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Digitale Revolution

Digitale Revolution Ende des Blockchain-Hypes: Was funktioniert, was nicht?

Der Wirbel um die Blockchain war groß, doch viele Projekte sind gescheitert. Neue Anwendungen beweisen aber das Potenzial der Technologie.
22.07.2020 Update: 28.07.2020 - 15:57 Uhr Kommentieren
Bekannt wurde die Technologie durch die vor über zehn Jahren erfundene erste Kryptowährung, den Bitcoin.
Blockchain

Bekannt wurde die Technologie durch die vor über zehn Jahren erfundene erste Kryptowährung, den Bitcoin.

Frankfurt, Düsseldorf Die Deutschen lieben Lachs – aber sie zweifeln, ob man ihn noch guten Gewissens essen kann, angesichts vieler Berichte über die Überfischung der Meere und die schlechten Haltungsbedingungen in Aquakulturen. Der norwegische Fischereiverband NSL will derartige Bedenken über seine eigenen Produkte zerstreuen: Kunden können künftig erfahren woher das Tier in einer Verpackung stammt und unter welchen Bedingungen es gehalten wurde, wenn sie mit dem Smartphone einen QR-Code scannen.

Die traditionelle Branche setzt auf eine moderne Technologie: Sie hat ein System aufgebaut, das die Informationen mithilfe der Blockchain sammelt und den Kunden zur Verfügung stellt – fälschungssicher. „Blockchain lässt uns den Weg des Fisches vom Ozean bis zum Esstisch nachverfolgen“, sagte Alf-Goran Knutsen, Chef der Firma Kvaroy Arctic, die das System einsetzen wird.

Klar ist: Die Blockchain lebt – auch wenn der große Hype um die Technik vorbei ist. Bekannt wurde sie durch die vor über zehn Jahren erfundene erste Kryptowährung, den Bitcoin. Er machte die Vorteile der Technik bekannt: Die Blockchain ist dezentral und praktisch fälschungssicher. Informationen werden statt zentral auf einem Server an vielen verschiedenen Stellen gespeichert und können nicht geändert werden, ohne dass andere das mitbekommen.

Laut ihren Anhängern sollte sie die Wirtschaftswelt revolutionieren und zahlreiche zwischengeschaltete Instanzen überflüssig machen, gleichermaßen effizient wie demokratisch sein. Doch zuletzt gerieten die hehren Visionen unter Beschuss: Der reale Durchbruch rund um den Globus, er ist ausgeblieben.

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    „Es ist wie mit jeder neuen Technologie“, sagt Michael Henke, Professor für Unternehmenslogistik an der TU Dortmund und Leiter des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML): „Erst gibt es einen Hype, dann die Enttäuschung.“ Das Potenzial der Blockchain sei aber groß, wenn man diese mit anderen Innovationen wie dem Internet der Dinge verbinde. Sein Institut hat beispielsweise ein System entwickelt, das den Transport von Europaletten mit Sensoren und Trackern verfolgt – und die Daten in der Blockchain revisionssicher speichert.

    Viele Projekte seien an falschen Erwartungen gescheitert, sagt Henke. Die Technologie erleichtere es, die Zusammenarbeit verschiedener Akteure zu koordinieren, die sich nicht kennen – der Forscher spricht von einem Wertschöpfungsnetzwerk. „Die Blockchain ermöglicht Transparenz und Vertrauen, das ist der große Vorteil.“ Für den Einsatz in einer einzelnen Organisation sei ein dezentraler Datenspeicher aber nicht notwendig.

    Mehr Realismus

    „Der Hype ist vorbei, und das ist auch gut so“, ergänzt Christian Schultze-Wolters, der bei IBM den Geschäftsbereich „Blockchain Solutions“ im deutschsprachigen Raum leitet. Nach den hohen, oft überzogenen Erwartungen sei Realismus eingekehrt. „Man beschäftigt sich sehr viel seriöser mit den Anwendungsszenarien“, beobachtet der Manager. Manchmal sei die Blockchain die Lösung für ein Problem – aber längst nicht immer.

