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Forschungsexpedition Nekton Forscher wollen die Tiefen des Indischen Ozeans erkunden

Die Effekte des Klimawandels sind im Indischen Ozean längst spürbar, ansonsten ist die riesige Wasserfläche aber noch weitgehend unerforscht. Das soll sich jetzt ändern.
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Erste Station der Forschungsexpedition in den Indischen Ozean wird die Inselwelt der Seychellen sein. Quelle: AP
Forschungsschiff Ocean Zephyr in Bremerhaven

Erste Station der Forschungsexpedition in den Indischen Ozean wird die Inselwelt der Seychellen sein.

(Foto: AP)

BremerhavenDie Aktion ist beispiellos, sie wird mehrere Jahre dauern, und sie startet dieser Tage von Bremerhaven an der Nordseeküste. Von dort nimmt die ehrgeizige Expedition ihren Anfang, die die Veränderungen unter der Wasseroberfläche des Indischen Ozeans dokumentieren soll.

Dabei werden die Forscher in eines der letzten großen und unerforschten Gebiete auf diesem Planeten eintauchen, eine riesige Wasserfläche, in der sich bereits jetzt die Effekte der Erderwärmung zeigen.

Das Verständnis des Ökosystems Indischer Ozean ist nicht nur für die Lebewesen darin wichtig, sondern auch für Millionen Menschen von Ostafrika über die Arabische Halbinsel bis nach Süd- und Südostasien, deren Länder an diesen Ozean angrenzen.

Die Expedition Nekton wird von mehr als 40 Organisationen unterstützt. Sie umfasst zahlreiche Tauchgänge im Indischen Ozean über einen Zeitraum von rund drei Jahren. Die Ergebnisse sollen die Basis für ein Gipfeltreffen der Anrainerstaaten bilden, das für Ende 2021 geplant ist.

Wie Trumps Klimapolitik den kleinen Inseln zusetzt
Trügerische Insel-Idylle
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Für einige Inseln ist es nach Einschätzung des UN-Klimarates IPCC wohl schon zu spät: Der durch den Klimawandel verursachte Anstieg des Meeresspiegels wird ihr Ende bedeuten. Andere könnten vielleicht noch gerettet werden – doch mit dem von US-Präsident Donald Trump angekündigten Austritt aus dem Klimaabkommen von Paris sind die Chancen deutlich gesunken.

(Foto: dpa)
Hilda Heine
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Die im Pazifik gelegenen Marshall-Inseln zählen zu den Staaten, für die der globale Anstieg des Meeresspiegels ein existenzielles Problem ist. Kein Wunder also, dass deren Regierungschefin Hilda Heine die Klimapolitik von Trump als „zutiefst enttäuschend“ bezeichnet.

(Foto: AP)
Palau
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Auch der weiter westlich gelegene Staat Palau ist massiv bedroht. „Einige Inseln sind schon verschwunden“, sagt Umweltminister Umiich Sengebau. „Wenn sich der Trend fortsetzt, ist unsere Existenz als Inselstaaten in vielen Fällen gefährdet.“ Nach dem Kurswechsel Amerikas sieht er keine andere Wahl, als sich an die Hoffnung zu klammern. (Foto: NOAA)

Rex Tillerson
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US-Außenminister Rex Tillerson betonte nach der international scharf kritisierten Ankündigung seines Präsidenten, dass die USA ihre Kohlendioxid-Emissionen schon vor der Vereinbarung von Paris im Jahr 2015 „drastisch“ reduziert hätten. Die Folgen der US-Klimapolitik könnten für Staaten wie Palau oder die Marshall-Inseln dennoch verheerend sein.

(Foto: Reuters)
Globale Erwärmung aufhalten
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Bereits seit 2009 gilt das Ziel, die globale Erwärmung gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung auf weniger als zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die besonders bedrohten Inselstaaten halten dies für nicht ausreichend und fordern eine Begrenzung auf maximal 1,5 Grad. Da die Welt sich bereits um etwa ein Grad erwärmt hat, dürften die Temperaturen demnach nur noch um weitere 0,5 Grad steigen.

