Folgen des Klimawandels Südseeparadies auf verlorenem Posten

Kiribati kämpft um jeden Meter Land, um jeden Liter Wasser. Der Klimawandel setzt dem Südseestaat massiv zu. Für den Präsidenten ist der Untergang seines Landes nur noch eine Frage der Zeit.
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Sandstrand auf Kiribati: auf den ersten Blick erfüllt der Pazifikstaat alle Klischees eines Südseeparadieses. Quelle: dpa

Sandstrand auf Kiribati: auf den ersten Blick erfüllt der Pazifikstaat alle Klischees eines Südseeparadieses.

(Foto: dpa)

TarawaHunderte Meter lange Sandstrände, Kokospalmen im Wind, keine Industrie, kaum Autos - auf den ersten Blick erfüllt der schmale Pazifikstaat Kiribati alle Klischees eines Südseeparadieses. Doch der Schein trügt.

Die mit Fäkalien verseuchten Strände stinken, Abfall türmt sich überall, Autowracks liegen an der Straße. Die 30 Kilometer lange durch Dämme verbundene Inselkette Tarawa, die als Hauptstadt dient, ist überbevölkert, es gibt kaum Jobs, alles ist teuer und die Menschen sind bitterarm. Die Folgen des Klimawandels geben dem Land den Rest. Es gibt immer öfter unberechenbare Stürme. Erosion frisst das spärliche Land. Der Untergang ist vorprogrammiert.

„Der liebe Gott hat es nicht leicht für uns gemacht“, sagt Präsident Anote Tong in bescheidener Untertreibung. Von seinem einfachen Büro, in dem trotz schwüler Hitze keine Klimaanlage surrt, blickt er rechts aus dem Fenster aufs Meer, und wenn es keine Bäume gäbe, könnte er auch links das Wasser sehen. Tarawa ist manchmal nur zehn, selten mehr als zwei- oder dreihundert Meter breit.

Der Präsident hat keine Illusion. Sein Land gehe unter, sagt er. Große Hoffnungen in die UN-Klimakonferenzen, deren nächste am 26. November in Doha (Katar) startet, setzt er nicht. Vielmehr hat er für das Volk schon 2400 Hektar Land ein paar Flugstunden weiter auf den Fidschi-Inseln gekauft. „Wir müssen uns vorbereiten.“ Mitte des Jahrhunderts, ist er überzeugt, dürfte seine Inselkette untergehen.

Wenn Wind und Regen über das Atoll fegen, wird es schon jetzt sehr ungemütlich. An manchen Stellen peitschen die Wellen über die Uferbefestigung, überspülen die Straße und landen auf der anderen Seite wieder im Meer. Die meisten Familien wohnen mit zehn und mehr Leuten in kleinen Holz- oder Bambushütten. Wer Glück hat, hat eine Hütte auf Stelzen.

Ein schwerer Regenguss setzt den schlammigen Boden rundum schnell unter Wasser. Die Kinder toben sofort in den Pfützen herum. Ein paar besonders kecke Jungs platschen gerne genau in dem Moment los, in dem Spaziergänger vorbeikommen. Wenn die erschrocken zur Seite springen, schüttelt sich die Kinderschar vor Lachen.

Wortführer in der Klimaschutzdebatte
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19 Kommentare zu "Folgen des Klimawandels: Südseeparadies auf verlorenem Posten"

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  • Im Gegensatz zu ihnen habe ich mir die Daten wohl angeschaut. Aber "Gläubigen" der Alarmistenkirche soll man nicht aufhalten. :D

  • Zitat: "Seit 16 Jahren steigen die Temperaturen weltweit nicht mehr"

    Wenn Sie sonst nicht schlafen können, glauben Sie daran. Seien Sie nciht allzu enttäuscht, wenn sich herausstellt, dass Sie auf einen Taschenspielertrick hereingefallen sind.

    "Seit 1850 wurde die Erde um 0,75 Grad wärmer, und die zehn wärmsten Jahre gab es in den letzten 14 Jahren“, resümiert der Met-Office-Klimatologe Peter Stott. „Die wissenschaftliche Evidenz, dass sich die Erde erwärmt, ist sehr stark.“

    Das wärmste jemals gemessene Jahr war übrigens 2010.

