Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

CITES-Konferenz Japans Triumph über den Artenschutz

Die Japaner schienen auf der Artenschutzkonferenz in Katar überall präsent zu sein. Dutzende Regierungsbeamte bearbeiteten vor wichtigen Abstimmungen im Tagungssaal Delegierte aus anderen Ländern. Der Erfolg dieser Lobbyarbeit könnte für bedrohte Arten wie den Blauflossen-Thunfisch das endgültige Aus bedeuten.
  • Michael Casey
Kommentieren
Japans Sushi-Esser dürfen auch weiterhin den hochgradig vom Aussterben bedrohten Blauflossen-Thunfisch verzehren. Quelle: Reuters

Japans Sushi-Esser dürfen auch weiterhin den hochgradig vom Aussterben bedrohten Blauflossen-Thunfisch verzehren.

(Foto: Reuters)

DOHA. Am Vorabend des Votums über ein Handelsverbot für den Blauflossen-Thunfisch hatte die japanische Botschaft zum Empfang geladen. Gereicht wurde Sushi aus dem Fleisch eben jenes Fisches, dessen Bestände weltweit inzwischen vor dem Kollaps stehen. Die Maßnahme, Teil der aggressiven und unermüdlichen Lobbykampagne Japans, zahlte sich aus: Das Land war der große Gewinner der Jahrestagung des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens (CITES), an der 175 Staaten teilnahmen.

Am Widerstand Japans und anderer asiatischer Länder scheiterten Anträge zum Schutz des Blauflossen-Thunfischs, von Korallen und mehreren Haiarten. Für manche Umweltaktivisten war die japanische Taktik der Beweis dafür, dass sich CITES von einem auf den Naturschutz ausgerichteten Club in eine von Geld und wirtschaftlichen Interessen getriebene Institution gewandelt hat.

Das Jahrestreffen ähnele immer mehr UN-Klimakonferenzen, wo Politik zuweilen Vorrang vor wissenschaftlichen Erkenntnissen genieße und Vereinbarungen hinter verschlossenen Türen getroffen würden.

Besser organisiert und hartnäckiger

Delegierten zufolge waren die Japaner nicht die einzigen, die ihre Haltung offensiv vertraten, aber sie waren besser organisiert und hartnäckiger als EU und USA, die etwa mit ihrer Position zum Thunfisch länger hinter dem Berg hielten. Die Japaner starteten ihre weltweite Kampagne vor Monaten und trafen sich wiederholt mit Regierungsvertretern kleiner wie großer Länder. Zur Konferenz in Katar entsandten sie eine 30-köpfige Delegation mit Experten, die seit Jahren mit den Verfahren bei CITES vertraut sind.

Die Japaner sagen, sie hätten wie andere Delegationen auch um Unterstützung für ihre Positionen geworben. Doch sie standen auch unter immensem Druck aus der Heimat, das Handelsverbot für den Blauflossen-Thunfisch zurückzuweisen. Denn ein solches Verbot hätte die Fischindustrie schwer getroffen, die 80 Prozent des Fischs importiert.

Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "CITES-Konferenz: Japans Triumph über den Artenschutz"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote