Gletscherschwund Ohne Bäume kein Schnee auf dem Kilimandscharo

Die Gletscher auf dem höchsten Bergmassiv Afrikas sind bereits seit Jahren auf dem Rückzug. Schuld daran ist aber nicht allein der globale Klimawandel, wie Untersuchungen britischer Wissenschaftler jetzt ergeben haben.
  • Daniel Lingenhöhl
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Schnee auf dem Kilimandscharo: Schon in einigen Jahrzehnten könnte das Gipfeleis auf Afrikas höchstem Bergmassiv verschwunden sein. Quelle: dpa

Schnee auf dem Kilimandscharo: Schon in einigen Jahrzehnten könnte das Gipfeleis auf Afrikas höchstem Bergmassiv verschwunden sein.

(Foto: dpa)

Ernest Hemingway setzten den Gletschern auf dem Dach Tansanias 1936 ein literarisches Denkmal. Doch heute ist der „Schnee auf dem Kilimandscharo“ schwer bedroht: Schon in 10 bis 20 Jahren könnten die Eisfelder auf dem Gipfel des Vulkans verschwunden sein. Verantwortlich gemacht wird dafür häufig der Klimawandel, der mit steigenden Temperaturen und zunehmender Trockenheit der weißen Kappe zusetzen soll.

Nicholas Pepin von der University of Portsmouth und seine Kollegen vermuten dagegen noch eine ganz andere Entwicklung hinter dem Negativtrend: Die um sich greifende Abholzung an den Hängen des Bergs verursacht nach Meinung der Forscher den Gletscherschwund. Mangels aufsteigender Luftfeuchtigkeit, wie sie von den Bäumen „ausgeschwitzt“ wird, bilden sich weniger Wolken rund um den Gipfel, und es fällt weniger Schnee, der die Gletscher nähren könnte.

Über vier Jahre hinweg hatte Pepins Team meteorologische Daten rund um den Kilimandscharo sowie an dessen Flanken und auf dem Gipfel gesammelt. Dabei bestätigten sie die für tropische Gebirge typischen Berg-Talwinde, bei denen im Laufe des Tages mit zunehmender Sonneneinstrahlung feuchtwarme Luftmassen nach oben zirkulieren, kondensieren und Wolken bilden, aus denen es häufig regnet oder schneit. Nachts fließen dagegen kühle Luftmassen wieder nach unten ab.

Da das Umland des Kilimandscharos außerhalb der sommerlichen Regenzeit sehr trocken ist, stammt die Feuchtigkeit überwiegend aus dem Regenwald an den Hängen. In den letzten Jahrzehnten verschwanden allerdings große Flächen, die Platz machen mussten für landwirtschaftlichen Anbau. Die Nutzpflanzen verdunsten allerdings deutlich weniger Wasser als die ursprüngliche Vegetation, und zudem heizen sich diese Areale stärker auf. Der Wandel im Kleinklima trage daher mindestens so stark zur regionalen Gletscherschmelze bei wie der Klimawandel, so die Forscher.

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  • Entwaldung ist die Hauptursache für die Klimaerwärmung. Alles Gerede über das CO2 dagegen, bleibt ziemlicher Quatsch und eine CO2 Reduktion wird das Klima allein nicht konstant halten können.

    Ohne die Wälder und die Meere als Puffer des Klimas ist auf lange Sicht ein bewahren unmöglich. Aber eventuell ist das Abschmelzen der Gletscher und Pole nur ein indiz und eine Hilfestellung für den beginn des Wasserstoff Zeitalters, das Unmengen an Wasser dem Kreislauf entziehen wird.

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