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Bedrohte Aas-Vertilger Warum das Geier-Sterben auch dem Menschen schadet

Einst bevölkerten sie zu zehntausenden den Himmel, jetzt sind viele Geier-Arten vom Aussterben bedroht. Doch das weltweit zu beobachtende Verschwinden der Aasverwerter schadet auch dem Menschen.
Geier zählen mittlerweile zu den am stärksten bedrohten Tiergruppen der Erde. Quelle: dpa
Bedrohte Aasfresser

Geier zählen mittlerweile zu den am stärksten bedrohten Tiergruppen der Erde.

(Foto: dpa)

Heidelberg Geier spielen im Kreislauf der Natur eine Schlüsselrolle: Sie beseitigen Kadaver nahezu restlos; selbst Knochen werden noch verwertet. Damit verhindern sie, dass sich Tierseuchen ausbreiten können, und führen Nährstoffe wieder ins Ökosystem zurück.

Welche Folgen es hat, wenn die Aasverwerter verschwinden, zeigte sich deutlich in Indien: Ausgelöst durch ein in der Tiermedizin verwendetes Medikament mit dem Wirkstoff Diclofenac kam es zu einem großflächigen und massiven Geiersterben, das Millionen der Tiere das Leben kostete.

Höllische Hühner und Kornkreise im Meer
Kornkreise im Meer: Torquigener albomaculosus (Japan)
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Auch der Meeresboden hat seine Kornkreise. Runde Formen, etwa zwei Meter breit, haben Wissenschaftler bislang vor ein Rätsel gestellt. Jetzt kennen sie den Verursacher: Ein bislang unbekannter Fisch namens ...

(Foto: dpa)
Kornkreise im Meer: Torquigener albomaculosus (Japan)
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... Torquigener albomaculosus. Die Männchen dieser Art graben die kornkreisförmigen Nester, um Weibchen zu beeindrucken. Die hohen Ränder sollen die Eier schützen.

(Foto: dpa)
Koralle am Berghang: Balanophora coralliformis (Philippinen)
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Auch wenn ihr Aussehen an eine Koralle erinnert, Balanophora coralliformis ist kein Nesseltier, sondern eine Pflanze. Und sie lebt auch nicht unter Wasser. Trotzdem war sie lange dem Blick der Forscher verborgen. Denn es gibt nur wenige (gezählt wurden etwa 50) und die nur in Höhen zwischen 1500 und 1700 Metern an einem Berghang auf der philippinischen Insel Luzon.

(Foto: dpa)
Mysteriöser Tiefseebewohner: Dendrogramma enigmatica (Australien)
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Das Tier ist gerade einmal einen Zentimeter groß und lebt in 1000 Meter Tiefe vor der Küste Australiens. Der Winzling, der wie ein Pilz aussieht, stellt die Wissenschaft vor ein Rätsel. Ist Dendrogramma enigmatica verwandt mit Quallen oder Korallen? Oder gehört der geheimnisvolle Tiefseebewohner gar einem neuen Stamm an? Wenige Lebewesen lassen so viele Fragen offen wie dieses. (Foto: Wikipedia CC BY 4.0)

Unbekannte Schöne: Phyllodesmium acanthorhinum (Japan)
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Vielleicht die schönste der neuen Arten lebt im Meer vor Japan und ist gerade 17 bis 28 Millimeter groß: Phyllodesmium acanthorhinum, eine aufregend gefärbte Schnecke in Rot, Blau, Weiß oder sogar Gold. Die neue Art erlaubt auch einen Einblick in die Lebensweise der Seeschnecken - inklusive ihres komplizierten Verdauungssystems.

(Foto: dpa)
Tierischer Zweig: Phryganistria tamdaoensis (Vietnam)
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Bei diesem Aussehen ist es kein Wunder, dass Forscher Phryganistria tamdaoensis trotz der Größe von 25 Zentimetern bisher übersehen haben. Das Tier erinnert eher an einen Zweig und ist perfekt getarnt. So gut, dass es unentdeckt blieb, obwohl es im Tam-Dao-Nationalpark in Nordvietnam lebt, einem Lieblingsziel von Naturforschern.

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Lebendgebärender Frosch: Limnonectes larvaepartus (Indonesien)
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Froschweibchen legen Laich ab, die vom Männchen danach befruchtet werden. Nicht so aber bei Limnonectes larvaepartus. Die Befruchtung findet im Körper statt und das Weibchen bringt Kaulquappen zur Welt. In einem Fall fand eine Geburt sogar in der Hand eines Forschers statt. Die Tiere sind gerade vier Zentimeter groß und leben auf der indonesischen Insel Sulawesi.

(Foto: dpa)

Totes Vieh bleibt daher in der Landschaft liegen und ernährt eine wachsende Zahl verwilderter Haushunde, die jedoch für Tollwut anfällig sind und die Krankheit auch auf Menschen übertragen. Mindestens 20.000 Menschen sterben jährlich in Indien an Tollwut, und die Zahl der Toten stieg infolge des Geiersterbens.

Noch vor wenigen Jahrzehnten gehörten Indiens Geierarten zu den häufigsten Greifvögeln der Erde, heute gelten drei von ihnen als vom Aussterben bedroht. Und diese Artenschutzkrise weitet sich zunehmend auf Afrika aus, wie die neue Rote Liste der gefährdeten Vogelarten von Birdlife International belegt.

Sechs der elf afrikanischen Geierspezies gelten mittlerweile als akut im Bestand bedroht, obwohl sie auch in Afrika ein sehr wichtiger Bestandteil der Natur und der ökologischen Gesundheit sind. In Westafrika sind demnach seit Ende der 1980er Jahre 98 Prozent der Geier außerhalb von Schutzgebieten verschwunden. In Südafrika verschwanden 60 bis 70 Prozent aller Kapgeier während der letzten Jahrzehnte.

Gezielte Vergiftung
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