Energie-Labels für Elektrogeräte Schluss mit A+++

Die EU will die bisherigen Energie-Kennzeichen durch eine einfachere Variante ersetzen. A+++ gibt es in Zukunft nicht mehr, eine neue Skala wird eingeführt. Vom Label G sollten Verbraucher dann die Finger lassen.
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Zukünftig fallen die Pluszeichen bei der Energie-Kennzeichnung weg und werden durch eine einfachere Skala von A (energiesparend) bis G (stromschluckend) ersetzt. Quelle: obs
Energieklasse

Zukünftig fallen die Pluszeichen bei der Energie-Kennzeichnung weg und werden durch eine einfachere Skala von A (energiesparend) bis G (stromschluckend) ersetzt.

(Foto: obs)

BrüsselVerbraucher sollen besonders energiesparende Geräte im Laden künftig sofort erkennen können. Die EU will deshalb die verwirrende Kennzeichnung von Waschmaschinen, Kühlschränken oder Fernsehern mit Labels wie A+++ abschaffen und durch eine einfache Skala von A bis G ersetzen. Darauf haben sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten geeinigt, wie die EU-Kommission und EU-Rat am späten Dienstagabend mitteilten.

Bis die ersten neuen Labels im Laden zu finden sind, dauert es wohl noch gut zwei Jahre. A steht dann für die besten Geräte am Markt, G hingegen für stromschluckende Modelle. Schon früher galten diese Kategorien. Als jedoch moderne Geräte hinzu kamen, wurde die bessere Energieeffizienz mit zusätzlichen Pluszeichen ausgezeichnet. Die Folge: Geräte der Kategorie A wirkten zwar sparsam, doch gab es weit bessere. Künftig sollen die Kriterien nachjustiert werden, so dass A dauerhaft die beste Klasse bleibt.

Es sei höchste Zeit gewesen, das anzupassen, erklärte Energiekommissar Maroš Šefcovic. Zusätzlich sollen Geräte künftig in einer Produktdatenbank registriert werden. Verbraucher sollen den Energieverbrauch per Datenbank-Recherche vergleichen können und so das sparsamste Gerät finden.

Die EU-Kommission verspricht sich von der besseren Kennzeichnung Energieersparnis im großen Maßstab. Umfragen zeigten, dass 85 Prozent der Europäer beim Kauf von Produkten auf die Energie-Labels achteten, hieß es.

„Die Vereinbarung ist eine gute Nachricht für die Verbraucher und die Unternehmen Europas, für unsere Energierechnung und für das Klima“, erklärte EU-Umwelt-Kommissar Miguel Arias Cañete. Mit dem besseren Energielabel und einer energiesparenden Konstruktion der Geräte könnten Haushalte fast 500 Euro im Jahr sparen.

Hersteller und Händler könnten zusätzlichen Umsatz von 65 Milliarden Euro jährlich erwarten. Und insgesamt könnte sich die Energieersparnis auf den jährlichen Verbrauch Italiens und des Baltikums summieren, rechnete der Kommissar vor.

Die größten Stromfresser im Haushalt
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Platz 10: Spülen

Mit 5,1 Prozent Anteil am gesamten Stromverbrauch landet das Geschirrspülen auf Platz 10. Laut einer Studie der Universität Bonn ist das Spülen in der Maschine übrigens günstiger: Hier werden sowohl weniger Wasser als auch weniger Energie verbraucht, als beim Spülen von Hand. Voraussetzung ist natürlich, dass die Maschine nur voll beladen eingeschaltet wird.

Bei allen Punkten gilt: Es handelt sich um Durchschnittswerte. Je nach eingesetzter Technologie, Handhabung, Haushaltsgröße und -zusammensetzung kann der Stromverbrauch im individuellen zu Hause erheblich abweichen.

Datengrundlage: Energieagentur NRW: „Wo im Haushalt bleibt der Strom?“; in der Studie wurde 2011 unter anderem der Stromverbrauch von Ein- bis Sechs-Personen-Haushalten untersucht.

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Platz 9: Umwälzpumpe

Die elektrisch betriebene Umwälzpumpe der Heizungsanlage landet mit 6,0 Prozent Anteil am Stromverbrauch auf Platz neun. Sie transportiert das erwärmte Wasser zu den Heizkörpern in der Wohnung. Laut Stiftung Warentest lohnt sich der Ersatz einer alten Pumpe durch eine moderne, energieeffiziente Pumpe schnell; demnach lassen sich so 100 bis 130 Euro Stromkosten pro Jahr einsparen.

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Platz 8: Trocknen

Beim Trocknen der Wäsche wird das Wasser aus dem Waschvorgang wieder entfernt - das können Sonne und Wind kostenfrei für uns erledigen, oder eben der elektrische Wäschetrockner. Das Gerät ist allerdings ein wahrer Stromfresser: 6,6 Prozent des Stromverbrauchs entfallen im Durchschnitt auf das Trocknen.

Soll ein Trockner zum Einsatz kommen, ist ein Gerät mit Wärmepumpentechnologie besonders Umwelt- und Geldbeutelschonend im Einsatz, die Anschaffungskosten sind allerdings recht hoch. Es gibt auch Trockner, die mit Gas betrieben werden.

Beim maschinellen Trocknen gilt: Das Gerät sollte nur gut befüllt zum Einsatz kommen und die Wäsche sollte so gut wie möglich vorgetrocknet werden, sprich zuvor in der Waschmaschine oder Wäscheschleuder mit möglichst hoher Schleuderdrehzahl entwässert worden sein. Als Kompromiss kann man auch die Wäsche im Trockner leicht vortrocknen und dann auf der Leine zu Ende trocknen lassen.