(Foto: dpa)
Marshall-Inseln
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„Die 1,5 sind weiterhin unser Ziel, aber realistisch betrachtet haben wir wohl den Punkt schon überschritten, an dem dies noch möglich gewesen wäre“, sagt Kenrick Leslie, Leiter des Klimawandelzentrums der Karibischen Gemeinschaft. Mit Trumps Abkehr vom Pariser Klimaabkommen seien die Chancen darauf nun „direkt zum Fenster hinausgeschmissen worden“.

(Foto: AP)
Inselstaat Kiribati
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Kleine Inseln seien „die am stärksten gefährdeten Gebiete der Welt“, sagt der Klimaforscher Jim Skea vom Imperial College in London. Wenn die globale Erwärmung über 1,5 Grad hinausgehe, „macht dies die Bedrohung für sie noch akuter. Das ist wirklich existenziell“.

(Foto: dpa)

Das Forschungsschiff „Ocean Zephyr“ verlässt Bremerhaven zunächst mit dem Ziel Seychellen. Auf dem ersten Teil der Reise werden die Wissenschaftler sieben Wochen lang das Leben unter Wasser untersuchen, den Meeresgrund kartieren und Sensoren bis in eine Tiefe von 2000 Meter hinablassen.

Bislang weiß man wenig über das Leben dort unterhalb einer Tiefe von 30 Metern. Den Wissenschaftlern aus Großbritannien und von den Seychellen stehen für ihre Expedition im März und April zwei bemannte U-Boote sowie ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug zur Verfügung.

Wissenslücken schließen

Ronny Jumeau, Botschafter der Seychellen bei den Vereinten Nationen, sagt, solche Forschungen seien lebensnotwendig, um seinem Inselstaat beim Verstehen seines riesigen Meeresgebietes zu helfen. Die Landfläche der 115 Inseln umfasst nur rund 455 Quadratkilometer, das entspricht rund einem Fünftel der Fläche des Saarlands.

Die gesamte Wirtschaftszone der Seychellen mit allen Meeresflächen beträgt dagegen 1,4 Millionen Quadratkilometer – eine Fläche von der Größe Alaskas. Jumeau sagt, sein Land wolle Vorreiter bei der Entwicklung einer „Blue Economy“ werden, also einer blauen Wirtschaft, die auf die Ressourcen des Ozeans zurückgreift.

Bislang lebt die Inselgruppe vor allem vom Fischfang und vom Tourismus. Doch inzwischen erforscht man dort auch die Möglichkeit, Öl und Gas aus dem Meeresboden zu gewinnen.

„Der Schlüssel dazu ist, dass man nicht nur weiß, was es im Ozean gibt, sondern auch, wo sich etwas befindet und was es wert ist“, sagt Jumeau. „Nur wenn man das weiß, kann man entscheiden, was man ausnutzt und was man schützt und unangetastet lässt.“

Forschungsexpeditionen wie die „Nekton“-Mission trügen dazu bei, Wissenslücken zu schließen und vernünftige Entscheidungen bei künftigen Planungen für die „Blue Economy“ zu treffen.

Weniger als 100.000 Menschen leben in dem Inselstaat. Doch die Veränderungen des Klimawandels wie das Ansteigen der Wassertemperatur oder das Ausbleichen der Korallenriffe bekommen sie bereits zu spüren.

„Unser Ozean erfährt durch menschliche Aktivitäten eine schnelle ökologische Veränderung“, sagt Callum Roberts, Meeresbiologe von der Universität York in England, der an der Expedition beteiligt ist. „Die Seychellen sind ein kritischer Signalpunkt und Indikator für die Erhaltung des Meereslebens im Indischen Ozean und weltweit.“

  • ap
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