    Ende 2017 überlagerte der Blockchain-Hype alle anderen Technologiedebatten: Der Bitcoin-Preis, immer noch der Gradmesser des Hypes, stieg bis auf knapp 20.000 Dollar. Kryptowährungen basieren auf der Blockchain: Das Geld wird direkt von einer Person zur anderen geschickt, ohne Bank, die die Transaktion absichert. Der Vorgang wird in der Blockchain dokumentiert und ist damit nahezu fälschungssicher.

    Krypto-Münzen sollten die klassischen Währungen wie Euro, Dollar und Co. ablösen, Krypto-Geldbeutel die Macht der Banken brechen. Und über sogenannte virtuelle Börsengänge (ICOs) sollten Gründer ganz einfach an Geld kommen, als eine Art Schwarmfinanzierung 2.0.

    Enthusiasten wie Robert Küfner, Gründer des Start-ups Advanced Blockchain und Guru der Berliner Krypto-Szene, schwärmten: „Die Blockchain-Technologie wird die Welt zu einem besseren Ort machen, sie hat biblische Ausmaße“, verkündete er. Und ergänzte in Anspielung auf den mysteriösen Bitcoin-Erfinder: „Satoshi Nakamoto ist auf die Erde gekommen als Jesus 2.0, um die Menschheit von der Geißel der Zentralisierung zu befreien.“

    Es kam anders. Schon 2018 folgte der Absturz des Bitcoin-Kurses. Der Markt für ICOs brach zusammen und hat sich nicht mehr erholt. Und mit dem Ende des Hypes um die digitalen Währungen, der ersten realen Anwendung, wurde es stiller um die Technik.

    Das zeigen auch die Marktzahlen: 2018 zählte der Marktforscher CB Insights mehr als 800 Investitionen in Start-ups, die sich mit der Blockchain-Technologie beschäftigten, insgesamt 4,1 Milliarden Dollar erhielten sie. 2019 hielten sich die Risikokapitalgeber indes wieder zurück, in rund 450 Deals flossen lediglich 1,6 Milliarden Dollar. Zudem beteiligten sich deutlich weniger große Unternehmen an den Finanzierungsrunden.

    Ein weiteres Indiz, dass es der Technologie noch an Reife fehlt: Mehr und mehr Investitionen gehen an Unternehmen, die sich in einem frühen Entwicklungsstadium befinden. Zwei Drittel der Start-ups erhalten laut CB Insights erstmals Risikokapital – das zeige, dass es sich noch um eine sehr junge Kategorie handle, urteilt der Marktforschungsspezialist.

    Weiterhin bieten sich viele Chancen

    Doch: Wie groß der Markt mit Blockchain-Anwendungen ist, lässt sich derzeit nur schätzen: Selbst Unternehmen wie IBM, wo sich rund 2000 Mitarbeiter damit beschäftigen, veröffentlichen ihren Umsatz mit der Technologie nicht.

    Das Analysehaus Juniper Research prognostiziert, dass der Umsatz mit Blockchain-Anwendungen im Einzelhandel, die etwa Lieferketten effizienter machen, bis 2023 auf 4,5 Milliarden Dollar steigt. Das jährliche Wachstum entspräche dann 139 Prozent. Die weltgrößte Supermarktkette, Walmart aus den USA, setzt bereits Blockchain ein. Und Onlineshops wie Alibaba aus China experimentieren mit eigenen Blockchain-Plattformen.

    Auch in der Finanzbranche besteht noch viel Potenzial, wie eine im Juni veröffentlichte Studie von Fidelity, einem der weltgrößten Vermögensverwalter, zeigt. Demnach finden 80 Prozent von 800 repräsentativ ausgewählten institutionellen Investoren in Europa und den USA Krypto-Anlagen spannend. 60 Prozent sehen sie bereits als möglichen Teil ihres Investment-Portfolios, 36 Prozent sind bereits investiert.

    Zuletzt machte das größte soziale Netzwerk der Welt mit einer Ankündigung Furore: Facebook und seine Partner, darunter der Streamingdienst Spotify, der Fahrdienstleister Uber und der Krypto-Marktplatz Coinbase, wollen eine eigene Kryptowährung auflegen: Libra. Die hinter dem Projekt stehende Organisation mit Sitz in der Schweiz hat 2020 zahlreiche Top-Banker und Regulierungsexperten angeworben, dürfte also bald ernst machen mit dem Libra-Start.

