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Alternative Energie Biostrom, nein danke!

Die meisten Biogasanlagen belasten die Umwelt deutlich mehr, als sie ihr nutzen. Sie zerstören die Artenvielfalt, schädigen Gewässer und das Klima.
19.07.2011 - 07:14 Uhr 20 Kommentare
Wie klimafreundlich sind Biogas-Anlagen wirklich? Quelle: dpa

Wie klimafreundlich sind Biogas-Anlagen wirklich?

(Foto: dpa)

Hitzacker Im Landkreis Lüchow-Dannenberg lässt sich die Zukunft der Energiewende besichtigen. Hier gilt das Leitmotiv „Raus aus der Atomkraft, rein in die Ökoenergie“ nicht erst seit Fukushima, sondern schon seit den Anfängen von Gorleben. Antiatomplakate und -kreuze prägen die Landschaft, viele Wind-, Solar- und Biogasanlagen sowie Äcker voller Energiepflanzen. Schon versorgen sich die Wendländer vollständig mit Ökostrom. Doch sie wollen mehr: grüne Energie exportieren – möglichst viel, möglichst bald.

Das hat seinen Preis. Die Landschaft wird zum Kraftwerk, umgepflügt und industrialisiert. Eine Hauptrolle spielt dabei die Produktion von Biogas. Immer neue Kuppeln von Bioreaktoren sprießen aus dem Boden und oft gleich daneben: kilometerweit Mais, der ergiebigste Kraftstoff für die Ökomeiler. Er verändert nicht nur das Wendland, sondern weite Teile der Republik.

Die ökologischen Nebenwirkungen kennt kaum jemand besser als die Biologin Petra Bernardy. Sie lebt nördlich von Dannenberg in Hitzacker an der Elbe, ein Antiatomkreuz hängt an ihrem holzverkleideten Haus. „Ich bin für Biogas“, betont die Wissenschaftlerin, die unter anderem für das Bundesumweltministerium und das Biosphärenreservat Elbe forscht. Doch sie hadert mit den Folgen der Alternative: „Bitte keine weiteren Maisäcker mehr! Vor allem nicht mitten im Biosphärenreservat oder Vogelschutzgebiet!“

Bernardy zeigt auf eine Karte des Landkreises. Dreißig rosa Kreise leuchten darauf. Jeder steht für eine Biogasanlage und ihr Einzugsgebiet. In die wenigen freien Zonen zeichnet sie weitere Kreise: „Hier ist eine neue Anlage im Bau. Da ist eine genehmigt. Dort kommt noch eine hin, und da…“ Das Wendland wird Gasland.

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    Viele der Biogasanlagen liegen in oder neben Naturschutzgebieten. Das ist erlaubt. Landwirtschaft ist in Biosphärenreservaten, Vogelschutzgebieten und Lebensräumen nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) willkommen, solange sie im Einklang mit der Natur betrieben wird. Doch weil die Milch von Weidekühen kaum mehr Gewinne bringt, satteln Landwirte um und erzeugen lieber Biostrom.

    Wenn sie ihn einspeisen, bekommen sie dafür eine hohe Vergütung, garantiert auf 20 Jahre. Und jeder Stromkunde finanziert gemäß dem gerade renovierten Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) die fortschreitende Industrialisierung der Landschaft mit.

    Umweltverbände kritisieren schon seit Langem die lebensfeindlichen Monokulturen. Erst kürzlich geißelte der Vorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), Ludwig Sothmann, das EEG als „Auslöser der Vermaisung ganzer Regionen“. Der „ungesteuerte Wildwuchs bei den Biogasanlagen“ beschleunige die Industrialisierung der Agrarwirtschaft.

    Es ist paradox: Im Prinzip ist Biogas sinnvoll und wichtig für die Energiewende. Denn anders als der unstete Wind- und Solarstrom lässt es sich speichern, bei Flaute oder bedecktem Winterhimmel könnten die Bauern ihre Gasmotoren anwerfen und so Strom erzeugen. Die Wärme der Motoren ließe sich auch zum Heizen nutzen. Blockheizkraftwerke, so heißen die dezentralen Strom- und Wärmequellen, gelten als umweltfreundlich, sauber, flexibel und effizient.

