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Digitale Revolution

Digitale Revolution Triebwerke, Effizienz, Traglast – das sind die technischen Details der Flugtaxi-Konzepte

Die Anbieter von Passagierdrohnen einen zwei Ziele: der elektrische Antrieb und der schnelle Transport vorbei an Staus. Doch die Konzepte sind unterschiedlich.
02.06.2019 - 08:38 Uhr 1 Kommentar
Ein batteriebetriebener Zweisitzer-Prototyp der deutschen Firma Volocopter fliegt über Dubai. Quelle: dpa
Lufttaxi über Dubai

Ein batteriebetriebener Zweisitzer-Prototyp der deutschen Firma Volocopter fliegt über Dubai.

(Foto: dpa)

Frankfurt Sie sollen eine völlig neue Gattung im Luftverkehr werden: die Flugtaxis. Doch so innovativ die Idee von Passagierdrohnen auch sein mag, beim Aussehen sind die bisher vorgestellten Flugvehikel weitaus weniger „disruptiv“. Sie erinnern entweder an Hubschrauber oder an Flugzeuge.

Das ist einer Erkenntnis geschuldet: Die Physik lässt sich nun mal nicht überlisten. Um abzuheben, braucht man Propeller, Triebwerke und/oder Flügel. Dennoch sind die Konzepte der Firmen, die sich auf diesem Gebiet tummeln, äußerst interessant und bieten neue Ansätze.

Dabei eint alle Anbieter eine Vision: Die nervigen und zeitfressenden Staus auf den Straßen sollen umgangen werden, und das Ganze soll nachhaltig, also mit grünem Strom geschehen. Auch setzen alle auf den sogenannten Senkrechtstart. Das spart Platz und erleichtert den Aufbau der Infrastruktur zum Starten und Landen. Die Herangehensweise und die Details der bisher gebauten Prototypen unterscheiden sich zum Teil allerdings recht deutlich. Ein Überblick.

Die Triebwerke

Die Unternehmen Volocopter, Ehang und Airbus setzen bei ihren Vehikeln auf den Propeller. Beim City-Airbus sind acht davon in vier Gondeln montiert, die neben der Kabine befestigt sind. Die Propeller werden von acht elektrischen Motoren angetrieben.

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    Der Ehang 216 besitzt dagegen acht Arme mit jeweils zwei übereinander liegenden Propellern, also insgesamt 16 E-Motoren mit 16 Propellern. Der Volocopter hat seine 18 Rotoren wiederum kreisförmig um die Kabine angeordnet. Die werden von 18 E-Motoren angetrieben, versorgt von insgesamt neun Batterien.

    Grafik

    Einen ganz anderen Ansatz verfolgt Lilium. Dieses Vehikel erinnert eher an ein Flugzeug, allerdings mit einer Besonderheit. Die 36 elektrischen Jet-Triebwerke, die an Flügeln montiert sind, werden zum Start nach unten gerichtet und sorgen zunächst für Auftrieb. In Flughöhe werden die Triebwerke dann in die Waagerechte gedreht und verschaffen dem Jet den nötigen Vortrieb.

    Die Effizienz

    Hier halten sich Anbieter bisher mit konkreten Daten zurück. Lilium verspricht, dass sein Jet nur rund ein Zehntel der Energie eines Helikopters verbraucht. Möglich machen soll das die spezielle Konstruktion. In Flughöhe sorgen die Flügel für den Auftrieb, für den Vortrieb benötigen die Triebwerke dann nur noch rund zehn Prozent der verfügbaren Leistung von 2000 PS.

    Die anderen Hersteller versprechen eher allgemein eine deutlich bessere Effizienz als ein Hubschrauber. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass ein Helikopter sehr energieintensiv ist. Zudem gilt: Grundsätzlich verbraucht jedes Verkehrsmittel, das zunächst die Schwerkraft überwinden muss, mehr Energie als etwa ein Zug oder ein Auto. Auch hier gilt: Die Physik lässt sich nicht austricksen.

    Die Traglast

    Hier gibt es zum Teil große Unterschiede. Die größte Ladekapazität verspricht Lilium mit fünf Passagieren, gefolgt vom City-Airbus mit vier Sitzen. Volocopter und auch Ehang planen bisher mit Zweisitzern.

    Die Reichweite

    Auch hier sind die Versprechen durchaus unterschiedlich. Erneut wagt sich Lilium am weitesten aus dem Fenster. Der Jet soll 300 Kilometer weit fliegen können, und das in einer Stunde. Airbus gibt für seine Passagierdrohne eine Reichweite von 60 Kilometern an, bei einer maximalen Flugdauer von 15 Minuten. Der Volocopter soll bei 70 Kilometern pro Stunde 27 Kilometer weit kommen und der Ehang maximal 30 Minuten bei 90 Kilometern pro Stunde schaffen.

    Die Lärmbelastung

    Hier sind detaillierte Angaben Mangelware. Viele Anbieter versprechen zwar sehr leise Triebwerke, aber wie schon beim Thema Effizienz ist das eine Frage des Vergleichs. Ein Helikopter ist zum Beispiel extrem laut. Daher ist es keine Überraschung, dass ein E-Antrieb deutlich weniger Lärm erzeugt. Nur Volocopter und Airbus nennen konkrete Werte. Der Volocopter soll in 75 Metern Höhe rund 65 Dezibel erzeugen, Airbus gibt pauschal 70 Dezibel an. Zum Vergleich: 65 Dezibel entsprechen ungefähr einem Fernseher auf Zimmerlautstärke.

    Mehr: Bis 2050 könnten weltweit fast 100.000 Passagierdrohnen im Einsatz sein. Doch bis dahin müssen noch einige politische Hürden überwunden werden.

    Egal, ob es um Künstliche Intelligenz oder um Blockchain geht – die Geschwindigkeit, mit der neue Schlagwörter aus der digitalen Welt auf uns einprasseln, ist enorm. Doch was davon hat Substanz, was ist nur Hype? In unserer neuen Multimedia-Rubrik „Digitale Revolution“ beleuchten Handelsblatt-Redakteure, wie Digitalisierung unsere Unternehmen, unsere Gesellschaft und unseren Alltag verändert. Jede Woche nehmen sich die Redakteure eines Schwerpunktthemas an. Die unterschiedlichen Aspekte werden in mehreren Beiträgen multimedial aufbereitet. Dabei kommen interaktive Grafiken, Videos oder Bildergalerien zum Einsatz.

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    1 Kommentar zu "Digitale Revolution: Triebwerke, Effizienz, Traglast – das sind die technischen Details der Flugtaxi-Konzepte"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • genau wie bei der Einschätzung zum Wolf wird es mal ein Totalversagen des Systems (siehe Boing 737 max...) geben ... ohne die Raketenfallschirm, die es für Kleinflugzeuge ja schon gibt, steige ich da nicht ein. Die Reichen werden das allerdings toll finden und es wird bald nur so wimmeln...

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