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Erneuerbare Energien Das rote Imperium wird grün

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Technologische Aufholjagd In der Erwartung, erkleckliche Teile der Aufträge zu ergattern, haben große Windradbauer wie der dänische Weltmarktführer Vestas oder Nordex und Repower aus Deutschland Fabriken in China gebaut. Doch das Geschäft machen zu 80 Prozent einheimische Anbieter. Ihre Anlagen sind 20 bis 30 Prozent billiger, die Windräder der führenden Hersteller wie Goldwind sind qualitativ jedoch schon nahezu mit europäischen Standards vergleichbar.

Goldwind ist ein Paradefall für die Strategie, mit der sich chinesische Newcomer bei Zukunftstechnologien in kurzer Zeit noch oben arbeiten. Vor acht Jahren kaufte das Unternehmen eine Lizenz von Repower und startete damit in Xinjiang im Nordwesten Chinas die Herstellung seiner ersten Windkraftanlagen. Inzwischen betreibt Goldwind acht Fabriken in China und verbessert die Leistungsfähigkeit seiner Windräder mit einer eigenen Entwicklungsabteilung und öffentlicher Forschung auf Spitzenniveau.

Das Geschäft explodiert geradezu. Im vergangenen Jahr verkaufte Goldwind gut 2000 Anlagen, in diesem Jahr werden es voraussichtlich 4450 sein. Längst sind die Chinesen bei Umsatz und Wachstum am deutschen Geburtshelfer vorbeigezogen.

Mit dem Heimvorteil im Rücken rüsten sich auch Windbauer wie Sinovel, Dongfang oder United Power systematisch für den nächsten Schritt: die Eroberung des Weltmarkts. "Die Qualitätslücke zwischen chinesischen und ausländischen Turbinen schließt sich allmählich", schreiben die Experten der Investmentbank Goldman Sachs in einer Studie. Und prognostizieren eine baldige Exportoffensive.

Das an der Hongkonger Börse gelistete Unternehmen Goldwind etwa will spätestens in fünf Jahren ein Drittel seines Umsatzes im Ausland erzielen. Und dort auch produzieren. Denn weil es viel zu teuer wäre, die riesigen Gondeln, Rotorblätter und Maschinenhäuser per Schiff zu transportieren, planen die Asiaten eigene Werke in den USA und Europa.

Goldwind hat den ersten Schritt bereits getan. Vor zwei Jahren schluckten die Chinesen den deutschen Hersteller Vensys im saarländischen Neunkirchen. Seit wenigen Wochen fertigen die Chinesen dort in nagelneuen Hallen Turbinen für den deutschen Markt.

Andere werden dem Beispiel folgen. "Dann haben wir die Chinesen vor der Tür", schwant dem Sprecher des Bundesverbands Windenergie, Ulf Gerder. Die neuen Wettbewerber verfolgen eine perfide Doppelstrategie: Einerseits saugen sie über Lizenzen und Joint Ventures mit westlichen Windunternehmen deren Know-how ab. Zum anderen stellt die Pekinger Regierung billige Kredite für die Expansion bereit und schottet zugleich den eigenen Markt ab.

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9 Kommentare zu "Erneuerbare Energien: Das rote Imperium wird grün"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @blueworld
    wieso wird in China eine eigene Endmontage durch Airbus errichtet? in den USA werden mehr Flugzeuge verkauft doch keine Endmontage errichtet.
    Die Chinesen wollten auch boing zu solch einer Massnahme zwingen. Kommenta boing: solange die Chinesen darauf bestehen Zugriff auf unsere Technologie zu erhalten wird es keine gemeinsamen Projekte geben.
    Nur unsere EU beamten und Airbus Kasper fallebn auf diesen Trick rein. Die Folgen werden wirt dann in 10 Jahren bewundern. Doch Gallois und Enders und Co sitzen dann auf dem Golfplatz und geben ihre (Schmier-)gelder aus während um sie herum alles in Europa verelendet.
    China ist nicht Japan oder Korea. Das unendliche Arbeitskräftepotential und die zentral auf industrie und Forschung ausgerichtete Wirschaft sind einmalig erfolgreich wie in keinem anderen Land.Und auch die Geschwindigkeit ist einzigartig. Die Zeitbombe Europa tickt bereits...
    Regelmässige Krawalle in den ballungsräumen sind erste Vorboten was
    uns zukünftig erwartet.
    Das ist keine Panikmache sondern Realität.
    Der beamtenstaat muss abgeschafft werden.

