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Ausgezeichnete Geschäftsideen Aus Abfallwärme Geld machen

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"Als Faymonville mir damals seine Idee mit dem Wärmetransport per Container schmackhaft machen wollte, war mir klar, ganz so einfach wie es sich anhörte, würde es nicht werden", erinnert sich der Physiker, der in seinem Leben schon so manche knifflige technische Lösung entwickelt und zur Marktreife gebracht hat.

Doch bei der neuen Herausforderung geht es nur in zweiter Linie um Technik. "Das Speichern der Wärme ist im Vergleich dazu trivial", sagt Etzkorn. Das Problem sei die Logistik. "Wie bekommt man es hin, Wärme just-in-time zu liefern?", fragte sich der LaTherm-Gründer. Nur dann könne man damit Geld verdienen, war er sich sicher.

Als Erstes suchte sich Etzkorn einen Partner, der sich vor allem um die Finanzierung des neuen Unternehmens kümmern sollte. Auch hier half das Netzwerk weiter. Kai Petersen kannte er aus früheren Zeiten. Der 41-jährige Diplom-Informatiker hatte Erfahrung bei der Suche nach Investoren: Mitte der 1990er hatte er einen Internet-Dienstleister mitgegründet, der wenige Jahre später an ein US-Unternehmen veräußert wurde. In den Jahren 2001 bis 2005 war er für ein risikokapitalfinanziertes Maschinenbau-Unternehmen in Berlin tätig.

Petersen beteiligte sich mit LaTherm an dem Gründerwettbewerb der Wirtschaftsförderung Dortmund. Mit Erfolg: Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Runde gewann das Unternehmen. "Das brachte uns öffentliche Anerkennung in der Region - und auch erste Anfragen", erzählt Petersen. Auch die Kooperation mit den Dortmunder Stadtwerken sei daraus entstanden, mit denen das Unternehmen nun am Montag das erste Pilotprojekt startete.

"In den nächsten Monaten werden wir Messdaten sammeln, um den Container zu optimieren - das Be- und Entladen der Energie", sagt Etzkorn. Anschließend müsse die Logistik entwickelt werden, die von einer Software zentral gesteuert wird. Es werde sicher noch zwei Jahre dauern, bis ein ausgereiftes System verfügbar sei, so der technische Geschäftsführer. Spätestens dann will Petersen durchstarten. "Die Zeit arbeitet für uns", sagt der Finanzchef. Auch wenn die Energiepreise wieder zurück gegangen seien, langfristig würden sie wieder anziehen. "Durch die stark gestiegenen Kosten für die Wärmeversorgung mit Öl oder Gas ist unser Geschäftskonzept erst wirtschaftlich geworden", so Petersen.

Aber auch für die Wärmelieferanten bietet "die Energie auf Rädern" Anreize. "Sie können ihre Energieeffizienz ohne große Investitionen steigern", erklärt Petersen. Darüber hinaus könnten einige Firmen durch die Wärmelieferung CO2-Zertifikate erzielen. Eine vollständig CO2-neutrale Wärmeversorgung könne man zwar noch nicht bieten, das gelinge erst, wenn der Containertransport ausschließlich mit Biodiesel durchgeführt würde. "Bis dahin sind wir nur in hohem Maße CO2 -effizient, da der Transport nur einen geringen Teil der Energie verbraucht, die der Container in Form von Wärme beim Kunden anliefert", sagt der LaTherm-Geschäftsführer.

Die Wärmeversorgung lohnt sich derzeit nur über eine Distanz von maximal 20Kilometern. Nach dem Ausbau des Projekts in Dortmund will LaTherm weitere Standorte aufbauen. "Darüber hinaus planen wir, zusätzliche Versorgungsgebiete gemeinsam mit Partnern zu erschließen", sagt Petersen.

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1 Kommentar zu "Ausgezeichnete Geschäftsideen: Aus Abfallwärme Geld machen"

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  • Heizen mit Abfallwärme - gut, dass es pfiffige ingenieure gibt, die sowas möglich machen. Wenn man bedenkt, wieviel wertvolle Wärme noch ungenutzt als Abwärme verpufft, ist das wirklich eine tolle Sache.