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Erneuerbare Energien Der Nordseeboden soll zum Energiespeicher werden

Strom aus Offshore-Windparks direkt im Meeresboden speichern - das wollen britische Forscher. Ein Problem sind aber noch die Kosten.
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Offshore-Windpark vor der englischen Küste. Britische Wissenschaftler wollen den Meeresboden als Energiespeicher nutzen. Quelle: dpa
Offshore-Windpark

Offshore-Windpark vor der englischen Küste. Britische Wissenschaftler wollen den Meeresboden als Energiespeicher nutzen.

(Foto: dpa)

BerlinBritische Forscher wollen den Grund der Nordsee zum Speicher für Energie aus Wind oder Sonne machen. Ihr Vorschlag: An besonders windreichen oder sonnenintensiven Tagen wird überschüssiger Strom genutzt, um Luft zu komprimieren, die dann in porösen Schichten des Meeresbodens eingelagert wird.

Dort lagert die Druckluft für Zeiten, in denen mehr Strom benötigt wird, als Windräder oder Sonnenkollektoren unmittelbar bereitstellen können. Bei Bedarf wird die Luft dann wieder freigesetzt und kann über Turbinen zur Stromerzeugung genutzt werden.

„Mit dieser Methode lässt sich erneuerbare Energie, die im Sommer produziert wurde, für kalte Winternächte speichern“, erläutert Julien Mouli-Castillo von der Universität Edinburgh. Der Wissenschaftler leitet ein Forschungsteam, das die Möglichkeiten der Energiespeicherung im Meeresboden in einem Beitrag für das Fachmagazin Nature Energy auslotet.

Die Idee, mittels Druckluftspeicherung (englisch CAES = Compressed-Air Energy Storage) die für erneuerbare Energien typischen Schwankungen bei der Stromproduktion abzufedern, ist nicht neu. Im niedersächsischen Huntorf etwa nahm schon Ende der 1970er Jahre ein Druckluftspeicherkraftwerk die Arbeit auf – seinerzeit das erste seiner Art weltweit.

Doch während in Huntorf die Druckluft in zwei unterirdischen Hohlräumen lagert, die zuvor aus dem Salzgestein gespült werden mussten, sehen die Pläne der britischen Forscher vor, die Luft über Bohrlöcher direkt in poröse Sandsteinschichten zu pumpen. Dort verdrängt sie das in winzigen Gesteinsporen lagernde Salzwasser und bleibt so lange im Sandstein eingeschlossen, bis sie bei Bedarf wieder an die Oberfläche geholt wird.

Besonders sinnvoll erscheint diese Art der Speicherung dort, wo die Stromerzeugung ohnehin am oder im Meer erfolgt – etwa bei Offshore-Windparks. Wie die Berechnungen der Forscher ergaben, bieten allein die küstennahen Seegebiete um die britischen Inseln genügend Speicherraum, um Großbritannien zwei Wintermonate lang mit Energie zu versorgen.

Eine Hürde auf dem Weg zur Energiespeicherung im Meeresboden stellen allerdings noch die hohen Kosten dar: Preise zwischen 0,42 und 4,71 US-Dollar pro Kilowattstunde ergaben die Berechnungen der Forscher.

Doch Mouli-Castillo und seine Kollegen sind sicher, dass sich diese Zahlen noch verbessern lassen. „Mit weiterer Forschung wird sich der Prozess noch verfeinern lassen“, zeigt sich der Forscher überzeugt. „Das würde letztlich auch die Kosten senken.“

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