  • Zitat: ".es ist vermessen zu meinen, dass die Menschen das Globalklima nennenswert beeinflussen können."

    Sie haben recht. Nennenswert werden wir es nicht beeinflussen. In kosmischen Maßstäben gesehen ist unser Einfluss nicht der Rede wert. In menschlichen Maßstäben bedeutet der von uns verursachte Klimawandel allerdings einen Schaden in einer Größe, den wir heute in seiner Gänze noch nicht einmal abschätzen können.

    Unter Klimaforschern wird nicht mehr darüber diskutiert, ob es einen Klimawandel gibt.

    Es wird auch nicht mehr darüber diskutiert, ob der Mensch einen Einfluss hat.

    Es wird nur noch über die Größe des menschlichen Einflusses diskutiert.

    Sie haben auch damit recht, dass es streng genommen keine erneuerbaren Energien gibt. Da die "erneuerbaren Energien" aber eine sichere und umweltfreudliche Sicherung unserer Energieversorgung für die nächsten ca. 5.000.000.000 Jahre bedeuten, halte ich diese sprachliche Ungenauigkeit für vernachlässigbar.

    PS.: Die von mir genannten 32.000.000.000 to CO2 sind übrigens überholt. Inzwischen sind wir bei 34.000.000.000 to CO2 im Jahr 2011.

  • Hi Europäer..es ist vermessen zu meinen, dass die Menschen das Globalklima nennenswert beeinflussen können.

    Die Industrialisierung begann aus gutem Grund mit der Erschliessung der Steinkohlevorkommen und nicht im sonnenreichen Nordafrika, oder an windreichen Küsten. Die fossilen Energien erlauben eine gezielte Bereitstellung grosser Mengen preiswerter Energie.

    Das Deutsche Experiment zeigt, dass die heutigen Techniken zur Wind- und Sonnenenergienutzung für eine Industriegesellschaft völlig ungeeignet sind. Man gibt in D einen 3-stelligen Milliardenbetrag aus, erhält eine bescheidene Menge sehr umweltschädlich erzeugten, wertlosen Zufallsstroms. Alein bei der Installation der Meereswindmühlen kamen letztes Jahr 5 Menschen ums Leben. Eigentlich sollte man solche Hochrisikotechniken verbieten.

    Vandale

  • Hi Europäer..."Erneuerbare Energien" gibt es naturwissenschaftlich gesehen nicht. Am ehesten kann man Kohle, Öl und Erdgas als "erneuerbar" bezeichnen als sich diese in geologischen Zeiträumen neu bildet.

    Welche der umweltfreundlichen Kernkraftwerke in Belgien aktuell in Betrieb sind kann man im ENTSO-E nachsehen. Das Belgien durch umweltschädliche und gefährliche Windmühlen und Solarzellen versorgt wird, haben Sie vermutlich provokativ gemeint.

    Über die innenpolitische Situation in Japan und Frankreich kann ich nur spekulieren. Es spricht vieles dafür, dass in Japan die LDP die anstehenden Wahlen gewinnt und man dann hoffentlich zur Vernunft zurückfindet. Welchen Kurs Frankreich einschlägt ist meines Erachtens spekulativ. Hollande ist gem. meiner Französischen Kollegen Atomfreund, sein grüner Bündnisprtner weniger. Insgesamt ist die Französische Elite ziemlich atomfreundlich.

    Aktuell wird die Entwicklung der Kernenergie mehr durch die wirtschaftliche Abschwächung, den Zusammenbruch des Erdgaspreises in Nordamerika, den Rückgang der Kohlepreise in Asien beeinflusst, als durch politische Winkelzüge, oder die Ökoreligion.

    Vandale

  • Seit 16 Jahren steigen die Temperaturen weltweit nicht mehr, trotz CO2 Emissionssteigerungen. Und hier wird immer noch über den "Klimawandel" lamentiert. Wie uncool. Sind die MSM immer die letzten die über die Realitäten berichten? Und warum?

  • Zitat: "Fukushima ist ein kommunikativer Schwindel. Man hat in D sehr geschickt eine Maus zum Elefanten aufgeblasen."