    Digitale Führerscheine

    Und nicht nur in der Finanzwirtschaft findet die Blockchain-Technik Verbreitung. In Frankfurt werkelt etwa das Start-up Blockchain Helix an realen Einsatzmöglichkeiten der Technik. Im Frankfurter Bahnhofsviertel, in einem alten Industrieloft, sitzen die Programmierer. Sie arbeiten unter anderem an der App Helix ID, die eine Art Schlüsselbund für sichere digitale Identitäten werden soll.

    Gründer Oliver Naegele hat eine simple Vision: In der digitalen Ökonomie führen Menschen Accounts bei Hunderten Firmen, Portalen, Dienstleistern. Von der Anmeldung für Carsharing und Streamingdienst bis zum neuen Bankkonto: Immer und immer wieder müssen sich Nutzer mit ihren Daten registrieren, überprüfen lassen und dann den Log-in merken.

    „Das muss alles einfacher werden“, sagt Naegele. „Die Verwaltung der digitalen Identität ist die Aufgabe der Zukunft.“ Kunden sollen sich in Sekunden anmelden, authentifizieren und gleich die Bezahlung abwickeln, alles mithilfe der Blockchain. Die Nutzerdaten liegen auf abgeschirmten schwedischen Hochsicherheitssystemen. Sie werden nur punktuell und auf ausdrücklichen Kundenwunsch an die Anbieter übermittelt. Als unfälschbare Datenbank verifiziert die Blockchain dann, dass der Mensch, der sich gerade anmeldet, auch derjenige ist, dem die gespeicherten Daten gehören.

    „Die App Helix ID soll in den kommenden Tagen starten und im App-Store verfügbar sein“, kündigt Naegele an. Ziel sei die „selbstsouveräne Identität mit verschiedenen Identifizierungsmethoden.“ Auch ein Marktplatz soll Teil der App sein. Sie soll etwa „Mobility as a Service“ bieten, also Mobilitätslösungen direkt über die App – darunter Tickets für den Nahverkehr und für Taxen sowie Zugänge zu Mietwagen, die verlässliche Informationen über den Nutzer erfordern: etwa Informationen über einen vorliegenden Führerschein.

    Auch im Gesundheitsbereich sieht Nägele Chancen. Hierzu will er ein „Vertrauensnetzwerk“ zu Unternehmen aufbauen. Den Autobauer Daimler hat das Konzept bereits überzeugt: Auf dessen neuer „Blockchain Mobility Platform“, unterstützt durch Helix ID, sollen Fahrdienstleister, etwa Taxi- und Carsharing-Anbieter, um Kunden buhlen.

    Auch bei den Lachsfarmern in Norwegen steht man kurz vor dem Start. Wenn das System der Fischereiwirtschaft im September an den Start geht, soll es zahlreiche Informationen erfassen: Wassertemperaturen und Futter während der Aufzucht etwa, Zeitpunkt der Geburt und des Fangs, Transportweg und Lagerungsbedingungen. „Weil Verbraucher wissen wollen, wo ihr Essen herkommt, ist das heute aktueller denn je“, wirbt Fischerei-Manager Knutsen. Diese Transparenz ist für die norwegischen Fischer ein wichtiges Argument, um ihre vergleichsweise teuren Produkte zu verkaufen.

    Schiffe in der Blockchain

    Großes Potenzial sehen Fachleute in der Logistik. „Beim Supply Chain Management geht es um Material-, Informations- und Finanzfluss – das lässt sich mit der Blockchain alles verbinden“, sagt Blockchain-Forscher und Leiter des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML), Michael Henke. Akteure vom Produzenten über verschiedene Spediteure und den Zoll bis zum Käufer, vom Unternehmen über die Bank bis zum Finanzamt bilden komplexe Ketten.

