Artenschutz Hawaii streitet über tödlichen Katzenkot

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Hawaiis sensibles Ökosystem ist besonders gefährdet
Die Art gilt als stark gefährdet. Parasiten aus dem Katzenkot stellen für die Tiere eine tödliche Bedrohung dar. Quelle: AP
Tote Mönchsrobbe am Strand von Honolulu

Die Art gilt als stark gefährdet. Parasiten aus dem Katzenkot stellen für die Tiere eine tödliche Bedrohung dar.

(Foto: AP)

Viele Städte haben es mit streunenden Katzen zu tun. Aber in Hawaii sind sie wegen des sensiblen Ökosystems und bedrohter einheimischer Arten eine besondere Herausforderung, wie Experten sagen. Nur zwei Säugetierarten stammen ursprünglich von der Insel: neben der Hawaii-Mönchsrobbe die Eisgraue Fledermaus. Alle anderen Tiere – von Rehen über Ziegen bis hin zu Mangusten – wurden von außen eingeführt, wie Expertin Angela Amlin von der NOAA erläutert.

Es gibt viele Gefahren für die Hawaii-Mönchsrobben, darunter Müllablagerung im Wasser und der Klimawandel. Aber was Krankheiten betreffe, gehe die größte Bedrohung von streunenden Katzen aus, sagt Amlin.

„Als Umweltschützer müssen wir wirklich auf das achten, was das einheimische Ökosystem beinhaltet, und Katzen sind leider kein Teil davon“, sagt die Expertin. „Was streunende Katzen betrifft, sollte es ein Programm geben, diese Tiere zu fangen, jene zu adoptieren, die dafür geeignet sind, und die anderen, die es nicht sind, schmerzlos einzuschläfern.“

Das kommt für andere Tierschützer nicht in Frage. Tiere mit Etiketten wie „einheimisch“ und „hinzugezogen“ zu versehen schaffe eine „Hierarchie, bei der der Schutz bestimmter Tiere auf Kosten des Leidens anderer geht“, argumentiert die hawaiische Vorsitzende der Tierschutzorganisation Humane Society, Pamela Brown. Andere Fürsprecher sehen es ähnlich, schlagen vor, streunende Katzen zu fangen und sie dann sterilisieren zu lassen, um eine weitere Ausbreitung zu begrenzen.

Erfolgreiches Management-Programm

Auf dem Manoa-Campus der University of Hawaii in Honolulu wurde ein solches Management-Programm gestartet, nachdem es eine Flut von Beschwerden über den Gestank von Kot und Urin Hunderter Katzen gegeben hatte. Das Projekt läuft seit 2011 und scheint die Zahl der Tiere verringert zu haben, wie Roxanne Adams von der Uni-Verwaltung sagt.

Katzen einzuschläfern sei inakzeptabel, es sei denn, sie seien extrem krank, erklärt Alicia Maluafiti, Leiterin der Tierschutzgruppe Poi Dogs and Popoki. Sie widerspricht der Verallgemeinerung, „dass für Katzenliebhaber Katzen wichtiger sind als diese bedrohten Tierarten. Wogegen wir schlicht sind, ist ein pauschales Töten, die Vernichtung einer Art zugunsten einer anderen“.

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