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Arktischer Ozean Das letzte „ewige“ Eis verschwindet

Das Meer vor der Nordküste Grönlands galt als letzte Bastion des ewigen Eises gegen den Klimawandel. Doch diese Bastion bröckelt.
24.08.2018 - 12:01 Uhr Kommentieren
Der Schwund des arktischen Meereises wird zunehmend zum Problem für Eisbären. Quelle: dpa
Ewiges Eis taut weg

Der Schwund des arktischen Meereises wird zunehmend zum Problem für Eisbären.

(Foto: dpa)

Heidelberg Der Klimawandel in der Arktis hat eine weitere symbolische Schwelle überschritten: Die letzte Bastion des ältesten und dicksten Meereises, dessen hausgroße Klippen sich seit Menschengedenken unverrückbar vor der Nordküste Grönlands stapelten, ist dieses Jahr gefallen – und zwar gleich zweimal.

Schon im Februar und März 2018 öffnete sich eine Wasserfläche, wo vorher im Durchschnitt vier Meter dickes Eis auch im Sommer die Küste fest umklammerte. Bisher gingen Fachleute davon aus, dass dieses Eisgebiet das letzte „ewige“ Eis des Nordpolarmeers sein würde – rund ums Jahr an der Küste festgefroren, selbst wenn das restliche Meereis im Sommer verschwindet.

Nun zeigen Satellitenbilder, dass das Phänomen Anfang August erneut auftrat: Nach einer ungewöhnlichen Wärmeperiode trieb Wind das Eis wieder von der Küste weg.

Kaum noch altes Eis am Nordpol
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Rund um den Nordpol gibt es fast kein mehrere Jahre altes Eis mehr. Das hat die jüngste Arktis-Expedition des Forschungseisbrechers „Polarstern“ gezeigt, der am Donnerstag in seinen Heimathafen Bremerhaven zurückgekehrt ist.

(Foto: © Ingo ArndtAWI)
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Zum dritten Mal in seiner 30-jährigen Geschichte hatte das Flaggschiff des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) den Nordpol überquert.

(Foto: Mario HoppmannAWI)
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Auf dem Weg sei das Schiff durch so dünnes Eis wie nie zuvor gefahren, sagte Kapitän Stefan Schwarze, der schon bei den Fahrten 1991 und 2001 dabei war. „Damals war es harte Arbeit, sich durchs Eis zu kämpfen. Jetzt konnten wir zügig fahren.“

(Foto: Mario HoppmannAWI)
Eisdickenmessung Ice thickness measurementsPolarstern
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Bei ihren Eisdickemessungen entlang einer rund 2500 Kilometer langen Linie fanden die Meeresphysiker des AWI überwiegend nur 90 Zentimeter dickes Eis, wie es sich während eines arktischen Winters auf der Meeresoberfläche bildet.

(Foto: © Stefan HendricksAWI)
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Lediglich vor dem Kanadischen Archipel und in der Nähe der nordsibirischen Inselgruppe entdeckten die Forscher noch größere Mengen mehrjährigen Eises, das zwischen zwei und fünf Metern dick ist.

(Foto: Oliver ZenkAWI)
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Nach Einschätzung der AWI-Forscher schmilzt das Eis schneller als in den bisherigen Prognosen zu den Folgen des Klimawandels vorhergesagt. Spätestens bis Mitte dieses Jahrhunderts werde das mehrjährige Eis vollständig verschwunden sein.

(Foto: Mario HoppmannAWI)
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In diesem Sommer hat die Eisschmelze im Arktischen Ozean die Ausmaße des Rekordminimums von 2007 erreicht. Vor vier Jahren habe sich aber Ende September beispielsweise auf der Laptewsee wieder erstes Eis gebildet, sagte die Leiterin der Expedition, Ursula Schauer. „Dieses Mal war von Eisbildung weit und breit nichts zu sehen.“

(Foto: Stefan HendricksAWI)

Bereits im Frühjahr waren die Temperaturen ungewöhnlich hoch, bevor das Eis aufbrach – ein Indiz dafür, dass nicht allein ungewöhnliche Windbedingungen das Meereis von der Küste wegtrieben. Im Norden Grönlands sammelt sich das dickste und stabilste Eis, weil die Transpolardrift, ein großräumiges Muster der Eisbewegung, es dort an die Küste drückt.

Bis zu 20 Meter dicke Presswälle bilden sich dort zwischen den aufgetürmten Schollen; das dicke Eis ist so stabil und unbeweglich, dass es auch im Sommer bisher nicht schmolz. Nun hat sich dieses stabile Paket aufgelöst. Vermutlich wird dadurch ein Teil des bisher für stabil gehaltenen mehrjährigen Eises schneller schmelzen.

Fachleute fürchten auch um die Zukunft der Eisbären im Norden Grönlands, für die geschlossenes Meereis an der Küste Lebensgrundlage ist. Allerdings ist unklar, welche weitere Bedeutung das Ereignis hat: Bedeutet es, dass der Nordozean noch schneller als gedacht im Sommer eisfrei sein wird, weil das letzte mehrjährige Eis nun verschwindet? Oder ist das offene Wasser an einem bislang ungeahnten Ort nur ein weiteres Symbol für den Wandel in der Arktis? Die richtige Antwort suchen die Forscher noch.

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