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Transactive Grid Strom aus der Nachbarschaft

Solarenergie direkt vom Nachbarn: In Brooklyn werden private Solaranlagen mit der Blockchain-Technologie verbunden. So soll ein Netzwerk lokaler Stromproduzenten entstehen.
  • Laura Shin
04.11.2016 - 08:27 Uhr
In Brooklyn wird ein neuer Ansatz zur Stromversorgung getestet. Quelle: Reuters
Brooklyn Bridge

In Brooklyn wird ein neuer Ansatz zur Stromversorgung getestet.

(Foto: Reuters)

Im Frühling 2015 bekam Bob Sauchelli an der Tür seines Hauses im Park Slope Viertel in Brooklyn ein überraschendes Angebot: Ob er nicht Solarenergie seines Nachbarn kaufen möchte, fragte ihn der Besucher.

Sauchelli ist ja grundsätzlich für erneuerbare Energien aufgeschlossen. Der 68-jährige Rentner hat die letzten 20 Jahre seiner Karriere als Manager des Energy Star Programms für Gebäude in der amerikanischen Umweltschutzbehörde (United States Environmental Protection Agency) gearbeitet und sogar ein Buch darüber geschrieben, wie Energieoptimierung von Gebäuden den Klimawandel positiv beeinflussen kann. Sein Haushalt wurde auch schon durch grüne Energie versorgt.

Manhattans grüner Sturmschutzwall
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Wo nach dem Orkan 2012 Wassermassen durch die Straßen flossen, soll künftig im Ernstfall alles trocken bleiben. Der Spatenstich für die erste Meile von "The Big U" ist für 2017 angekündigt.

Bilder: BIG

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Durch die steigende Erderwärmung nahmen die Orkane im Nordosten der USA in den vergangenen Jahrzehnten stetig zu. Die tropischen Stürme erreichen stellenweise eine Windgeschwindigkeit von über 180 km/h. Sturm Sandy raste Ende Oktober 2012 mit 150km/h auf New York zu und richtete auf der Insel und den angrenzenden Stadtteilen wie Staten Island und in Brooklyn verheerende Schäden an.

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Die Insel Manhattan war dem Wirbelsturm gnadenlos ausgeliefert: Wind und Wasser peitschten stundenlang durch die Straßen, gut 50 Prozent der Stadt waren akut gefährdet. Der damalige Bürgermeister Michael Bloomberg ordnete die Evakuierung von 375.000 Bewohnern in besonders kritischen Gegenden in Manhattan und Brooklyn an. Auch auf Long Island verließen die Menschen ihre Häuser. Das Leben der Millionenstadt stand nach Sandy fast still. In vielen Teilen der Stadt fiel tagelang der Strom aus, Wohnungen standen unter Wasser.

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Mit dem Wind kamen die Fluten: Sandy wirbelte durch New York und hinterließ allein im Stadtgebiet einen Schaden von über 20 Milliarden Dollar. Wassermassen drängten sich durch Lower Manhattan, Autos schwammen auf den Straßen, U-Bahnen und Fähren standen still. Die Aufräumarbeiten zogen sich über Wochen hinweg.

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Um die Wiederholung einer ähnlichen Katastrophe zu vermeiden, soll in den nächsten Jahren eine Schutzmauer um Manhattan gebaut werden. Ein acht Meilen (13 Kilometer) langes Flutschutz-System legt sich dann den Plänen von BIG nach als Puffer um die Insel. Die Regierung hatte knapp 60 Milliarden Dollar bereit gestellt – zum Wiederaufbau, aber auch zur Prävention.

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Den BIG-Plänen nach wird mit "The Big U" nicht nur ein Schutz sondern auch zusätzlicher Lebensraum für New York geschaffen. Das Projekt integriert Parkanlagen, Aussichtsplattformen, Wiesen und Sportplätze. Als Vorbild orientierte sich das Team an der Highline, der zum Park umgebauten stillgelegten Hochbahnstrecke im Westen Manhattans.

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Im Fall eines erneuten Wirbelsturmes sollen die heranpeitschenden Wassermassen von der drei bis 5 Meter hohen Wand abgehalten werden. Lower Manhattan würde so einer erneuten Überflutung entgehen, die Konsequenzen eines Sturmes sollen durch "The Big U" auf ein Minimum reduziert werden.

Jedoch kam der grüne Strom nicht von lokalen Erzeugern. Aber der New Yorker ließ sich überzeugen und beteiligte sich an dem Pilotprojekt, das ihm der Besucher anpries. Die Initiative Transactive Grid kombiniert Mikronetzwerke an Erneuerbaren-Energien-Anlagen mit Blockchain, der Technologie, die Transaktionen mit der digitalen Währung Bitcoin möglich macht. So wurde ein lokaler Markt für erneuerbare Energie geschaffen, in dem Sauchelli schon bald Solarstrom von der nächsten Straßenecke kaufen konnte.

„Mich hatte vor allem gereizt, dass es hier in Brooklyn sehr von Nutzen sein könnte“, meinte er. „Wenn man zu einem lokalen Energiehersteller wechselt, und es handelt sich sogar um meinen eigenen Nachbarn, dann kommt das Geld der Gemeinde zu Gute. Der positive Einfluss auf die Umwelt ist vor Ort spürbar. Und indem ich umweltfreundliche Energie von meinem Nachbarn kaufe, motiviere ich damit auch andere Menschen aus der Nachbarschaft dazu, Solarzellen aufs Dach zu setzen.“

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    Noch beträgt der Anteil erneuerbarer Energien in den USA lediglich zwei Prozent am Stromabsatz. Gemeinschaftliche Solarprojekte sind dem amerikanischen National Renewable Energy Laboratory zufolge aber der am schnellsten wachsende Teilbereich der Branche.

    Transactive Grid ist ein Joint Venture zweier Unternehmen: LO3 Energy und Consensus Systems, Inkubator der Blockchain App. Das System nutzt durch Blockchain-Technologie einen speziellen Zähler mit Funktionen, die bisher nicht auf dem aktuellen Strommarkt existieren. Zum Beispiel wird den Besitzern von Solarmodulen direkt angezeigt, wie viel Energie sie produzieren, ohne dass sie dafür auf örtliche Energieversorgungsunternehmen vertrauen müssen. Durch Blockchain ist es außerdem möglich direkt mit Energieguthaben zu handeln, so wie zwischen Sauchelli und seinem Nachbarn, was die Kosten solcher Transaktionen drastisch reduziert.

    Mikronetzwerk für zehn Häuserblocks
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