  • @Kein Wunder
    "Während das Denkvermögen der Mehrzahl unserer Politiker bestenfalls bis zur nächsten Wahl reicht, denken etwa die Führer Chinas mindestens in Jahrzehnten."

    Das größer Problem ist, dass das Denkvermögen des deutschen Wählers noch nicht mal bis zur nächsten Wahl reicht. Der Wähler wird bis zur nächsten Wahl nur belogen, betrogen und ausgebeutet. Kurz vor der Wahl werden Politiker-Grinse-Plakate aufgehangen. Und alle wählen die dummen berufslügner. Das kurzfristige Politikerdenken fordert maximalen Profit für deutsche Konzerne auf Kosten der Arbeitnehmer. Dass der Normalverdiener sich inzwischen kaum noch deutsche Qualitätsware leisten kann und deshalb China uns wirtschaftlich überrollt, darauf kommen sie nicht. Es wird immer nur einseitig zum Wohle der Konzerne entschieden. Dadurch geht der Konsum im eigenen Land immer mehr zurück. Wenn dann auch noch der Export zurück geht, weil China das deutsche Know How gratis ins Land geliefert bekommt, dann wird es in Deutschland bald Nacht.

  • Das ist doch ganz einfach zu erklären, glaubt irgendjemand, dass Claudia Roth, Renate Künast etc. auch nur die Spur einer Chance hätten, in China oder den USA Entscheidungen zu beeinflussen oder gar wesentlich zu gestalten. Dies hat nichts mit der Staatsform zu tun, sondern vor allem damit, wer vom Volk und der Gesellschaft als Führungsfigur und geistige Autorität akkzeptiert wird. Was wir jetzt erleben, ist der durchschlagende Erfolg der Volksverblödung durch die 68er. Während das Denkvermögen der Mehrzahl unserer Politiker bestenfalls bis zur nächsten Wahl reicht, denken etwa die Führer Chinas mindestens in Jahrzehnten. Nur unsere Politiker werden von den Deutschen gewählt und es gibt auch keine Proteste über die Aufstellungsprozeduren, wie etwa die Akzeptanz von Quoten statt gnadenloser Forderung nach Leistung und Kompetenz zeigt. Es gilt eben nur eines, die von den Parteien selbstdefinierte Political Correctness. Wir leben so in einer komatösen und daher sanften Diktatur, im Gegensatz zur Vergangenheit. "Das tut man nicht", "das sagt man nicht" reichen als Steuerparameter völlig aus, ohne dass dies etwa auf rechtsstaatlichen Prinzipien beruhen müßte. Für den globalen Wettbewerb reichen diese verbliebenen geistigen Resourcen leider nicht aus.

  • [5] blueworld,
    genau, was interessieren uns die vielen alten Techniken. Wir verwirklichen den Morgenthau-Plan.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Morgenthau-Plan

  • @MadeinGermany

    Das ist reine Panikmache. Solartechnik und auch Windkraft sind einfach Techniken, die schon länger exestieren.Andere industrie wie Autoindustrie, Chemiebranche und der Maschinebau sind dagegen viel komplexer und es kommt dort auch mehr auf image und die Marke an. Die Aufstieg von Japan und Korea hat die deutsche industrie gut auch gemeistert.

    Außerdem mehr als 60% des chinesischen Exports kommt von in China produzierenden Unternemen aus industrieländern. Zudem steigen die Kosten, Arbeitskosten sowie Transportkosen, um in China zu produzieren. Schon jetzt wandert die Textilindustrie nach Vietnam, indien oder bangladesh ab, um Kosten zu sparen.