    Auch sein Institut hat in einem Pilotprojekt ein Logistik-System entwickelt, das Europaletten auf ihrem Weg überwacht. 75 Prozent aller Transporte in Europa würden über die Paletten befördert, betont Henke – die Bedeutung des Holzgestells sei also enorm. Ein Tracker im Gestell sendet zweimal am Tag Daten, etwa zu Standort, Temperatur und Feuchtigkeit. „Das ist zum Beispiel für Spediteure interessant, die verderbliche Güter transportieren.“

    Diese Informationen verbucht das System auf einer Blockchain. Die Technologie ermöglicht es, mithilfe von „Smart Contracts“ die Einhaltung von Verträgen automatisch zu überwachen, beispielsweise den Transportweg oder die Einhaltung eines Temperaturkorridors. Auch Zahlungen lassen sich somit veranlassen. Die Kosten dafür seien überschaubar, sagt Henke: Der Tracker kostet über einen Zeitraum von zehn Jahren zehn Euro. Er will gemeinsam mit Kollegen mehr solcher Anwendungen entwickeln. Ein Konsortium hat in der Ruhrmetropole das Europäische Blockchain-Institut in NRW, kurz Euro-Chain, gegründet. Das Bundesland fördert es mit zunächst 7,7 Millionen Euro.

    Ein anderes Beispiel ist die Plattform „Trade Lens“, die die Reederei Maersk gemeinsam mit dem Technologiekonzern IBM entwickelt hat. Die Datenbank verzeichnet beim Transport von Frachtcontainern jeden einzelnen Schritt. Spediteure, Hafenbetreiber oder auch Zollbeamte sollen in Echtzeit Zugriff auf die Daten erhalten. In einer Branche, in der Klemmbrett und Papier noch verbreitet sind, ist das ein enormer Fortschritt.

    Große Reedereien wie Hapag-Lloyd, CMA CGM und MSC nutzen Tradelens ebenfalls, 60 Prozent aller weltweit verschifften Container sind auf der Plattform abgebildet. Unternehmen können zudem zusätzliche Dienstleistungen für Kunden und Partner anbieten, die zuvor nicht möglich waren. Banken haben etwa die Möglichkeiten, die Bezahlung automatisch abzuwickeln, sobald der Transport beendet ist, während Versicherungen dank der größeren Transparenz Risiken besser tarieren können.

    Die Technologie eigne sich besonders für Netzwerke mit zahlreichen eigenständigen Teilnehmern, sagt IBM-Manager Christian Schultze-Wolters. „Blockchain ist ein Teamsport.“ Es ermögliche es einerseits, Informationen effizienter und schneller auszutauschen, andererseits Vertrauen zu schaffen.

    Manche Märkte sind noch nicht reif

    Allerdings hat er auch erlebt, dass die Blockchain-Anwendung auch scheitern kann, zumindest vorerst. IBM hat mit Thyssen-Krupp in einem Pilotprojekt eine offene Plattform für den industriellen 3D-Druck entwickelt. Unternehmen können darüber sensible Daten in diesem Umfeld sicher und vertrauensvoll teilen – die Teile fertigen Kunden oder Dienstleister selbst, ganz nach Bedarf und unabhängig von Lieferanten. Die Produktion wird verlagert, von der Fabrik in die Fläche.

    Auf dieser Plattform hält eine Blockchain alle Transaktionen fest, von der Übergabe der Baupläne bis zur Herstellung. Es geht einerseits darum, die Urheberrechte zu schützen, andererseits die Echtheit der Konstruktionen sicherzustellen. Allein: Es fehlt an Kunden, die die Plattform nutzen wollen. „Es ist uns noch nicht gelungen, die richtigen Player aus dem Ökosystem zusammenzustellen“, sagt Schultze-Wolters. „Vielleicht ist der Markt noch nicht reif.“ IBM und Thyssen-Krupp wollen aber weiter dafür werben.

    Er ist überzeugt: Wenn es Probleme gibt, liegt das nicht an der Technologie, sondern am ausgewählten Anwendungsszenario oder an der Organisation. „Die Einführung von Blockchain ist ein Transformationsprojekt. Nur wer in der Lage ist, das eigentliche Geschäftsproblem zu identifizieren, wird am Ende profitieren.“ Es gehe darum, Geschäftsprozesse zu verändern und Daten intelligent zu nutzen – für Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung ohnehin schwertun, eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.

