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Baustoff erzeugt Solarstrom Mit diesem Beton wird das Haus zum Kraftwerk

Mit ein paar Schichten aus alltäglichen Zutaten wird aus Beton ein Sonnenkraftwerk: Der Baustoff, den Kasseler Forscher entwickelt haben, wird mit einer Solarzelle beschichtet. Fruchtsaft spielte dabei auch eine Rolle.
2 Kommentare
Dyscrete-Protoyp mit rotem Farbstoff: Beitrag zu einer nachhaltigen und dezentralen Energieversorgung. Bild: Klussmann/Klooster/Bau Kunst Erfinden

Dyscrete-Protoyp mit rotem Farbstoff: Beitrag zu einer nachhaltigen und dezentralen Energieversorgung.

Bild: Klussmann/Klooster/Bau Kunst Erfinden

BerlinMit diesem Baustoff wird ein Haus zum eigenen Kraftwerk: Forscher der Universität Kassel haben einen Beton entwickelt, der aus Sonnenlicht Strom gewinnt. Dyscrete haben die Wissenschaftler ihren Baustoff genannt. Es ist ein leitfähiger Beton, der mit einer Farbstoffsolarzelle beschichtet ist.

Der Beton fungiert dabei als Elektrode. Die Solarzelle wandelt das Sonnenlicht nach dem Prinzip der Photosynthese in elektrischen Strom.

Die Farbstoffsolarzelle oder Grätzel-Zelle besteht aus Schichten aus Titandioxid, einer organischen Flüssigkeit, einem Elektrolyt, Graphit sowie einer transparenten Oberfläche. Die organische Flüssigkeit absorbiert dabei das Licht – wie das Chlorophyll in einem Blatt. Anfangs experimentierten die Forscher mit Johannisbeersaft. Inzwischen nutzen sie aber andere organische Farbstoffe.

Die Grätzel-Zelle selbst ist nicht neu – sie wurde Anfang der 1990er-Jahre vom Namensgeber Michael Grätzel an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne entwickelt. Die Forscher der interdisziplinären Plattform Bau Kunst Erfinden haben sie erstmals mit einem Baustoff kombiniert.

Vorteil einer solchen Solarzelle sind die vergleichsweise geringen Kosten: Die Materialien sind einfach zu beschaffen, umweltfreundlich und zudem abbaubar. Die Herstellung ist günstiger als die einer Photovoltaikzelle aus Silizium.

Anders als eine solche Zelle liefert eine Grätzel-Zelle zudem auch schon bei relativ wenig Licht Strom. Die Forscher wollen einen Wirkungsgrad von 2 Prozent erreichen. Prototypen ihres Baustoffs präsentieren sie auf der Messe Bau, die vom 19. bis zum 25. Januar in München stattfindet.

„Unser Ziel ist es, ein Material zu entwickeln, das in Zukunft in der Bauwirtschaft eingesetzt werden kann, beispielsweise für Fertigteile im Hochbau, Fassaden-Elemente und neuartige Wandsysteme“, sagt Projektleiterin Heike Klussmann. „Zugleich liefert es als Solarzelle einen Beitrag zu einer nachhaltigen und dezentralen Energieversorgung.“

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2 Kommentare zu "Baustoff erzeugt Solarstrom: Mit diesem Beton wird das Haus zum Kraftwerk"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Etwas konkreter mit öffentlich zugänglichen Nachweisen wäre förderlich.

  • Naja,,ob die Optik dann überzeugt, ist eine andere Frage und die Haltbarkeit der Farbe eine Weitere.
    Ich Frage mich,,wie soll man mit Beton Häuser bauen ohne Dampfsperren?
    Ich möchte nicht mit 5.000 Giftstoffen und einem Anfall von ca. 11 Liter Feuchtigkeit pro Tag (Vier-Personen Haushalt).
    Mit Stoßlüften ist in dampfdichten Häusern nichts mehr zumretten.
    Wer baut, sollte sich intensiv um das Thema Dampfbremse etc. Gedanken machen.
    Leider ist die damals von Rot/Grün beschlossenen Energiesparverordnung grottendämllich und Schwarz/gelb, bzw. die Groko hat sie nur verschlimmbessert und das, obwohl Merkel Physikerin ist. Hoffentlch kommt mal irgendwann die Zeit, in der sich die Politik in solch einem wichtigen Bereich die Entscheidungen nicht von der Dämmstofflobby (Parteispenden und Beraterverträgen sei Dank) diktieren läßt, sonder sich an physikalisch, technischen Gegebenheiten und dem Stand der Forschung richtet.
    Selbst staatlich geförderte Institute, wie die Frauenhofer Gesellschaften äussern sich mehr als kritisch über diesen Gesetzesmüll.
    doch geändert hat sich bisher nichts.

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