    Und weil in Deutschland die Fukushima-Maus zum Elefanten aufgeblasen wurde, ist die Kernenergie weltweit auf dem Rückzug, in Japan ist der langfriste Ausstieg beschlossen worden
    http://www.taz.de/!101653/
    und selbst die atomverliebten Franzosen bauen ihre erneuerbaren Energien aus, wei nie zuvor.
    http://www.iwr.de/news.php?id=22382
    Donnerwetter; auf die Deutschen wird wirklich gehört;)

    PS.: Laufen die belgischen KKWs eigentlich wieder oder wird Belgien weiterhin aus erneuerbaren Quellen versorgt?
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/rsk-deutsche-akw-nicht-von-materialfehlern-in-belgien-betroffen-a-867595.html

  • "Hi Europäer ...Sie hätten die CO2 Emissionen die durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt werden besser in Gramm angeben sollen. Dann hätten Sie noch 6 Nullen anhängen können. "

    Die Angabe in Tonnen reicht völlig, um die Dimensionen klar zu machen.

    Ihr Vergleich mit dem natürlichen CO2-Haushalt ist unverständlich. Die natürliche Zusammensetzung bzw. Änderungen in der Atmosphäre und die natürlichen Änderungen des Klimas können wir nicht beeinflussen.

    Aber warum sollen wir damit weiter machen, eine solche Klimaveränderung selbst zu verursachen? In unserer jüngsten Geschichte haben wir doch erlebt, was passiert, wenn sich das Klima ändert.
    Viele Hochkulturen sind infolge eines Klimawandels ausgestorben oder mussten abwandern.

    Warum sollen wir es darauf anlegen, möglichst viel fossile Brennstoffe zu verfeuern und möglichst viel Dreck in die Luft zu blasen? Energie ist doch in Hülle und Fülle in Form von Wind, Sonneneinstrahlung, Laufwasser, Erdwärme, Gezeiten vorhanden. Wir müssen nur einen winzigen Teil dieser Energie ernten.

  • Hi Fukushima ist ein kommunikativer Schwindel. Man hat in D sehr geschickt eine Maus zum Elefanten aufgeblasen.

    Gem. der Fakten gab es ein Erdbeben mit Tsunami mit 20.000 Toten und über 200 Mrd.$ Schaden.
    Dabei kamen Energieerzeugungsanlagen, eine Raffinerie brannte, es gab 30 Opfer und ein grösseres Gebiet wurde chemisch kontaminiert. Es gab mehrere Staudammbrüche mit Opfern, das Netz brach zusammen und schliesslich erlitten 3 ältere Kernreaktoren aufgrund einer ausgefallenen Kühlung eine Kernschmelze. Todesopfer gab es hierbei lediglich durch Überarbeitung(1) und die Flutwelle (2). Todesopfer durch Radioaktivität sind nicht zu erwarten. Ein Gebiet der Grösse eines Deutschen Landkreises ist radioaktiv so kontaminiert wie es der Südschwarzwald, oder Teile des Erzgebirges seit geologischen Zeiten sind. Es ist ein erheblicher Panikschaden durch die Evakuierung, sinnloses Abtragen von Erdreich,die vorrübergehende Stilllegung von Kernkraftwerken entstanden.

    Eine Weltuntergangskatastrophe sieht anders aus,oder?

    Vandale

  • Wenn man mal die Polemik bischen übersieht dann kann man an dem Artikel schön die aktuellen Probleme der Welt ablesen.

    1.: Klimawandel.
    Man kann über die Gründe streiten, aber es ist offensichtlich, DAS sich das Klima ändert.
    Anstatt sich zusammenzusetzten und Gegenstrategien zu entwickeln, streiten die Leute lieber in ihren Lagern um Sinn und Unsinn, um Geld und "ihre" Lieblingsindustrie.
    Wo kommen wir auch hin, wenn man nicht in der nächsten MC Donalds Filiale Burger aus dem südamerikanischen Regenwald bekommt.

    2. Überbevölkerung
    Zuviele Menschen auf engem Raum, die nix besseres zu tun haben als noch mehr Menschen zu produzieren.
    Das dann 52 von 1000 Kindern sterben mag tragisch sein, aber eigentlich ist es ein Luxusproblem. Genau wie die Geschichte, das Religion ein wichtiger Träger der Gesellschaft ist und man deshalb nicht verhüten kann.

    3. Es ist kein Geld da.
    Das höre ich neuerdings DAUERND.
    Ich frage mich, wo das alles hin ist...

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