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Ehrgeiziges Umweltprojekt Nebelnetze sollen Perus Wüste grün machen

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Der Wind hat schon viele „Nebelfänger“ zerstört
In solchen Tanks wird das Wasser gespeichert, das mit Hilfe der Nebelnetze gewonnen wird. Quelle: dpa
Wassertank in der Wüste

In solchen Tanks wird das Wasser gespeichert, das mit Hilfe der Nebelnetze gewonnen wird.

(Foto: dpa)

Was ins Auge fällt in Pampa Colorada, sind Dutzende grüne Netze, meist 20 Quadratmeter groß, befestigt an Holzgestängen. Damit wird hier, wo es so oft und so viel Nebel gibt, der Nebel aufgefangen, von den Netzen tropft das Wasser in offene Halbrohre am Ende der Netze und fließt in große Wasserbehälter.

„Ich habe gute Nachrichten. Die australische Botschaft will ein Projekt von uns unterstützen“, sagt Gutíerrez bei einem Treffen mit den Bauern. Die klatschen. Wieder ein paar Tausend US-Dollar Hoffnung. Und der Rotary Club im amerikanischen Pittsburgh will über 200 Filter spenden, damit das mit den Netzen aufgefangene Wasser als Trinkwasser genutzt werden kann.

„Niemand hat an unser Projekt geglaubt und jetzt haben wir hier schon ein paar Pflanzen, die ersten Schritte zu Landwirtschaft.“ In einem Armenviertel Limas hat der 53-Jährige ebenfalls ein Netzprojekt. Es hat genauso wie das Projekt hier in der Wüste einen großen Haken: Zwar mangelt es in Peru keineswegs an Nebel – aber es gibt auch lange Phasen ohne ihn.

Bis zu 80 Liter Wasser pro Tag

Franklin Cauna Huilca (30) ist der Verwalter der Comunidad. Rund 200 grüne Netze gibt es bereits. Im Hintergrund rauschen Autos über die Panamericana. „60 bis 80 Liter Wasser pro Tag gibt es eigentlich fast immer.“ Mit größeren Netzen würden auch teilweise rund 140 Liter geschafft. Pause. „Wenn wir Nebel haben.“

Vor allem im Sommer, von Dezember bis Ende März, gibt es fast nie Nebel – bei zugleich sengender Hitze. Da gehen die wenigen Pflänzchen schnell ein. Ohne große Wasserspeicher, die für eine Bewässerung auch in nebelfreien Zeiten sorgen, bleibt die Vision genau das: eine Vision.

Rund 300 Parzellen könnten in Pampa Colorada auf einer Fläche von acht Kilometern Länge bewirtschaftet werden – aber es wären pro Parzelle bis zu 50 Netze nur für die Wasserspeicher notwendig, erklärt Huilca. Sie müssten von April bis zur nächsten nebelfreien Zeit im Dezember so viel Wasser auffangen, dass es für den gesamten Sommer reicht. Das wäre vielleicht möglich, ist aber teuer: Rund 500 Soles (140 Euro) kostet ein Netz und man braucht große Wasserbehälter sowie ein Kanalsystem.

Und der Wind hat schon so manchen „Nebelfänger“ zerstört – die grünen Fetzen wehen hin und her. Mit spanischer Hilfe gibt es ein 30 Netze umfassendes Pilotprojekt, das nur zum Wassersammeln dient. In die weißen Tanks, in die das Wasser von den Netzen fließt, passen jeweils 1000 Liter.

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2 Kommentare zu "Ehrgeiziges Umweltprojekt: Nebelnetze sollen Perus Wüste grün machen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Von ähnlichen Projekten hatte ich bereits in den 70er Jahren gelesen. Ich fürchte es handelt sich um Subventionsfangnetze. Linke Schlechtmenschen suchen regelmässig Projekte in die Geld des Steuerzahlers überwiesen wird.

    Sofern es gelänge hier eine funktionierende, wirtschaftliche Technik zu entwickeln, wäre dies natürlich grossartig.

  • Reine Geldverschwendung! Diese Nebelnetzen dienen nur einen...den Abzockern einer "CO2 freien Klimapolitik"....die zapfen damit den Klimafond an um sich das meiste in die eigenen Tasche zu stecken.
    Wenn man eine Wüstenregion begründen will, dann braucht man entweder Tiebrunnen die mit Dieselgeneratoren betrieben werden oder eine Meerwasserentsalzunganlage die mit Kohle, Oel, Diesel ober am besten mit der Co2 armen Kernkraft betrieben wird.
    Alles andere ist Humbug und Geldverschwendung.