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Digitale Revolution

Handelsblatt Digital Stage – Update Nachhaltigkeit 2020 Audi-Vertriebschefin Wortmann: „Klimaschutz erlaubt keinen Aufschub“

Trotz der Coronakrise läuft die Debatte um Nachhaltigkeit weiter. Im Handelsblatt-Update erklären Unternehmen, wie sie den Wandel vorantreiben wollen.
26.06.2020 - 12:54 Uhr Kommentieren

Wie geht Nachhaltigkeit in der Krise?

Düsseldorf Der Protest auf den Straßen verstummte, die Autos verschwanden von den Straßen, die Flugzeuge aus dem Himmel: Die Corona-Pandemie hat das öffentliche Leben in die Häuser und Wohnungen zurückgedrängt, aber die Stimmen derjenigen, die sich für nachhaltiges Wirtschaften und gegen den Klimawandel aussprechen, sind nicht leiser geworden. Nach wie vor ist Nachhaltigkeit eines der drängendsten Themen dieser Zeit, vielleicht sogar das drängendste.

„Wir müssen Nachhaltigkeit ganz klar vorleben und einfordern“, sagte Michael Diederich, Vorstandssprecher der Hypovereinsbank im Handelsblatt Update Nachhaltigkeit 2020 als Livestream, bei der die Bank und der Automobilkonzern Audi Initiativpartner waren.

Die Industriestrukturen in Deutschland seien über Jahrzehnte gewachsen und sehr erfolgreich, sagte er. Die müssten sich nun fundamental verändern: „Wenn nicht nur das Endprodukt einen bestimmten CO-Fußabdruck haben soll, sondern die Wertschöpfungskette auf dem Weg dahin, geht das nicht über Nacht. Das ist ein Prozess, aber der ist angestoßen.“

Zu diesem Ergebnis kommt auch Robert Haßler. Er ist Teil der Führungsmannschaft der Rating-Agentur ISS, die sich seit 1985 mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. „Deutschland hat im letzten Jahrzehnt die Thematik ziemlich verschlafen“, erklärt er.

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    In anderen europäischen Finanzmetropolen habe sich deutlich mehr entwickelt. Aber nun habe sich auch die Bundesregierung große Ziele vorgenommen und auch die Unternehmen hätten in viel getan: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Trend nicht mehr aufzuhalten ist und sich verstärken wird.“

    „Die nächste Krise lauert bereits“

    Die Masse der Unternehmen habe das Thema für sich irgendwie angegriffen, meint er. Aber trotzdem gebe es noch Spielraum nach oben. „Bei etwa 23 Prozent der Unternehmen, die wir weltweit bewerten, sind wir einigermaßen zufrieden“, so Haßler. In den nächsten fünf Jahren werde es wahrscheinlich einen gehörigen Schub geben – und den müsse es auch geben – wenn Unternehmen damit beginnen Nachhaltigkeit in ihr Kerngeschäft einzubringen.

    Auch die Corona-Pandemie könnte diesen Trend noch einmal verstärken, sagte Anna Alex, Gründerin des Start-ups Planetly, das Unternehmen dabei berät seinen CO2-Fußabrdruck zu managen: „Wir sind uns als Menschheit der Verletzlichkeit des Systems bewusst geworden. Wir wissen, dass die nächste Krise um die Ecke lauert und die müssen wir jetzt angehen in den Griff bekommen.“ Allerdings gebe es bei der Reduktion von CO2 und auch bei anderen Nachhaltigkeitsfragen kein „nicht das eine Patentrezept“. Unternehmen müssten immer schauen, was sich bei ihnen anbietet.

    Frosta-CEO Felix Ahlers betonte im Gespräch mit Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe auch einen weiteren Punkt, der beim Thema Nachhaltigkeit beachtet werden müsste: „Wenn man über Nachhaltigkeit redet, muss man auch darüber reden, dass es Geld kostet. Man muss in der Lage sein, das auch Millionen von Konsumenten zu erklären, damit sie bereit sind dafür ein bisschen mehr zu zahlen.“

    Schließlich müsse eine Firma in der Lage sein, ihre Produkte auch verkaufen zu können. Bei Frosta sei am Anfang schwierig gewesen, aber das hätte sich geändert.

    Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe und Audis Marketingvorständin Hildegard Wortmann diskutieren das Thema Nachhaltigkeit. Quelle: Screenshot
    Blick hinter die Kulissen: Handelsblatt Digital Stage

    Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe und Audis Marketingvorständin Hildegard Wortmann diskutieren das Thema Nachhaltigkeit.

    (Foto: Screenshot)

    Vor dieser Herausforderung steht auch Audi. Vertriebs- und Marketingvorständin bei dem Autohersteller, Hildegard Wortmann, sagte klar: „Es braucht den radikalen Wandel. Wir befinden uns in einer Transformation der gesamten Automobilindustrie, die so noch nie dagewesen ist.“

    Deswegen baue Audi fast das gesamte Portfolio um: „Wir sind uns alles einig, dass der Klimaschutz keinen Aufschub erlaubt und da müssen wir konsequent weiter dran arbeiten.“ Daher sei auch die Maßnahme der Bundesregierung, Plug-in-Hybride und Elektromobilität durch das Konjunkturpaket zu fördern, „nur konsequent, wenn wir jetzt alle diesen Wandel in der Gesellschaft schaffen wollen.“

    Welche Auswirkungen der Klimawandel hat, kann Boris Herrman immer wieder sehen. Der Profisegler, der im vergangenen Jahr die Aktivistin Greta Thunberg in die USA gebracht hat, erzählte, allein auf der Reise mit Thunberg hätten sie vier tropische Depressionen erlebt, was sehr ungewöhnlich sei.

    „Aber ich habe auch Reisen durch die Arktis und Antarktis gemacht und dort extreme Minimun-Eissitutation erlebt. Einige unserer Rennen um die Welt sind dadurch auch stark beeinflusst worden.“ Er betonte: „Man wird hoffentlich sehen, dass es eine Strategie der Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell geben kann.“ Ganz wichtig sei, dass sich die Unternehmen Allianzen schmiedeten und Lobbyarbeiten machten. Nur so könne die Regierung in diesem Bereich die Rahmenbedingungen schaffen, „mit denen wir vorankommen“.

    Mehr: Ethische Maßstäbe helfen Unternehmen durch die Krise: Aktien und Anleihen, die Kriterien jenseits wirtschaftlicher Kennzahlen berücksichtigen, sind stabiler als andere. Das hilft besonders in Corona-Zeiten.

    • ika
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