Fukushima Neues Leck an Atomkraftwerk entdeckt

Das Atomkraftwerk Fukushima soll stillgelegt werden. Doch der Betreiber Tepco hat mit der Säuberung von tausenden Tonnen kontaminierten Wassers zu kämpfen. Nun wurde auch noch ein neues Leck im Gebäude gefunden.
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Bis das Atomkraftwerk Fukushima endgültig stillgelegt werden kann, dauert es mindestens drei bis vier Jahrzehnte. Quelle: AFP
Wissenschaftler in Fukushima

Bis das Atomkraftwerk Fukushima endgültig stillgelegt werden kann, dauert es mindestens drei bis vier Jahrzehnte.

(Foto: AFP)

TokioAm havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist ein neues Leck geortet worden, durch das hochradioaktives Wasser ins Meer ausgetreten ist. Sensoren hätten an der Stelle Werte gemessen, die bis zu 70 Prozent über den ohnehin hohen Belastungswerten des Komplexes gelegen hätten, teilte der Betreiber Tepco am Sonntag mit.

Das Leck sei geschlossen worden, um weiteres Auslaufen verseuchten Wassers in den Pazifik zu verhindern. Andere ungewöhnliche Schwierigkeiten seien zuletzt nicht festgestellt worden.

Das Atomkraftwerk war im März 2011 durch ein Erdbeben und einen Tsunami schwer beschädigt worden, in einigen Reaktorblöcken kam es zur Kernschmelze. Seitdem kämpft Tepco mit der geplanten Säuberung von tausenden Tonnen kontaminierten Wassers, die zur Kühlung eingesetzt wurden.

Bereits mehrfach gelangte verseuchtes Wasser durch Lecks ins Meer. Zudem gibt es stetig einsickerndes Grundwasser und auch die Entsorgung hochradioaktiven Materials bereitet Schwierigkeiten.

Blick in die Ruine des Atomkraftwerks Fukushima
Fukushima Daiichi nuclear power station
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Vor einem Jahr wurde Japan von einem schweren Beben, einem Tsunami und der anschließenden Havarie des Atomkraftwerks Fukushima I erschüttert. Seitdem versuchen Arbeiter vor Ort und in der näheren Umgebung, radioaktiv verstrahlte Partikel zu beseitigen.

The tsunami-crippled TEPCO's Fukushima Daiichi nuclear power plant is seen in Fukushima prefecture
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Drei der sechs Reaktoren der Atomanlage in Fukushima sind durch die schlimmste Atomkatastrophe seit Tschernobyl 1986 beschädigt worden. Große Mengen Radioaktivität machen die Gegend in einem Umkreis von 20 Kilometern unbewohnbar.

Japan Nuclear
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Glaubt man der japanischen Regierung und Tepco, dann geht von der Atomruine Fukushima derzeit keine Gefahr aus. Von den 3600 Menschen, die jeden Tag in der Anlage arbeiten, sehen das viele anders. „Ich kann ganz klar sagen, dass es hier nicht sicher ist“, sagt ein Arbeiter. „Es gibt viele Orte, an denen die Strahlenwerte extrem hoch sind.“

Japan Nuclear
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Wäre die Katastrophe vermeidbar gewesen? Die Äußerungen des japanischen Ex-Premierministers Naoto Kan legen eine solche Schlussfolgerung nahe. Ursprünglich sei geplant gewesen, das Atomkraftwerk auf einer Anhöhe von 35 Metern über dem Meeresspiegel zu bauen.

File photograph of Tokyo Electric Power Co.'s Fukushima Daiichi Nuclear Power Plan's No.1, No.2, No.3 and No.4 reactors are seen in Fukushima Prefecture
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Aus Gründen wirtschaftlicher Effizienz habe man jedoch die Erde auf eine Höhe von zehn Metern über dem Meeresspiegel abgetragen, dadurch sei es einfacher gewesen, Kühlwasser aus dem Meerwasser zu pumpen, erläutert Naoto Kan gegenüber dem ZDF.

Fukushima Daiichi nuclear power station
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Doch genau diese niedrige Lage erlaubte das ungebremste Eindringen der Riesenwelle, die dem schweren Beben an jenem Märztag folgte und die schließlich die Notstromaggregate und damit die Kühlsysteme außer Kraft setzte.

Japan Nuclear
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Auch die Notfallzentrale, die sich fünf Kilometer von Fukushima entfernt befand, sei nicht auf die Katastrophe vorbereitet gewesen und habe, so der ehemalige Regierungschef, „nicht eine Minute funktioniert“.

Bis das Atomkraftwerk endgültig stillgelegt werden kann, dauert es mindestens drei bis vier Jahrzehnte.

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2 Kommentare zu "Fukushima: Neues Leck an Atomkraftwerk entdeckt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • HIer ein Leck, dort ein Brand. Da kann man ja beruhigt sein, wenn Japan die Atomkraftwerke wieder hochfährt!

  • Die Aussage, dass "hochradioaktives Wasser" ausgelaufen ist, ist sehr warscheinlich falsch. Hochradioaktiv sind wärmeabgebende Materialien. Entsprechend dem sonst gelagerten Wasser dürfte die Radioaktivität desselben recht nahe mancher Quellen des Schwarzwaldes, oder Erzgebirges liegen.

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