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Digitale Revolution

MWC19 Nokia präsentiert Smartphone mit fünf Kameras

Fünffach hält besser: Nokia-Hersteller HMD Global stellt ein Mobiltelefon, das mehrere Kamerabilder kombiniert - ein neuer Trend.
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Der Smartphone-Hersteller präsentiert in Barcelona sein aktuelles Modell mit fünf Kameras und Profi-Features. Quelle: Reuters
Nokia 9 PureView

Der Smartphone-Hersteller präsentiert in Barcelona sein aktuelles Modell mit fünf Kameras und Profi-Features.

(Foto: Reuters)

BarcelonaDer Tierfotograf Konsta Punkka war kürzlich in geheimer Mission unterwegs: Bei einer Reise in die schottischen Highlands testete er ein Smartphone, von dem noch keiner wissen sollte. Der Elektronikhersteller HMD Global, der sich „The New Home of Nokia“ nennt und Handys im Namen des Konzerns baut, gab ihm das neue Nokia Pureview 9 mit.

Der Finne kommt Braunbären, Füchsen und Eichhörnchen so nahe wie niemand anders. Trivial ist das nicht – die Tiere sind scheu. Das Nokia-Gerät habe ihm die Fotografie aber erleichtert: „Mit dem neuen Telefon konnte ich den Moment einfangen und nachher den Fokus verändern.“

Mit diesem Satz gab Punkka am Sonntag die Marketingbotschaft von HMD Global perfekt wieder. Das Unternehmen stellte auf einer Pressekonferenz vor dem Mobile World Congress mehrere neue Produkte vor. Das Nokia 9 Pureview mit einer neuartigen Kamera ist sein neues Spitzenmodell.

Das Smartphone hat auf der Rückseite fünf Kameras – die Aussparungen ähneln einem Ausguss in der Spüle. Wenn Nutzer wie Punkka auf den Auslöser drücken, macht das Gerät gleichzeitig fünf Aufnahmen, die die Software anschließend zu einem einzigen Bild kombiniert.

Auch wenn das Design von HMD Global mit den fünf Aussparungen auf der Rückseite außergewöhnlich ist: Zahlreiche Smartphone-Hersteller statten ihre Spitzenmodelle inzwischen mit mehreren Kameras aus. Das Huawei P20 Pro verfügt beispielsweise über drei Linsen, ebenso das neue Galaxy S10 von Samsung, das iPhone XS Max hat zwei.

Das Prinzip: Die Kameras lösen mit unterschiedlichen Einstellungen gleichzeitig aus – etwa Brennweiten und Blenden. Die Software fügt diese Daten zu einem Bild zusammen. Dieses Verfahren ermöglicht es, den Hintergrund von Porträts verschwimmen zu lassen, mehre Kontraste dazustellen oder die Qualität bei schlechten Lichtverhältnissen zu verbessern.

HMD Global kombiniert beispielsweise die Daten von farbigen und monochromen Aufnahmen. Dieses Verfahren erleichtert es, mehr Details festzuhalten, etwa wenn Bereiche des Bildes dunkel oder hell sind – der Kontrast ist also stärker. Und es ermöglicht, nachträglich den Fokus zu verändern.

Die Hersteller wollen so die baubedingten Nachteile von Smartphones ausgleichen. Diese haben aufgrund ihrer kompakten Gehäuse weniger Platz für die Objektive als klassische Kameras und sind damit den Beschränkungen der Optik unterworfen.

Die intelligente Nachbearbeitung wird als „Computational Photography“ bezeichnet: Der Computer verbessert die Kamera. Das Konzept ist nicht neu. Wegen der hohen Anforderungen an den Prozessor und des hohen Stromverbrauchs eignete es sich aber zunächst nicht für Smartphones – das ist heute anders.

Huawei nutzt die Medienaufmerksamkeit, um wieder Vertrauen zu gewinnen

Die Technik, die HMD Global einsetzt, stammt vom Start-up Light. Es hat ein Gerät mit 16 Linsen herausgebracht, das unter anderem einen fünffachen optischen Zoom ermöglicht – trotz eines kompakten Gehäuses. Mit einem Preis von rund 2000 Euro eignet es sich allerdings nicht für den Massenmarkt. Über Partnerschaften mit Smartphone-Herstellern soll die Technologie allerdings in günstigeren Geräten zum Einsatz kommen.

HMD Global hat 2016 die Lizenz für die Herstellung von Smartphones mit der Marke Nokia erworben. Das Unternehmen stammt wie der Namensgeber aus Finnland und hat viele ehemalige Nokianer in seinen Reihen – ihr Wissen soll dem Start-up helfen, sich in dem umkämpften Markt zu etablieren. Im Mai 2018 stellte eine Gruppe von Investoren 100 Millionen Euro für die internationale Expansion zur Verfügung.

Mehrere Investoren hegen hohe Erwartungen: Im Mai 2018 stellte eine Gruppe von Unternehmen 100 Millionen Euro für die internationale Expansion zur Verfügung. Geschäftszahlen macht HMD Global allerdings nicht öffentlich.

Das Nokia Pureview 9 ist Teil des neuen Portfolios. HMD Global zeigt auf dem MWC mehrere Mittelklasse-Smartphones, mit dem Nokia 210 aber auch ein einfaches Handy, im Fachjargon Feature Phone genannt – der Hersteller will weiterhin in diese Kategorie investieren.

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