Ökologische Forstwirtschaft Bäume – eine Anlagenklasse von höchstem Nutzen

Mit Bäumen Geld verdienen: Das Bonner Unternehmen ForestFinance bietet Waldinvestments an, die nicht nur finanzielle Erträge versprechen, sondern auch eine ökologischere Forstwirtschaft.
  • Nina Siegal
Aufforstungsprogramme mit finanzieller Unterstützung der Privatwirtschaft. Quelle: dpa
Wald als Anlageobjekt

Aufforstungsprogramme mit finanzieller Unterstützung der Privatwirtschaft.

(Foto: dpa)

Jahrelang galt: Der Schutz der Wälder gehört zu den Aufgaben von Wohltätigkeitsvereinen. Harry Assenmacher hielt das stets für einen Irrglauben. „Um Gutes für die Umwelt zu tun, muss man das Wirtschaftssystem ändern“, sagt der deutsche Umweltschützer.

Assenmacher ist davon überzeugt, dass Ökologen und Wohlfahrtsverbände allein nicht dazu in der Lage sind, gegen den Klimawandel anzukämpfen. Ein groß angelegtes und sinnvolles Aufforstungsprogramm erfordert vielmehr die finanzielle Unterstützung von der Privatwirtschaft. Deshalb wurde Assenmacher Unternehmer.

2005 gründete er in Bonn die Firma ForestFinance. Statt klassischer Aktien oder Anleihen verkauft Assenmacher „nachhaltige Forstprodukte“ als Anlageklasse. Das Unternehmen lädt Investoren dazu ein, Anteile von einzelnen Bäumen oder ganzen Wäldern zu erwerben, die nachhaltig und ethisch korrekt bewirtschaftet werden.

So gehen Bäume „Made in Germany“
Ballenstecher
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Mit einem solchen Ballenstecher werden die Bäume alle vier bis fünf Jahre verpflanzt. Sie werden dann in einem größeren Abstand wieder eingesetzt. Das verhindert, dass die Wurzeln zu weit auswuchern und der Baum später nicht mehr verpflanzt werden kann.

Sträucher
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Bei der Baumschule Lorberg werden aber nicht nur große Bäume verkauft, sondern auch Hortensien. Im Jahr verlassen rund 5000 Stück die Baumschule; das entspricht in etwa einem solchen Feld.

Bäume an prominenten Plätzen
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Auch vor der Elbphilharmonie in Hamburg stehen Lorberg-Bäume. Dieser Baum ist eine Robinie und wurde 2011 gepflanzt. Fünf weitere Bäume, auch in der Größe von 12 bis 15 Metern, folgen noch in den nächsten Baujahren.

Riesen-Bonsai
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Bonsai gibt es nicht nur in klein. Dieser Riesen-Bonsai namens Niwaki hat feine bläuliche Nadeln. Die Pflanze ist etwa 50 Jahre alt und brauchte rund 25 Jahre bis sie diese Form erreicht hat. Wer ihn haben möchte, muss 35.000 Euro auf den Tisch legen.

Bis zu fünf Jahre Formbildung
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Zwischen 6000 und 9000 Euro kostet so eine normale Waldkiefer in Pinienform. Bis der Baum eine solche Form erreicht, dauert es zwischen drei und fünf Jahren.

Umringt
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Diese Schwarzkiefern haben einen Springring um sich. Mit diesem überdimensionierten durchlöcherten Pflanzcontainer wird verhindert, dass die Wurzeln im Kreis wachsen, wenn sie an den Rand stoßen. Mit Wurzeln, die im Kreis führen, würde der Baum später nur schwer wieder anwachsen. Vor dem Transport kommt der Springring aber wieder ab.

In Panama, Kolumbien, Peru und Vietnam beforsten Geschäftspartner der Firma Brachflächen, die einst Teile des tropischen Regenwaldes waren. Hierbei handelt es sich nicht um Mono-Baumkulturen, die den Boden auslaugen, sondern um Mischwälder, die einen neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen schaffen. Dadurch werden die CO2-Emissionen kompensiert. In bereits bestehenden Mono-Forstkulturen sorgt ForestFinance für mehr Biodiversität, indem eine Mischung aus neuen Baumsorten gepflanzt wird.

ForestFinance unterscheidet sich gerade bei der Biodiversität von vielen Konkurrenten. Assenmacher zufolge tendieren seine Wettbewerber zu einer einseitigen Forstkultur, bei der auch die sozialen Aspekte selten berücksichtigt werden. ForestFinance hingegen garantiert seinen eigenen Angestellten – häufig Personen indigener Abstammung – faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen.

Projekte des Unternehmens wurden schon von verschiedenen Einrichtungen zertifiziert, wie etwa dem Forest Stewardship Council, dem UTZ-Programm für nachhaltige Landwirtschaft oder dem Gold Standard für CO2-Kompensationsprojekte. Es kann in kurz- ebenso wie in langfristige Verträge investiert werden.

Beim sogenannten BaumSparVertrag erwerben Kunden eine brachliegende Fläche, die mit Bäumen bepflanzt wird. Nach 25 Jahren werden dann statt einem völligen Kahlschlag gezielt diese Bäume geerntet. Das Holz wird verkauft und dessen Erträge dem Kunden ausgezahlt. Der kleinste BaumSparVertrag kostet 396 Euro. Nach 25 Jahren prognostiziert ForestFinance einen Ertrag von circa 1.745 Euro. Das entspricht einer mittleren Rendite von rund sechs Prozent.

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Waldinvestitionen sind nicht risikofrei
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