    Doch für die meisten Biogasanlagen trifft dieses Idealbild nicht zu. Im Gegenteil: Sie zerstören die Artenvielfalt, belasten die Umwelt und schaden teilweise sogar dem Klima. Das lässt sich belegen, Punkt für Punkt.

    Zerstörung der Artenvielfalt
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    20 Kommentare zu "Alternative Energie: Biostrom, nein danke!"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Bravo, ganz recht. Bin auch von Maisfeldern umgeben, die Tierwelt leidet enorm, mal abgesehen von Wildschweinen.
      Absolute Fehlentwicklung!

    • Betrieb einer Biogasanlage ist unmoralisch

      Betrieb einer Biogasanlage = Perversion. Lebensmittelvernichtung, Vermaisung der Landschaft, Überdüngung der Anbauflächen und damit mögliche Schädigung des Grundwassers, in den Anlagen verschmelzen Bakterien miteinander, es entstehen Mutierungen die es zuvor nicht gab und diese werden dann als Düngemittel auf die Äcker gebracht.

      Angedacht wurde Bioabfälle sinnvoll zu verwerten und plötzlich baut man Abfälle auf gutem Ackerboden an.

      Selbst wenn wir die gesamte deutsche Lebensmittelproduktion in die Biogasanlagen werfen, wird dadurch das Energieproblem hier nicht gelöst. Die Anzahl der Biogasanlagen steigt aber weiter und damit steigt auch der Flächenbedarf für den Anbau von Energiepflanzen sowie für die Verbringung der Gärreste.

      Im Landkreis Soltau-Fallingbostel (Niedersachsen) liegt der Flächenbedarf der Biogasanlagen bei ca. 28 %, Tendenz weiter steigend. Dadurch erhöht sich die Flächennachfrage, zwangsläufig verkleinert sich die Fläche für die Produktion von Lebensmitteln und das Angebot wird verringert. Im Landkreis Oberhavel (Brandenburg) gibt es mittlerweile 17 Biogasanlagen, zwei weitere sind genehmigt, drei weitere Anlagen in Planung.

      „Die Jägerschaft klagt in einigen Regionen Deutschlands über kaum noch zu bändigende Population an Wildschweinen, die durch den verstärkten Maisanbau immer bessere Futterquellen finden. Ebenso sind die Imker besorgt, da durch den Anbau von Energiepflanzen die Bienen immer weniger Nahrung finden und das Bienensterben neue erschreckende Ausmaße annimmt.“

      Jede dritte in Niedersachsen wachsende Maispflanze landet schon in einer Biogasanlage.

      Die benötigte Energiemenge wird durch diese Handhabung nicht beschafft und in der dritten Welt und hier steigen die Lebensmittelpreise. „Aus Lebensmitteln mit einem Wirkungsgrad von 20 Prozent Strom zu machen, ist verantwortungslos und unmoralisch.“

      http://www.juergenkeitel.homepage.t-online.de/xbiogas.htm

    • "In Afrika herrscht Hungersnot, durch die gestiegenen Rohstoffpreise und dem Klimawandel und WIR..."

      Wieder jemand der es nicht verstanden hat. In Afrika herrscht Hungersnot, weil die Preise bei uns so NIEDRIG sind. Klingt vielleicht komisch, ist aber so. Durch die riesigen Subventionen, die wir unserer Landwirtschaft hier gönnen, exportierten wir für wenig Geld Nahrungsmittel nach Afrika. Seit Jahren/Jahrzehnten. Dies hat die ganze Landwirtschaft überhaupt erst so zugrunde gerichtet und die Bauern sind nun nicht mehr fähig ohne die Gnade der 1. Welt ihre Bevölkerung zu ernähren. Auch etwas mehr Bildung (ohne Bild) würde uns nicht schaden, um dieses Problem zu erkennen.

