensor in der Größe einer Zwei-Euro-Münze kann bis zu 14 Tage getragen werden: Die Glukosewerte, die unter der Haut im Zwischenzellgewebe gemessen werden, mussten zunächst händisch mit einem Lesegerät, das an den Sensor gehalten wurde, abgerufen werden.

Mittlerweile gibt es neuere CGM-Systeme (CGM steht für kontinuierliche Glukosemessung) von Herstellern wie Abbott, Dexcom und Medtronic, bei denen die Daten automatisch an ein Empfängergerät gesendet werden, das mit einem Smartphone verbunden werden kann. Auch werden Warnsignale etwa bei Unterzuckerung abgegeben und die Auf- oder Abwärtsbewegung des Glukosespiegels angezeigt.

Die Glukosewerte im Zwischenzellgewerbe entsprechen nicht eins zu eins den Glukosewerten im Blut. Es muss eine Zeitverzögerung von 10 bis 15 Minuten eingeplant werden. Zu den Nachteilen der Systeme gehört, dass bei Menschen mit Pflasterallergie das Festkleben des Sensors Probleme bereiten kann.

2. Blutzuckermessung mit implantiertem Langzeitsensor

Einen ersten Langzeitsensor für die Glukosemessung hat Roche zusammen mit Senseonics entwickelt. Quelle: PR
Eversense

Einen ersten Langzeitsensor für die Glukosemessung hat Roche zusammen mit Senseonics entwickelt.

(Foto: PR)

Einen ersten Langzeitsensor für die Glukosemessung hat der Schweizer Roche-Konzern zusammen mit der US-Technologiefirma Senseonics entwickelt und 2017 auf den Markt gebracht. Das etwas mehr als ein Zentimeter lange Röhrchen, das mittlerweile auch in Deutschland auf dem Markt ist, wird unter die Haut injiziert und soll laut Hersteller bis zu sechs Monate kontinuierlich den Glukosegehalt im Gewebe messen.

Über dem Sensor muss bei dem Eversense-System ein Transmitter mit einem Pflaster auf der Haut festgeklebt und wie die meisten anderen CGM-Systeme zweimal täglich kalibriert werden. So soll sichergestellt werden, dass das System richtig misst. Auf den Stich in den Finger, um im Bluttropfen den Glukosewert zu messen, kann also nicht ganz verzichtet werden.

3. Auf dem Weg zur künstlichen Bauchspeicheldrüse

Ein Sensor misst den Blutzuckergehalt im Gewebe unter der Haut, ein Transmitter sendet die Daten an die Insulinpumpe. Quelle: PR
MiniMed 670G

Ein Sensor misst den Blutzuckergehalt im Gewebe unter der Haut, ein Transmitter sendet die Daten an die Insulinpumpe.

(Foto: PR)

Deutlich weiter ist die Industrie beim Thema künstliche Bauchspeicheldrüse: Der US-Konzern Medtronic etwa hat 2017 in den USA die Zulassung für sein neuestes, so genanntes Hybrid-Closed-Loop-System (MiniMed 670G) bekommen: Dabei misst ein Sensor den Blutzuckergehalt im Gewebe unter der Haut, ein Transmitter sendet die Daten an die Insulinpumpe. Dort steuert ein spezieller Algorithmus die Abgabe eines langwirkenden Insulins.

Hier passiert automatisch, was die Patienten bisher per Hand machen mussten. Allerdings kann das Produkt bisher nur für die Abgabe des langwirkenden Insulins eingesetzt werden. Den zusätzlichen Bedarf an kurzwirkendem Insulin nach Mahlzeiten müssen die Patienten weiterhin selbst steuern.

Medtronic will das Produkt, dass für Typ-1-Diabetiker zugelassen ist, in den nächsten Monaten in ausgewählten europäischen Märkten einführen. Wann es in Deutschland auf den Markt kommt, steht noch nicht fest. Zur Zeit wird wegen der Erstattung verhandelt.

4. Intelligente Insulinpens

Die Gerresheimer-Tochter hat eine neuartige Mikropumpe entwickelt, mit der die Abgabe von Flüssigarzneimitteln gesteuert werden kann. Quelle: PR
Mikropumpe von Sensile (prototypische Darstellung)

Die Gerresheimer-Tochter hat eine neuartige Mikropumpe entwickelt, mit der die Abgabe von Flüssigarzneimitteln gesteuert werden kann.

(Foto: PR)

Der Pharmakonzern Sanofi, ein großer Hersteller von Insulinen, arbeitet mit der Schweizer Firma Sensile Medical an neuen Möglichkeiten der Dosierung. Sensile, seit vergangenem Jahr 100-prozentige Tochter des deutschen Verpackungsherstellers Gerresheimer, hat unter anderem eine neuartige Mikropumpe entwickelt, mit der die Abgabe von Flüssigarzneimitteln gesteuert werden kann.

Die Firmen arbeiten an einer digital gesteuerten Insulinpumpe für Typ-2-Diabetiker, die die Grundversorgung mit einem langwirkenden Insulin über den Tag automatisch sicherstellen soll. Ziel bei diesem System ist es auch, künftig die Anbindung an eine automatische Blutzuckermessung zu schaffen und perspektivisch eine Closed-Loop-Lösung anzubieten.

5. Auf dem Weg zur smarten Insulin-Pille

Der Applikator zum Schlucken gibt Insulin in die Schleimhaut ab, bevor er unversehrt über den Darm wieder ausgeschieden wird. Quelle: DigitalVision/Getty Images
Insulinpille (Symbolfoto)

Der Applikator zum Schlucken gibt Insulin in die Schleimhaut ab, bevor er unversehrt über den Darm wieder ausgeschieden wird.

(Foto: DigitalVision/Getty Images)

Auch mit Blick auf eine Optimierung der Insulinabgabe sind die Ziele hoch gesteckt: Seit Jahren wird an Pillen, die das Hormon abgeben sollen, geforscht. Kürzlich hat das MIT in Cambridge, unterstützt vom dänischen Insulinhersteller Novo Nordisk, ein Produkt erfolgreich an Schweinen getestet.

Der Applikator zum Schlucken gibt, während er den Magen passiert, Insulin in die Schleimhaut ab, bevor er unversehrt über den Darm wieder ausgeschieden wird. Eine klinische Entwicklung dieser Pille dürfte sich allerdings noch Jahre hinziehen.

Egal, ob es um Künstliche Intelligenz oder um Blockchain geht – die Geschwindigkeit, mit der neue Schlagwörter aus der digitalen Welt auf uns einprasseln, ist enorm. Doch was davon hat Substanz, was ist nur Hype? In unserer neuen Multimedia-Rubrik „Digitale Revolution“ beleuchten Handelsblatt-Redakteure, wie Digitalisierung unsere Unternehmen, unsere Gesellschaft und unseren Alltag verändert. Jede Woche nehmen sich die Redakteure eines Schwerpunktthemas an. Die unterschiedlichen Aspekte werden in mehreren Beiträgen multimedial aufbereitet. Dabei kommen interaktive Grafiken, Videos oder Bildergalerien zum Einsatz.

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