Geberkonferenz 550 Millionen für einen neuen Tschernobyl-Sarg

25 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl erhält die Ukraine eine halbe Milliarde Euro für eine neue Reaktor-Schutzhülle. Der alte Sarkophag ist undicht und droht einzustürzen.
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Der alte Sarkophag über dem havarierten Reaktor von Tschernobyl. Das Gebäude ist undicht und droht einzustürzen. Quelle: ap

Der alte Sarkophag über dem havarierten Reaktor von Tschernobyl. Das Gebäude ist undicht und droht einzustürzen.

(Foto: ap)

KiewDie internationale Gemeinschaft hat der Ukraine 550 Millionen Euro für den Bau eines neuen Schutzmantels um den Unglücksreaktor von Tschernobyl zugesagt. Diese Summe nannte der ukrainische Präsidenten Viktor Janukowitsch am Dienstag auf einer internationalen Geberkonferenz in Kiew.

Der bei dem Super-Gau vor 25 Jahren zerstörte Reaktor vier im Atomkraftwerk Tschernobyl soll seit langem durch einen 29.000 Tonnen schweren Sarkophag abgedichtet werden. Das Confinement, wie es die Techniker nennen, muss über die bisherige Schutzhülle aus Stahl und Beton gezogen werden. Denn das undichte Provisorium lässt Strahlung frei und droht einzustürzen.

Angesichts des Aufwands und der Kosten von 1,6 Milliarden Euro spricht die Umweltorganisation Greenpeace von der „größten mobilen Konstruktion, die je gebaut wurde“. Die Maße: 110 Meter Höhe, 164 Meter Breite und 257 Meter Länge. Wegen der starken Strahlung müssen die Experten den Sarkophag in einiger Entfernung montieren und dann über den alten Mantel bugsieren.

Doch das seit 1992 geplante Bauwerk, das mindestens 100 Jahre halten soll, ist nach zahlreichen Verzögerungen bis heute nicht in Sicht. Ursprünglich sollte die Konstruktion schon 2005/2006 fertig sein. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) geht inzwischen davon aus, dass der Sarkophag bis 2015 steht. Desorganisation, Personalmangel und die allgegenwärtige Korruption erschweren die Fertigstellung.

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