      Zum Artikel: Schwach geschrieben, ist auf Sensation aus und nicht auf Information, Fakten teilweise (nicht alles) falsch. Aus wissentschaftlicher Sicht: PEINLICH

      Zu den Atomprokommentaren: In jedem Forum das Selbe. "Atom ist eben doch besser". Fragt doch mal Leute aus der Branche hinter vorgehaltener Hand. Das sind keine dummen Leute, die wissen nur wie sie ihr Produkt verkaufen müssen. Dieser Strom kommt den Steuerzahler nämlich teurer zu stehen. (siehe ein paar Kommentare vor mir)
      Nebenbei: Atomkraft kann wirklich ungefährlich sein. Dazu gehören nämlich z.B auch Kohlekraftwerke, Gaskraftwerke und Ölkraftwerke. Nur weil es in aller Munde ist, ist es nicht richtig. Es heißt Kernkraft. Frag mal einen Physiker, oder google.

    • "Aber jeder Anfang ist besser als Stillstand (den hatten wir ja sehr lange) ;-)))"

      Sie sagen es :-)

    • @ commaik

      Das Problem, das wir derzeit haben ist - die Politik will zwar im Ansatz das Richtige, aber in der Durchführung sind sie einfach mies. Wir schliddern von einem Extrem ins andere. Bis vor 2, 3 Monaten hieß es noch - Gelder für Ökoenergie werden gekappt, was wirklich ein falsches Signal war und ist, dafür wird die Laufzeit der AKW´s um Jahre verlängert. Ich persönlich bin der Meinung - jedes Material wird einmal "Alt". Mit jedem Jahr, was ein technisches Produkt länger läuft als die Zeit, für die es eigentlich geplant war, vergrößert sich das Risiko exorbitant. Bei nem Mixer ist das vielleicht kein problem, aber bei einem AKW?

      Sicherlich haben Sie Recht, das auch Biogasanlagen noch nicht der Weisheit letzter Schluss sind. auch hier könnte man sicherlich weiterforschen und entwickeln (was ja nun hoffentlich auch passiert) nur wenn man sich die Bereitstellung an Mitteln in den Letzten Jahren für Kernenergieforschungen und Ökologieenergieforschungen so ansieht, dann wird auch klar, warum es sehr schleppend voran ging. Hier wird das meiste Geld nämlich durch die Wirtschaft bereitgestellt im Gegensatz zur Kernenergie. Wie gesagt - und dann kam Ende letzten jahres auch noch die Kürzung der Förderung für Ökoenergie^^ (bei gleichzeitiger Erhöhung der Kernenergiesubventionen durch die EU).

      Wir haben viele Dinge, die krank machen können in unserer täglichen Umwelt. Diese zu eliminieren wäre das große Ziel. Und ich geben Ihnen Recht - Ökoenergie sollte immer Ökologisch erzeugt werden. Dies ist leider mit dem derzeitigen Gesetzesstand nicht vereinbar. Dafür müssen Gesetze zur Energiesenkung, ökologischer landnutzung ect. her. Leider ist unsere Regierung (egal welche es wäre) dazu nicht in der Lage dies umzusetzen, da hier derzeitige wirtschaftliche Interessen der ökologischen Ökonomie im Weg stehen. Dies wird sich auch in absehbarer Zeit nur marginal ändern - leider. Aber jeder Anfang ist besser als Stillstand (den hatten wir ja sehr lange) ;-)))

    • Da gebe ich Ihnen völlig Recht. Allerdings verfolge ich die Methoden sehr interessiert. Auch die Läufe der Testanlagen oder das Großprojekt im belgischen Mol.
      Generell denke ich das es eine gesunde MIschung sein sollte welche die Energie in Strom umwandelt. Alles auf die ÖkoKArte zu setzen wird nach hinten losgehen. Da verpasst Deutschland die Forschung an eben TS, LWR oder auch der Kernfusion. Was die Strahlung angeht...Ca 100km von hier entfernt liegen die "Uranmienen" der DDR...Ich habe selber regl. mit den Strahlenabteilungen im Gesundheitswesen zu tun (Forschung und Beahandlung)...ich habe sogar ein gefliestes Bad. Dies alles sind riesige Strahlenquellen. Aber keiner nimmt sie ernst. Auch darüber sollte man mal sprechen.
      Was die ÖkoSachen angeht, kenne ich "Todkranke" Mitarbeiter von Biogasanlagen, durfte mir bereits einen kontrollierten Abrand eines PV-Daches ansehen und habe bisher noch kein Angebot bekommen können was eine PV-Anlage in der Entsorgung kostet.
      Will sagen das alles ein Risiko birgt und man Risiken sinnvollerweise streuen sollte...Das aber findet im Moment und offensichtlich in Zukunft nicht statt.

