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BP-Katastrophe Wo das Öl geblieben ist

Über Monate hinweg sind Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko geströmt. Nur ein kleiner Teil konnte abgefangen oder aufgesaugt werden. Über den Verbleib von mehr als 500 Millionen Liter können Wissenschaftler derzeit nur rätseln. Das schwarze Gift, so die Befürchtung, könnte zu einer chronischen Verseuchung der Ökosysteme im Golf führen.
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Seit Monaten arbeiten Helfer mit großem Einsatz daran, das Öl aus dem Meer von den Stränden zu entfernen. Quelle: ap

Seit Monaten arbeiten Helfer mit großem Einsatz daran, das Öl aus dem Meer von den Stränden zu entfernen.

(Foto: ap)

DÜSSELDORF. Als BP-Einsatzmanager zur Bekämpfung der Ölpest im Golf von Mexiko ist Doug Suttles derzeit vor allem daran interessiert Optimismus zu verbreiten. Vor diesem Hintergrund muss man wohl seine jüngste Äußerung zur Qualität der Meerestiere in der von der Ölkatastrophe betroffenen Region werten. Befragt, ob er ein dort gefangenes Tier verzehren würde, antwortete Suttles ohne großes Überlegen: „Auf jeden Fall würde ich das.“

Gut möglich, dass dem Manager der Bissen im Hals stecken bliebe. Zwar haben die Behörden des US-Bundesstaates Louisiana vor wenigen Tagen einen Teil der Küstengewässer für den Fischfang wieder freigegeben, nachdem der Ölteppich auf dem Wasser überraschend schnell verschwunden war. Doch die Daten, die Wissenschaftler wie Caz Taylor von der Tulane-Universität in New Orleans gesammelt haben, lassen befürchten, dass das Öl im Meer weiterhin Tiere und Pflanzen schädigt.

Taylor hatte junge Blaukrabben aus dem Golf untersucht und unter deren transparenter Schale orange Klümpchen entdeckt – ein Hinweis darauf, dass sich die Tiere in ölhaltigem Wasser gehäutet haben. Als Teil der Nahrungskette könnten die Krabben diese Rückstände an andere Tiere weitergeben. Mit Folgen, die noch gar nicht absehbar seien, so die Forscherin.

Tatsächlich erzählen die Erfolgsmeldungen der vergangenen Tage über den sich schnell auflösenden Ölteppich nur die halbe Wahrheit. Denn auch wenn der schwarze Giftstoff nicht mehr an der Oberfläche treibt, aus dem Wasser verschwunden ist er keineswegs. Nach Berechnungen der „Washington Post“ wurden von den geschätzt 820 Millionen Liter Öl, die seit dem Untergang der Plattform „Deepwater Horizon“ ins Meer geströmt sind, etwa 130 Millionen von der Oberfläche abgeschöpft. Weitere 128 Millionen konnten direkt an der Quelle abgefangen und auf Schiffe abgepumpt werden. Durch gezieltes Abbrennen wurden weitere 41 Millionen Liter von der Wasseroberfläche entfernt.

Bleibt ein Rest von mehr als 520 Millionen Liter, über dessen Verbleib Wissenschaftler derzeit nur spekulieren können. Ein kleinerer Teil davon wurde an Land gespült und verschmutzte insgesamt rund 1000 Kilometer Küstenlinie entlang des Golfs von Mexiko. Der größere Teil entzieht sich derzeit noch einer genaueren Ortung. Wissenschaftler befürchten, dass er als tödlicher Nebel unter der Wasseroberfläche treibt und bis weit in die Tiefsee hinab Tiere und Pflanzen schädigt.

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1 Kommentar zu "BP-Katastrophe: Wo das Öl geblieben ist"

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  • Mal kurz durchrechnen, was das für unseren Planeten eigentlich bedeutet.
    1 Tropfen Rohöl verseucht 1000 L Wasser.
    1 L Wasser sind ca. 50.000 Tropfen.
    Mhhhhhh - 520 Mio. Rohöl sind schätzungsweise in den Golf geflossen.
    Mhhhhh - 1L Rohöl verseuchen somit 50.000.000 Mio. L Wasser.
    Mhhhhh - 520 Mio.L Rohöl verseuchen dann 26 billiarden L Wasser (15 Nullen hinter der 26!!!)
    Schon krank!
    Die 90 Mio. L Rohöl die diese Woche ins Gelbe Meer geflossen sind, habe ich jetzt mal außen vorgelassen. Wird mir dann doch zu kompliziert, das ganze Rechengedöns.