Auch ein kleiner Ventilator, der vor dem Wäscheständer aufgestellt wird, leistet gute Dienste: Er verbraucht wesentlich weniger Strom, macht die Wäsche aber ebenfalls weich und beschleunigt den Abtransport der Feuchtigkeit durch die permanente Bewegung der vorbeistreichenden Luft.

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Platz 7: Elektro-Kleingeräte

Elektrische Kleingeräte, etwa Staubsauger, machen zusammen im Durchschnitt 7,7 Prozent des Haushalts-Stromverbrauchs aus. Bei Staubsaugern gilt: Eine hohe Leistungsaufnahme entspricht nicht einer hohen Saugleistung. Bei der Wahl sollte man also nicht den Sauger mit der höchsten Watt-Zahl auf dem Typenschild wählen, sondern sich über Testergebnisse der tatsächlichen Saugleistung schlau machen.

Bei diversen Elektro-Kleingeräten, wie elektrischen Dosenöffnern oder Messern, kann man den Einsatz durchaus hinterfragen. In anderen Fällen kann ihr Einsatz sogar Energie einsparen, denn ein Brötchen lässt sich auf dem Toaster stromsparender aufbacken als im Backofen, ein Liter Wasser für Tee oder zum Nudeln kochen ist im Wasserkocher schneller und effizienter aufbereitet als auf dem Elektroherd.

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Platz 6: Kochen

Mit 9,0 Prozent des Stromverbrauchs schlägt das Kochen zu Buche. Je nach eingesetzter Technologie kann der Anteil natürlich auch hier erheblich schwanken, so verbrauchen Omas gute alte Massekochplatten erheblich mehr Strom, als ein modernes Cerankochfeld oder gar ein Induktionskochfeld. Übrigens: Der Topf sollte, im Gegensatz zur Abbildung, immer möglichst genau auf die Herdplatte passen, um Energieverschwendung zu vermeiden. Und ohne Deckel auf dem Topf verbraucht man gleich das Dreifache an Energie.

Damit man den Deckel während des Kochvorgangs nicht häufig abheben muss, um den Kochvorgang zu beurteilen, ist ein Glasdeckel praktisch. Mit ein wenig Übung kann die Energiezufuhr auch schon vor dem Ende der Garzeit erheblich reduziert oder ganz abgeschaltet werden. Nudeln müssen nicht bis zum Erreichen des Garpunkts in kochendem Wasser schwimmen, Reis kann auch auf der abgeschalteten Herdplatte oder in eine dicke Decke gewickelt ausquellen. Grundsätzlich sollte immer so wenig Wasser wie möglich erhitzt werden.

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Platz 5: Beleuchtung

Ein immer seltener werdender Anblick: die Glühlampe. Nicht ohne Grund werden sie in der EU per Gesetz verbannt, denn sie wandeln gerade einmal fünf Prozent des eingesetzten Stroms in Licht um – der Rest geht als Wärme verloren. Effizienter sind Energiesparlampen und Licht emittierende Dioden, die sogenannten LEDs.

9,7 Prozent des Stromverbrauchs im Durchschnittshaushalt entfallen auf den Posten Beleuchtung. Hier lautet die Devise: Abschalten, wenn man nicht im Raum ist, und die verschwenderischen Glühlampen durch neue Technologien ersetzen. Diese sind zwar in der Anschaffung teurer, sie halten aber auch wesentlich länger und rechnen sich durch den geringeren Stromverbrauch.

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Platz 4: Kühlen

Mit 10,4 Prozent Anteil am Stromverbrauch ist der Kühlschrank der viertgrößte Stromfresser im Haushalt. Lebensmittel müssen gekühlt werden, um ihre Haltbarkeit zu verlängern. Die niedrigen Temperaturen bremsen das Wachstum von Bakterien und Pilzen, die Schuld am Verderb sind. Je niedriger die Temperatur eingestellt wird, desto höher wird aber auch der Stromverbrauch. Experten empfehlen eine Temperatur von sieben Grad Celsius.

Beim Befüllen des Kühlschranks sollte darauf geachtet werden, niemals heiße Speisen einzustellen – das jagt den Stromverbrauch in die Höhe. Lässt man Tiefgefrorenes im Kühlschrank auftauen, senkt das den Verbrauch. Die Tür sollte natürlich gut schließen und so selten und kurz wie möglich geöffnet werden, damit möglichst wenig warme Luft eindringt, die dann energieintensiv heruntergekühlt werden muss.

Außerdem sollte man darauf achten, den Kühlschrank nicht unnötig Wärmequellen auszusetzen, ihn also wenn möglich nicht neben dem Herd aufzustellen und ihn vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen.

Die Entscheidung muss noch formal sowohl von den Mitgliedsländern als auch vom EU-Parlament gebilligt werden. 15 Monate später soll sie nach Auskunft einer Sprecherin in Kraft treten. Ein Jahr darauf sollen die Labels dann auf Produkten in Läden zu finden sein.

Die EU-Kommission hatte die Rückkehr zur Skala von A bis G bereits im Juli 2015 vorgeschlagen. Das Label selbst gibt es seit 20 Jahren.

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  • dpa
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2 Kommentare zu "Energie-Labels für Elektrogeräte: Schluss mit A+++"

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  • das sind wenigstens mal Signale aus dem Glaspalast der Steuerverschwender.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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