Arktische Eisbedeckung Klimawandel zwingt Eisbären zu Schwimm-Marathons

Im Sommer müssen Eisbären für Tage ins Wasser –  den Weg von den Frühjahrsjagdgründen zu den Sommergebieten legen sie schwimmend zurück. Durch den Klimawandel wird die kräftezehrende Reise immer länger.
  • Jan Dönges
Der Klimawandel zwingt die Tiere zu immer längeren Schwimmstrecken. Quelle: dpa
Eisbär in der Arktis

Der Klimawandel zwingt die Tiere zu immer längeren Schwimmstrecken.

(Foto: dpa)

HeidelbergWenn die arktische Eisbedeckung im Zuge des Klimawandels weiter zurückgeht, werden Eisbären zu immer ausgedehnteren Schwimmetappen gezwungen. Das geht aus einer Studie hervor, für die Forscher insgesamt 76 Eisbären mit Senderhalsbändern über Jahre mitverfolgt haben. Je geringer die Eisdecke, desto weiter die Distanz, die die Bären in einem kräftezehrenden Schwimm-Marathon überbrücken müssen.

Rekordhalter war bei der Untersuchung ein Tier, das über neun Tage hinweg im Wasser bleiben musste, ohne einmal einen Fuß an Land zu setzen. Die längste gemessene Schwimmdistanz lag bei 404 Kilometern.

Experten erwarten Rekord-Eisschwund in der Arktis
Arktisches Meereis
1 von 10

Wissenschaftler befürchten in diesem Sommer eine neue Rekordschmelze des Meereises in der Arktis. Die Auswertung von Satellitendaten habe gezeigt, dass das Eis schon im Sommer 2015 ausgesprochen dünn gewesen sei, teilten Meereisphysiker vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) am Donnerstag mit. Im letzten Winter habe sich zudem besonders wenig neues Eis gebildet.

Arktisches Meereis
2 von 10

Wie viel Meereis in den Sommermonaten in der Arktis schmilzt, hängt von den Windverhältnissen sowie den Luft- und Wassertemperaturen ab. Die Grundlagen werden aber im Winter davor gelegt.

Arktisches Eisfeld
3 von 10

Der besonders warme Winter in der Arktis hat dazu geführt, dass sich in vielen Gebieten nur sehr langsam neues Meereis gebildet hat. Das Eis ist in diesem Frühjahr so dünn wie im Negativrekordjahr 2012.

AWI-Forscher bei der Probennahme
4 von 10

Für die Prognose hatten die AWI-Wissenschaftler um den Meereisforscher Marcel Nicolaus die Satellitendaten zur Meereisdecke aus den vergangenen fünf Wintern ausgewertet.

Schneeboje auf dem arktischen Meereis
5 von 10

Wichtige Informationen lieferten auch sieben Schneebojen auf Eisschollen, die die Höhe der Schneedecke, die Lufttemperatur und den Luftdruck aufzeichnen.

Wichtiger Klimafaktor
6 von 10

Das Arktis-Eis beeinflusst das Klima der Erde, weil es Sonnenlicht und Hitze reflektiert, die ansonsten das Wasser aufnehmen würde. So bleibt die Nordhalbkugel kühler.

Zusammenhang mit dem Klimawandel
7 von 10

Forschern zufolge schrumpft das Eis seit Jahrzehnten. „Das hängt ganz klar mit dem Klimawandel zusammen“, so Nicolaus im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Die Tiere überqueren dabei das offene Meer zwischen ihren Frühjahrsjagdgründen an der Packeiskante und den bevorzugten Sommeraufenthaltsgebieten auf dem Festland. Nicholas Pilfold von der University of Alberta in Kanada und seine Kollegen sammelten die Daten zwischen 2007 und 2012. Der Abgleich mit ähnlichen Erhebungen aus den Jahren davor, belegte die Abhängigkeit der Schwimmstrecke von der jährlichen Eisbedeckung.

Im Schnitt legten die Tiere bei den 100 beobachteten Schwimmereignissen fast 100 Kilometer pro Etappe zurück. Dazu waren die Tiere im Mittel dreieinhalb Tage im Wasser. Dies galt für Tiere im Gebiet der Beaufortsee im Norden Kanadas und Alaskas.

59 weitere Tiere aus der Hudson Bay schwammen insgesamt sehr viel seltener. Auch gab es Verhaltensunterschiede je nach Alter und Geschlecht. Weibchen mit Nachwuchs legten die geringsten Distanzen zurück.

Startseite

Mehr zu: Arktische Eisbedeckung - Klimawandel zwingt Eisbären zu Schwimm-Marathons

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%