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Wassermanagement in Brasilien Wasser marsch!

In Brasilien kämpft die Bevölkerung mit Wasserversorgungsproblemen. Das soll sich ändern: Mit grüner Energie und cleverer Software sollen Millionen Menschen nicht mehr länger auf dem Trockenen sitzen müssen.
  • Andrea Vialli
04.11.2016 - 09:19 Uhr
Extrem niedrige Wasserstände im größten Stausee des Cantareira Systems, das die brasilianische Metropole São Paulo mit Wasser versorgt, sorgten 2014 für eine beispiellose Wasserkrise. Quelle: dpa
Kaum Wasser im Stausee

Extrem niedrige Wasserstände im größten Stausee des Cantareira Systems, das die brasilianische Metropole São Paulo mit Wasser versorgt, sorgten 2014 für eine beispiellose Wasserkrise.

(Foto: dpa)

2014 verursachte eine beispiellose Wasserkrise einen historisch niedrigen Wasserspiegel im größten Stausee des Cantareira Systems, das São Paulo mit Wasser versorgt. Wegen einer Kombination aus klimatischen Faktoren, einem extrem trockenen Sommer und einem Wasserverbrauchsanstieg über mehrere Jahre hinweg, saßen letztlich tausende Bewohner der Stadt auf dem Trockenen. Dieses Ereignis war ein Warnsignal für die fragliche Handhabung der Wasserressourcen brasilianischer Großstädte.

Obwohl sich zwölf Prozent der weltweiten Süßwasservorräte in Brasilien befinden, kämpfen gerade die bevölkerungsreichsten Regionen des Landes mit Versorgungsproblemen. Diese leiden außerdem häufig unter einer mangelhaften sanitären Grundversorgung. So werden nur 40 Prozent der Abwässer in Brasilien durch Kläranlagen gereinigt und wiederverwertet.

„Zwar gibt es regionale Unterschiede, jedoch leiden Ballungsräume unter einer Verknüpfung von Faktoren wie der Degradierung von Wasserquellen, einem erhöhten Wasserverbrauch ausgelöst durch ein ungeregeltes Bevölkerungswachstum und seit Jahren unzureichenden Investitionen“, sagte Samuel Barrêto, Fachmann für Wasservorkommen und Manager der Naturschutzorganisation The Nature Conservancy (TNC).

2015 hat er eine Bewegung ins Leben gerufen, die sowohl Stadtverwaltungen als auch Unternehmen aus Brasiliens Großstadtregionen zusammenführt, um Wasserschutzmaßnahmen zu erarbeiten. In der „Coalizão Cidades Pela Água“ beteiligen sich mittlerweile neben sechs Großstadträumen (São Paulo, Rio de Janeiro, Vitória, Belo Horizonte, Brasilia und Curitiba) auch multinationale Konzerne wie Ambev, Coca-Cola, Klabin oder Unilever.

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    Eine der größten Herausforderungen ist, die Behörden von der Notwendigkeit zu überzeugen, in grüne Infrastrukturen zu investieren – etwa in eine Aufforstung von Wäldern nahe der Wasservorkommen. Mit finanzieller Unterstützung der genannten Konzerne hat die Coalizão bereits 18 Millionen brasilianische Real eingesammelt (ca. 5 Millionen Euro).

    Damit werden in den nächsten fünf Jahren Auenwälder von Flüssen, die mehrere Systeme mit Wasser versorgen, wiederhergestellt. „Geplant ist, dass Wiederherstellungsprogramm in sechs weiteren Großstadtregionen durchzuführen und somit mehr als 60 Millionen Menschen zuverlässig mit Wasser zu versorgen“, erläuterte Barrêto.

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