    • Welche Kosten? Abbau der alten Anlagen (man kann nunmal nicht einfach abreißen...es braucht ca. 20 Jahre bei derzeitigen Stand bis sie "abgekühlt" genug sind und fertig zum Abriß, Lagerung ect.. Genauso lange wird es noch dauern, bis man Das Material überhaupt für z.B. Transmutation extrahieren kann. Frühestens in 10 jahren kann die erste Testanlage zur Transmutaion anlaufen ect. Und nun mal noch eine Frage, die nicht beantwortet werden kann derzeit - wieviel kann eine solche Anlage überhaupt - also so theoretisch - pro Jahr verarbeiten? Wieveile Solcher Anlagen bräuchte man also Weltweit um den im Jahr anfallenden NEUEN Atommüll zu neutralisieren geschweigedenn auch noch den Alten abbauen zu können? Immerhin geht es hier alleine Weltweit jedes Jahr um Millionen Tonnen verstrahlten Müll und nicht um ein paar Gramm^^

      Transmutation ist derzeit noch einfach Theorie auf dem Reißbrett mit ungewissem Ausgang. Das das in Zukunft vielleicht mal im großen Stil machbar ist, heißt doch nicht, das wir nun einfach getrost weiter machen können wie bisher - unsere Enkel werdens schon richten^^ Und es heißt doh auch nicht, das wir dann sofort alles wieder wegbekommen, was wir mal verbockt haben. Und es heißt auch nicht, das wir keine Endlagerung brauchen werden, keine Kosten mehr kommen und die Gefahr damit aus der Welt ist^^ Wie naiv muß man sein, um zu glauben nur weil man eine theoretische Möglichkeit gefunden zu haben scheint, das damit all unsere Probleme einfach aus der Welt sind.

      Vielleicht birgt diese Technik auch Risiken, die wir derzeit noch gar nicht sehen können, da es im großen Stil noch nie getestet wurde?

      Fragen über Fragen - also warum dann nicht an die Fakten halten die dem derzeitig wirklich machbaren entsprechen? Damit haben wir die nächsten 30 -50 Jahre genug Kosten, die Deutschland alleine durch die vorhandenen AKW´s entstehen und die wir alle tragen dürfen^^

      Übrigens - diese Forschung finanzieren auch WIR, die Steuerzahler, nicht die Stromriesen!

    • "...tut er aber nicht! Mehr muß ich wohl nicht sagen, oder?" - Doch doch, denn gerade hier wird es doch spannend! Welche exorbitanten Kosten bleiben bei Ihrer Rechnung denn übrig wenn man die Strahlenbelastung der KKW-Hinterlassenschaften außen vor lässt? - Meiner Meinung nach gibt es defakto nirgens Abfälle, nur Rohstoffe die entsprechend genutzt werden sollten! Und daher aus Interesse mal anders gefragt: welchen Abfall meinen Sie als Kostentreiber?

    • @ MaWo

      Nicht ganz...schließlich gab es schon sehr lange Anti Atom Bewegungen z.B. durch die "früheren" Grünen ect. Nur war die Lobby pro Atom einfach zu groß. Nun, das hat sich ja Gott sei Dank geändert.

      Nun werden sich die Aufgaben ändern, weil man nun Bewegungen ins Leben rufen muß, die für die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts trotz "Ökoenergiegewinnung" kämpfen müssen. Profitgier kennt nun einmal keine Moral und geht über Leichen - dies ab sofort zu verhindern wird eine Herausforderung für alle ;-)))

      Das dies möglich ist, das wurde ja erkannt, aber es ist halt im Moment noch weniger lukrativ für die Konten von wenigen - aber so ist nun einmal der Lauf der Wirtschaft - sie reagiert nur wenn der Druck der Masse zu groß wird und dann auch nur soweit, wie es unbedingt nötig ist.

    • @ Diamant,
      Korrekt - aber alles mit Duldung der Politik (aller Farbkonstellationen).

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