    Kommt der E-Euro?

    Das vielleicht größte Potenzial hat die Blockchain-Technik nach wie vor im Finanzbereich. Und genau hier erhält sie inzwischen auch politische Schützenhilfe. „Die Blockchain kann ein entscheidender Baustein für eine weitere Digitalisierung des Finanzmarktes und der Industrie werden“, sagt Danyal Bayaz, Krypto-Experte der Grünen-Bundestagsfraktion.

    Die Große Koalition hat 2019 ihre nationale Blockchain-Strategie vorgelegt, die Deutschland zum Marktführer beim Durchbruch der Technik machen soll – etwa durch Blockchain-Anleihen und -aktien, sogenannte digitale Wertpapiere. Bayaz begrüßt das grundsätzlich: „Die Blockchain-Technologie bietet die fast einmalige Chance, den Rückstand bei der Digitalisierung aufzuholen. Europa könnte dadurch auch souveräner gegenüber den USA und China werden durch die Entwicklung eigener Technologie.“ Europa dürfe nicht erneut, wie im Fall der Plattformunternehmen und sozialen Netzwerken, von US-Firmen abgehängt werden.

    Bayaz mahnt zur Eile: „Die Bundesregierung hat fast über ein Jahr nach der Vorstellung der Blockchain-Strategie immer noch keinen Gesetzentwurf für die Übertragung von elektronischen Wertpapieren vorgelegt. Dieses Gesetz ist immanent wichtig für die weitere Entwicklung der Technologie in Deutschland.“

    Zum vielleicht massenwirksamsten Durchbruch der Technik könnte eine ganz besondere staatliche Anwendung werden. Philipp Sandner, Leiter des Blockchain Center der Frankfurt School of Finance and Management, wirbt für einen Quantensprung: „Es wird höchste Zeit, dass wir die Auflage eines programmierbaren, digitalen Euros auf Kryptobasis ernsthaft diskutieren.“ Diesen sogenannten E-Euro fordert auch der sogenannte FinTechRat beim Bundesfinanzministerium, dem Sandner angehört.

    Zu wenig Ambitionen

    In einer neuen Stellungnahme, die dem Handelsblatt vorliegt, erklärt er: Der E-Euro ermögliche die „Erhöhung der Effizienz im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr, eine Automatisierung, die Integration von Leistung und Gegenleistung und Ermöglichen von Micro Payments“, also Zahlungen von Kleinstverträgen. Ausgegeben werden könnte er von der Zentralbank, aber auch von privaten Institutionen oder Banken.

    „Eine besondere Bedeutung kommt hier dem Einsatz in der Maschinenökonomie zu, die gerade für Deutschland – Stichwort autonomes Fahren, Industrie 4.0, Logistik, Internet der Dinge – die nächste Stufe der digitalen Transformation bedeuten wird“, schreibt der Fachbeirat.

    Und mahnt, dass „China in der Entwicklung einer digitalen Währung aktuell führend ist und trotz der Wichtigkeit dieses Themas für die heimische Industrie in Deutschland und Europa noch zu wenig passiert“. Um einem E-Euro entsprechende Bedeutung zu verleihen, „müsste dessen Umsetzung und Einführung (…) ähnlich ambitioniert angegangen werden wie das von Facebook initiierte Libra-Projekt“.

    Im Bundesfinanzministerium hat der Plan prominente Anhänger, darunter Staatssekretär Jörg Kukies, selbst ehemaliger Top-Banker. Und auch wenn es bis zum ersten Krypto-Euro noch ein weiter Weg ist – der deutsche Gesetzentwurf zur Blockchain-Anleihe soll spätestens im Herbst endlich kommen, verspricht die Bundesregierung. Spätestens dann dürften über die Praxisrelevanz der Blockchain-Technik keine Zweifel mehr bestehen.

    Lesen Sie mehr zu dem Thema: Das fordert die Blockchain-Branche von der Bundesregierung.

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