Erneuerbare Energien Fische profitieren von Offshore-Windparks

Offshore-Windparks lassen die Unterwasserwelt veröden, so ein oft gehörtes Argument von  Kritikern. Eine aktuelle Untersuchung aus dem Windpark Alpha Ventus zeigt: Das Gegenteil scheint der Fall zu sein.
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Windparks haben offenbar nicht die befürchteten Folgen für die marinen Ökosysteme. Quelle: dpa

Windparks haben offenbar nicht die befürchteten Folgen für die marinen Ökosysteme.

(Foto: dpa)

BerlinOffshore-Windparks hinterlassen keine öden Unterwasserwüsten – im Gegenteil: Am Windpark Alpha Ventus vor Borkum haben sich sogar zusätzliche Fischarten angesiedelt. Das geht aus fünf Jahren ökologischer Begleitforschung an dem Offshore-Testfeld hervor.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) präsentierte erste Ergebnisse der Untersuchung am Mittwoch in Berlin. Die Fische profitierten demnach vom Wegfall der Grundschleppnetzfischerei in dem Gebiet 15 Kilometer nordwestlich von Borkum in der Nordsee.

Startschuss für den Windpark der Superlative
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Start frei für das erste deutsche Windkraftwerk auf hoher See. Am heutigen Dienstag (27. April) geht der Windpark Alpha ventus offiziell in Betrieb. Foto: dpa

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Die zwölf Windräder stehen 45 Kilometer nördlich von Borkum in 30 Meter tiefem Wasser. Sie ragen bis zu 155 Meter auf, sind aber vom Festland aus nicht zu sehen.Foto: dpa

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Alpha ventus ist ein Pilotprojekt, mit dem grundlegende Erfahrungen mit Bau und Betrieb eines Offshore-Windparks gesammelt werden sollen. Für das 250 Millionen Euro teure Projekt hatten sich die Energieversorger EWE, Eon und Vattenfall verbündet. Foto: dpa

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Der Bau von Alpha ventus war weitaus komplexer als bei anderen Offshore-Windparks außerhalb Deutschlands. Zwei verschiedene Windturbinen-Typen deutscher Hersteller wurden auf zwei unterschiedlichen Fundament-Typen nach verschiedenen Konzepten errichtet.Foto: dpa

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Die Anlage soll jährlich eine Strommenge produzieren, die dem Verbrauch von 50 000 Haushalten entspricht.Foto: dpa

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Damit ist Alpha ventus der erste Offshore-Windpark dieser Größe und Leistungsfähigkeit weltweit - ein echter Windpark der Superlative.Foto: dpa

Die Fundamente der Offshore-Windenergieanlagen bilden künstliche Riffs, an denen sich Muscheln, Seeanemonen und Seelilien sowie Seesterne ansiedeln. Als Folge davon hat sich die Artenvielfalt insgesamt erhöht: Als neue Ansiedelungen traten etwa Seebull, Makrele und Leierfisch auf.

Zur Erfassung von Zahl und Artenvielfalt von Fischen setzten die Wissenschaftler erstmals besondere Fischecholote ein, die sie neben den Windenergieanlagen am Meeresboden aufstellten. So konnten sie nachweisen, dass befürchtete Folgen der Baumaßnahmen wie Verödung der Fauna oder Massenschlag bei Vögeln nicht eingetreten sind.

Vögel scheinen von den Bewegungen der Windräder und den Lichtern der Anlagen abgeschreckt zu werden. Das senkt das Kollisionsrisiko erheblich. Bei normalen Wetterlagen zeichneten die Geräte der Forscher keine Kollisionen auf. Ungeklärt ist noch die Kollisionsgefahr bei schweren Wetterlagen, die für die Vögel unerwartet auftreten.

Für Meeressäuger sind laut BSH vor allem die schallintensiven Rammungen während der Bauphase ein Problem - dann bleiben Schweinswale bis zu 20 Kilometer weit entfernt. Deshalb hat das BSH nun einen verbindlichen Grenzwert für den Rammschall festgelegt. Während des Normalbetriebs mieden die Meeressäuger die Anlagen dagegen nicht.

