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Globaler Geltscherschwund Forscher finden riesigen Hohlraum unter Antarktis-Gletscher

Zehn Kilometer lang, vier Kilometer breit und fast so hoch wie das Empire State Building: Unter einem gigantischen Gletscher in der Antarktis klafft ein riesiges Loch.
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In Rekordgeschwindigkeit wächst unter dem Gletscher in der Antarktis ein riesiger Hohlraum. Quelle: dpa
Thwaites-Gletscher

In Rekordgeschwindigkeit wächst unter dem Gletscher in der Antarktis ein riesiger Hohlraum.

(Foto: dpa)

PasadenaIn Rekordgeschwindigkeit wächst unter einem Gletscher in der Antarktis ein riesiger Hohlraum. Er sei zehn Kilometer lang und vier Kilometer breit und damit so groß wie zwei Drittel der Fläche von Manhattan, schreiben Forscher des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa im Fachmagazin Science Advances.

Der größte Teil des Eises sei innerhalb der letzten drei Jahre geschmolzen, dabei entstand ein 350 Meter hoher Hohlraum. Das sei eine verstörende Entdeckung, teilte die Nasa mit. Nun müsse erforscht werden, wie der Schmelzvorgang den Meeresspiegel beeinflusse.

Der Hohlraum, der einmal 14 Milliarden Tonnen Eis gefasst hat, befindet sich unter dem Thwaites-Gletscher in der Westantarktis. Das Gestein unter dem Gletscher liegt hier deutlich tiefer als der Meeresspiegel. Der größte Teil des Eises sei innerhalb der letzten drei Jahre durch eindringendes Meerwasser geschmolzen, schreiben die Forscher.

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Für diese haben Wissenschaftler und Fotografen zusammengearbeitet, um zu zeigen, wie stark der Klimawandel die Eis-Massen bereits geschrumpft hat. In der Zeitschrift „GSA Today“ der geologischen Gesellschaft Amerikas sind die Funde präsentiert worden.

Der Ansatz sei sehr überzeugend, sagt der Eisforscher Ted Scambos von der Universität von Colorado . „Trotz all unserer Modelle und Mathematik, ist Sehen noch immer Glauben“, sagt Scambos über die Fotos...

(Foto: AFP)
Der Trift-Gletscher in der Schweiz im Jahr 2006
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Unter natürlichen Umständen schmelzen einige Gletscher und sind so auf dem Rückzug, während andere wachsen. Doch Messungen der 5200 Gletscher weltweit zeigen, dass die Zahl der schmelzenden Gletscherfelder durch die höheren Temperaturen gestiegen ist, geht aus der Studie hervor. Außerdem hat sich ihr Rückzug beschleunigt. (Foto: James Balog/Extreme Ice Survey via AP)

(Foto: AP)
Der Trift-Gletscher in der Schweiz im Jahr 2015
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Unter natürlichen Umständen schmelzen einige Gletscher und sind so auf dem Rückzug, während andere wachsen. Doch Messungen der 5200 Gletscher weltweit zeigen, dass die Zahl der schmelzenden Gletscherfelder durch die höheren Temperaturen gestiegen ist, geht aus der Studie hervor. Außerdem hat sich ihr Rückzug beschleunigt. (Foto: Matthew Kennedy/Earth Vision Institute via AP)

(Foto: AP)
Der isländische Sólheimajökull-Gletscher im Jahr 2007
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Die Gletscherzunge Sólheimajökull ist zwischen 2007 und 2015 um 625 Meter zurückgeschrumpft. (Foto: James Balog/Extreme Ice Survey via AP)

(Foto: AP)
Die Gletscherzunge Sólheimajökull ist zwischen 2007 und 2015 um 625 Meter zurückgeschrumpft.
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Wissenschaftler machen vor allem die vom Menschen gemachte globale Erderwärmung verantwortlich, die durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas entsteht. „Da ist etwas, das das Herz tiefer berührt, wenn man es auf Bildern betrachtet als auf Karten oder Grafiken oder in Berichten“, sagt der Fotograf James Balog. „Es macht es lebendiger.“ (Foto: James Balog/Extreme Ice Survey via AP)

(Foto: AP)
Der Mendenhall-Gletscher im Jahr 2007
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Alaska: Der Mendenhall-Gletscher nahe der Stadt Juneau ist von 2007 und 2015 um 550 Meter zurückgewichen. (Foto: James Balog/Extreme Ice Survey via AP)

(Foto: AP)
Der Mendenhall-Gletscher im Jahr 2015
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Alaska: Der Mendenhall-Gletscher nahe der Stadt Juneau ist von 2007 und 2015 um 550 Meter zurückgewichen. (Foto: James Balog/Extreme Ice Survey via AP)

(Foto: AP)

„Wir haben jahrelang vermutet, dass Thwaites nicht fest mit dem Untergrund verbunden ist“, sagt Ko-Autor Eric Rignot. Mit neuen Satelliten sei es nun erstmals möglich gewesen, die Veränderung des Gletschers und das Ausmaß des Hohlraums genau zu messen. Seit 2010 beobachten Nasa-Satelliten den Gletscher mit hochauflösendem Radar.

„Die Größe der Höhle unter dem Gletscher spielt eine wichtige Rolle beim Schmelzvorgang“, sagt Erstautor Pietro Milillo. „Wenn mehr Wärme und Wasser unter den Gletscher gelangen, schmilzt er schneller.“ Der gesamte Thwaites-Gletscher ist so groß wie Florida und derzeit für 4 Prozent des Anstiegs des Meeresspiegels verantwortlich.

Würde der gesamte Gletscher wegschmelzen, könnten die Weltmeere um etwa 65 Zentimeter ansteigen, heißt es in der Nasa-Mitteilung. „Zu verstehen, wie das Meer diesen Gletscher schmilzt, ist unerlässlich, um zu berechnen, welchen Einfluss das auf den Meeresanstieg in den kommenden Jahrzehnten hat“, so Rignot.

  • dpa
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