Atlantikinsel Südgeorgien Rattengift soll Vogelparadies retten

Die Insel Südgeorgien war einst ein Paradies für seltene Seevögel. Doch eingeschleppte Ratten und Mäuse haben die Bestände dramatisch dezimiert. Jetzt starten Naturschützer eine drastische Rettungsaktion.
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Eine Kolonie Königspinguine auf der Insel Südgeorgien. Das einstige Vogelparadies im Südatlantik leidet unter eingeschleppten Ratten und Mäusen. Quelle: dpa

Eine Kolonie Königspinguine auf der Insel Südgeorgien. Das einstige Vogelparadies im Südatlantik leidet unter eingeschleppten Ratten und Mäusen.

(Foto: dpa)

London/King Edward PointBis zu 100 Millionen Seevögel lebten einst auf Südgeorgien. Damit zählte die Insel im Südatlantik zu den wichtigsten Lebens- und Bruträumen auf hoher See überhaupt. Königspinguine, Wanderalbatrosse, Kapsturmvögel und viele andere fanden im Meer reichlich Nahrung und konnten ungestört ihre Jungen aufziehen. Dann kam James Cook – und mit seinem Schiff die Ratten.

„Die Insel ist nur noch ein Schatten ihrer selbst“, sagt Tony Martin, der an der Universität im schottischen Dundee über die Wiederherstellung von Lebensräumen forscht. Denn Ratten und Mäuse sind auf der Hauptinsel des britischen Überseegebiets Südgeorgien und Südliche Sandwichinseln zur Plage geworden.

Im Land der fliegenden Frösche
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Dank seiner ausgeprägten Häute zwischen den Fingern, den Zehen und an den Armen kann dieser Frosch bis zu 15 Meter weit von Baumkrone zu Baumkrone segeln. Dieser Fähigkeit verdankt er auch seinen Namen: Helenas fliegender Frosch (Rhacophorus helenae).

Bild: WWF

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Einen Schönheitswettbewerb wird die in Vietnam entdeckte Blattnasenfledermaus mit ihrer Blumenkohl-Nase wohl nicht gewinnen. Doch das Organ hilft ihr beim Navigieren durch Echolot.

Bild: WWF

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Eine Zorro-Maske scheint diese in Thailand entdeckte Wasserschlange zu tragen.

Bild: WWF

WWF neue Arten
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Dieses Riesen-Flughörnchen mit seinem markanten rot-weißem Fell wurde auf einem Buschfleischmarkt in Laos entdeckt.

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Die Riesenkrabbenspinne ohne Augen entdeckten Forscher in einer Höhle in Laos. Zur Rückbildung der Sehorgane kam es, weil die Spinnen komplett im Dunkeln leben.

Bild: WWF

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Diesen bislang unbekannten Vertreter der Schneidervögel entdeckten Forscher in Kambodscha. Insgesamt listet der WWF-Report "Mysterious Mekong" mehr als 360 neue Tier- und Pflanzenarten auf, die von Mitte 2012 bis Mitte 2013 erstmals beschrieben wurden.
Bild: WWF

Viele Vogelarten seien schlicht wehrlos gegen die Eindringlinge, die ihre Eier und Küken fressen. „Sie haben mehr als 90 Prozent der Vögel ausgerottet, die Kapitän Cook vorgefunden hat“, schätzt der Professor. 1775 hatte der berühmte Entdecker Südgeorgien und die umliegenden Inseln für Großbritannien in Besitz genommen.

Martin und sein Team wollen die Zeit auf Südgeorgien zurückdrehen. Wenn es nach Plan läuft, ist das Land bereits im Frühjahr ratten- und mäusefrei. 2011 verteilten die Artenschützer erstmals Giftköder auf einem Teil der rund 3800 Quadratkilometer großen, praktisch unbewohnten Insel, 2013 übersäten sie ein zweites Gebiet mit den tödlichen Leckerbissen. Nun soll die letzte Phase den Schädlingen endgültig den Garaus machen.

Doch das klingt einfacher, als es ist. Per Schiff müssen drei Hubschrauber und Treibstoff durch raue See nach Südgeorgien gebracht werden, berichtet Martin. Und die Helfer müssen gründlich arbeiten: „Es muss ein Köder für jede einzelne Ratte erreichbar sein“, betont der Projektleiter.

Tonnenweise Rattengift im Naturparadies klingt nicht gerade schonend. Tötet es auch Vögel? „Ja“, gibt Martin zu, „aber deren Populationen erholen sich – die der Ratten und Mäuse nicht.“ Die Regionalregierung des Überseegebiets hat dazu einen Bericht veröffentlicht. „Der Nutzen der Nagerentfernung für die ganze Insel überwiegt bei weitem die kurzfristigen Auswirkungen auf eine kleine Zahl von Arten“, heißt es dort.

Auf anderen Inseln schon erfolgreich
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