  • tt
  • dpa
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10 Kommentare zu "Erneuerbare Energien: Fische profitieren von Offshore-Windparks"

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  • Ab 2015 dürfen nur noch Doppelhüllentanker fahren. Also kein Grund zur Panik.

  • Ich bin aus Norddeutschland. Und so dicht stehen Die Windkraftwerke hier nicht, wie Sie behaupten.

  • Hi Ockhamms Rasiermesser...Ich meine schon, dass die Evolution die Vögel in ein paar 1000 Jahren dazu bewegen würde sich von Windmühlen fern zu halten. Allerdings stehen die Windmühlen in Norddeutschland so dicht, dass dies für die Viecher dannein wenig schwierig wird einen Lebensraum zu finden.

    Ich gehe davon aus, dass man irgendwann von den Windmühlen weg kommt. Auch die Bürger von Schilda haben aufgehört die Sonnenstrahlen in Säcke zu packen.

    Vandale

  • Im übrigen sterben nach Angaben des NABU gerade mal ca. 1000 Vögel durch Windkraftanlagen. Dem gegenüber stehen ca. zehn Millionen getöteter Vögel durch Straßenverkehr und Stromleitungen (Quelle: BUND).

  • Sagen Sie mal, Vandale, halten Sie eigentlich die Vögel für zu blöd drum herum zu fliegen? Mich wundert, daß Sie noch gar nicht diesen dusseligen Discoeffekt erwähnen...

  • Ich würde mich freuen wenn man mit "Erneuerbaren Energien" sinnvoll Strom erzeugen könnte. Meine Kinder leben in Deutschland. Ich habe in Deutschland Renten- und Pensionskassen Anwartschaften.

    Auch für den Rest der Welt wäre dies grossartig. Es würde der Menschheit weitere Optionen geben.

    Vandale

  • Hallo Mikk...Die Flügel grosser Windmühlen erreichen an der Spitze eine Geschwindigkeit von > 900 Km/h. Möwen und andere Seevögel können diesen nicht entkommen. Deshalb sind Windmühlen Vogelvernichtungsmaschinen per excellence. Im Artikel wie auch sonst in den Qualitätsmedien wird dies regelmässig nicht erwähnt, oder beschwichtigt. In diesem Artikel werden selektiv die Vorteile für die Fische erwähnt, dass Massensterben der Vögel jedoch ausgeblendet.

    Ich meine schon, dass ich den zugrundeliegenden Artikel gelesen habe. Das die Meereswelt untergegangene Schiffe, Bohrinseln etc. als Brutplätze nutzt ist bekannt. Die Windmühlen dürften den Fischern das Fischen in den betroffenen Gewässern erschweren. Die räuberischen Meeresvögel die sonst einen Teil der Fische verspeisen werden durch die Windmühlenflügel selbst zu Futter. Insofern profitieren die Fische sicherlich von den Meereswindmühlen.

    Vandale

  • Lesen Sie die Artikel mittlerweile schon gar nicht mehr und setzen gleich einen Kommentar darunter?

    Anders kann ich mir das Ergebnis der Studie und Ihrem Kommentar zu den toten Vögeln ect. schwer erklären. Oder klammern Sie sich an die Aussage, dass der Vogelschlag "[...]bei schweren Wetterlagen, die für die Vögel unerwartet auftreten." noch ungeklärt ist?

    Sie sind gegen Erneuerbare Energien, schön und gut...aber so langsam gewinne ich den Eindruck Sie sind dagegen um dagegen zu sein...

  • Wenn der erste Schiffstanker gegen eine Windmühle kracht wird es die Fische bestimmt hocherfreuen. Diese Meereswindmühlen sind Industrieanlagen, die man mal soeben 1000 fach in die Meereslandschaft betoniert. Das ist weder wirtschaftlich, noch ökologisch!
    Und für die Fische erst recht kein Gewinn!

  • Die Fische können in der Tat die toten Seevögel verspeisen und profitieren so von diesen Monumenten des ökologischen Glaubens.

    Da weit draussen auf See keine Menschen leben sind die Fische die einzigen Lebewesen die man mit diesen Monumenten begeistern kann.

    Vandale

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