Artenschutz Mit Elfenbein-Kunst Wilderer entlarven

Mit Untersuchungen an Elfenbein-Artefakten können Wissenschaftler ermitteln, wo und wann Elefanten wegen ihrer Stoßzähne getötet wurden. So unterstützen sie die Behörden im Kampf gegen Wilderei.
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Artenschutz: News über seltene und gefährdete Spezies
Begehrte Schmugglerware

Trotz des internationalen Handelsverbots für Elfenbein werden jedes Jahr tausende Elefanten wegen ihrer Stoßzähne getötet. (Foto: dpa)

AlbanyMit moderner Analysetechnik versuchen US-Wissenschaftler, der illegalen Elefantenjagd in Afrika Einhalt zu gebieten. Dazu entnehmen sie Proben aus beschlagnahmter Elfenbeinkunst wie Schmuck oder Statuen chinesischer Gottheiten und ermitteln mithilfe der C14-Datierung den Todeszeitpunkt der Tiere. Diese Daten werden mit einer DNA-Datenbank zu Kotproben abgeglichen, um die Hotspots der Wilderei zu ermitteln.

Zwar führen die Erkenntnisse der Wissenschaftler nicht gleich zur Verurteilung der illegalen Elefantenjäger, doch können sie immerhin den Weg eines Stoßzahns nachverfolgen, der einem Elefanten der afrikanischen Savanne gehörte, in Asien zu einer Gottesstatue wurde und schließlich für umgerechnet 59.000 Euro in einem Antiquitätenladen in Manhattan landete.

„Es wird nicht nur für wissenschaftliche Zwecke hilfreich sein, sondern auch, um Menschen von den individuellen Leben der Elefanten zu erzählen, die als Kunstobjekte auf unseren Straßen landen“, erklärt Wendy Hapgood vom Wild Tomorrow Fund, der afrikanische Wildtierreservate, Kampagnen gegen die Wilderer und Maßnahmen gegen den Elfenbeinhandel unterstützt.

Die Giraffe steht jetzt auf der Roten Liste
Bedrohte Art
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Die Weltnaturschutzorganisation IUCN hat die Giraffe auf ihre Rote Liste der vom Aussterben gefährdeten Arten gesetzt. Ihre Population sei in den vergangenen 30 Jahren um bis zu 40 Prozent gesunken, teilten die Umweltschützer am Donnerstag (8.12.) mit.

Immer weniger Lebensraum
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Wurden 1985 noch rund 163.000 Exemplare gezählt worden, so waren es 2015 nur noch rund 97.000. Das liege vor allem daran, dass die Tiere immer weniger Lebensraum hätten und sie illegal gejagt würden, so die IUCN. Zudem trügen politische Unruhen in den Hauptverbreitungsgebieten der Tiere im Süden und Osten Afrikas zum Schwund der Bestände bei.

Nashorn
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Auch andere Großtiere des afrikanischen Kontinents stehen auf der Roten Liste. So etwa das Nashorn, das auf der Abschussliste von Wilderen weit oben steht, weil seinem Horn fälschlicherweise heilende Wirkung zugeschrieben wird. Sowohl die afrikanischen Breitmaul- und Spitzmaul-Nashörner, als auch die in Asien beheimateten Java-, Panzer- und Sumatra-Nashörner sind akut vom Aussterben bedroht.

Elefant
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Auch für Elefanten stellen Wilderer eine große Gefahr dar. Wegen der hohen Nachfrage nach Elfenbein werden die riesigen Tieren sogar in Nationalparks bejagt. In Afrika gibt es laut einer aktuellen Studie noch etwa 350.000 Tiere, jedes Jahr werden es etwa acht Prozent weniger. Noch dramatischer sieht die Lage für den Asiatischen Elefanten aus, laut der Naturschutzorganisation WWF leben in Asien nur noch zwischen 25.600 und 32.750 Tiere.

Menschenaffen
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Auch die Menschenaffen – Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans – stehen auf der Liste der bedrohten Arten. Weltweit gibt es noch rund 6000 Gorillas. Neben Wilderern bedrohen Infrastrukturprojekte und damit einhergehende Rodungen den Bestand der Tiere. Nach Schätzungen des WWF werden bis zum Jahr 2030 über 90 Prozent des heute noch vorhandenen Gorilla-Lebensraums zerstört sein.

Tiger
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Doch nicht nur Afrika steht im Fokus der Artenschützer. In Indien lebt mehr als die Hälfte der weltweit noch rund 3000 Tiger. Trotz Dutzender Schutzgebiete schwand ihre Zahl von etwa 5000 bis 7000 in den 90er Jahren, als ihr Lebensraum noch mehr als doppelt so groß war. Die Wilderei, getrieben von der Nachfrage nach Tigerteilen in der traditionellen chinesischen Medizin, stellt eine große Gefahr dar, ebenso wie die Abholzung von Wäldern und das Wachstum von Städten. Dadurch kommen die Großkatzen menschlichen Siedlungen immer näher und geraten in Konflikt mit Dorfbewohnern, die Angriffe auf sich selbst oder ihr Vieh fürchten.

Tiger
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Gründe für das Verschwinden des Tigers sind neben Trophäenjagd und organisierter Wilderei der Raubbau am Lebensraum der Tiere: Ihr einstiges Verbreitungsgebiet erstreckte sich vom Kaukasus über Indien und China bis nach Sibirien. Um 1900 gab es schätzungsweise noch 100.000 Tiger in ganz Asien. Mittlerweile haben die freilebenden Tiger noch rund 100.000 Quadratkilometer Lebensraum, wenn man alle Gebiete zusammenrechnet. Das entspricht der Fläche der Insel Neufundland vor der kanadischen Nordküste.

Für das Projekt wurden Proben aus 21 konfiszierten Statuen, Armreifen und Stoßzähnen entnommen – insgesamt hatte das Elfenbein aus einem Antiquitätenladen in Manhattan einen Wert von umgerechnet 3,7 Millionen Euro. Im August wurde es von einem Gesteinsbrecher im Central Park zerstört. Von Wissenschaftlern der Columbia University und der University of Washington, die zuvor schon wertvolle Informationen für die Strafverfolgung von Wilderen in Afrika und die Verfolgung von Elfenbeinschmugglern geliefert hatten, werden die Proben analysiert.

Die Population Afrikanischer Elefanten lag einst bei über einer Million, zwischen 2007 und 2014 sank sie laut des von Wildtierorganisationen finanzierten Great Elephant Census auf 350.000. Für den Rückgang um rund acht Prozent jährlich ist vor allem die illegale Jagd aufs Elfenbein verantwortlich.

Seit 1990 ist der Verkauf von Elfenbein über internationale Grenzen hinweg verboten. 2017 verbot der US Fish and Wildlife Service auch den inländischen kommerziellen Elfenbeinhandel nahezu vollständig und untersagte den Verkauf über Staatsgrenzen hinweg.

Hapgood und ihr Kollege John Steward sägten kürzlich in Albany Proben aus zwei riesigen Stoßzähnen, die von der Zerstörungsaktion im Central Park ausgenommen waren. Die Proben werden an den Geochemiker Kevin Uno an der Columbia University geschickt, der mithilfe der C14-Datierung ermittelt, wann der Elefant starb.

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