  • China wird demnächst auch den Markt für Automobile und Flugzeuge überrollen. Die Technologie liefern Airbus und bMW frei Haus durch kompelette Werke mit chinesischen "Partnern". Die Technologie wird gestohlen bis man alles endlich selbst produzieren kann.
    Der Untergang Europas ist dann nicht mehr aufzuhalten. Die Frage ist nur noch wie schnell soziale Umwälzungen Hunger und Krieg auf uns zukommen. Auch das Argument eigene Produkte dort zu verkaufen zählt dann nicht mehr siehe bereits heutiges real existierendes Handelsbilanzdefizit USA vs China.
    Dagegen gibt es nur ein einziges Mittel:
    bei jedem Produkt auf die Herkunft achten denn die Firmen produzieren nur das was die Konsumenten kaufen wollen.
    Gelingt das nicht sind Europa und USA dem Untergang geweiht. Leider wird das durch eigene Egoismen so geschehen, da bereits heute ganze industrien wie Textilien, Schuhfertigung, Schiffbau nach Asien abgewandert sind.
    Die verantwortlichen Politiker und beamten der EU geniessen dann ihren wohlverdienten Ruhestand mit satten Pesnionen und Ruhegehältern oder man hilf noch beim Arbeitsplatzabbau wie Schröder (gasprom, Rothschild bank, diverse "beraterjobs", Joschka Fischer (Dozent an unbezahlbarer Eliteuni für Grosskapitalistennachwuchs, Autoindustrie, Fullbright berater)Clement (Geschäftsführer bei grösster Leiharbeitsfirma Deutschlands), Ösdemir (Vorstrafe wegen Steuerhinterziegung, Gysi (Steuerbetrug mit DDR Milliarden die bis heute nur zum Teil im Ausland wiedergefunden wurden etc pp.!

  • Korrektur zu [1]: Vor zwei Jahren mahnte Olaf Henkel in Dresden höhere Anstrengungen zur Verteidigung der Q u a l i t ä t unserer Produkte an

  • "Die Pekinger Regierung schließt ausländische Unternehmen von der Auftragsvergabe meist rigoros aus. Selten geschieht dies explizit. Ausländer werden stattdessen mit allerlei Verfahrenstricks ausgebootet."

    Das gleiche müßte mit chinesischen Anbietern in Europa und den USA geschehen! So wie China agiert hätte es schon längst aus der WTO rausgeschmissen werden müssen.

    Fraglich ist, wie lange der investmentboom noch weitergehen kann in China. Eine Wirtschaft die zu 70% auf langrifristge Kaptialinvestitionen abähngt, vor allem infrastruktur und immboilien, kann nur auf kurz oder lang nur crashen.

  • Die Geschichte wiederholt sich. China reagiert auf und profitiert von westlicher Kritik so, wie Deutschland im 19. Jahrhundert von der Marke "Made in Germania" profitiert hatte, die ursprünglich der Produktdiffamierung galt und keine deutsche Erfindung war. Vor zwei Jahren mahnte Olaf Henkel in Dresden höhere Anstrengungen zur Verteidigung unserer Produkte an, während wir immer noch den Fokus auf minderwertige chinesische Produkte richteten. Die begleitende Öffentlichkeitsarbeit der Medien hat die Käufer hier wenig bewirkt, aber bei den Produzenten ein Umdenken ausgelöst. Ob die öffentliche beschäftigung mit Schwächen der Wettbewerber eine wirklich gute und langfristig hilfreiche Strategie ist, steht im Zweifel. Aktuell punkten wir mit einem Know-How-Vorsprung, der m.E.
    vorrangig aus Synergien erwächst, die unsere industriedichte in Verbindung mit einer vortrefflichen infrastuktur generiert. Hinzu kommt eine beachtenswerte förderliche Handelspolitik - insbesondere gegenüber den bRiC-Staaten - die an die Stelle von Schulmeisterei getreten ist. Wenn wir diese Assets weiterhin pflegen und entwickeln, werden Fortschritten in den Ländern unserer Handelspartner weiterhin Exportchancen eröffnen.