Great Barrier Reef Korallenbleiche schreckt Touristen ab

Korallenriffe sind nicht nur wichtige Ökosysteme, sie ziehen auch Touristen an und sind damit ein Wirtschaftsfaktor. Welche finanziellen Folgen das Ausbleichen der Riffe haben kann, zeigt sich am Great Barrier Reef.
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Ausgebleichte Korallen am Great Barrier Reef. Das weltgrößte Riff ist von Korallensterben besonders stark betroffen. Quelle: AFP
Great Barrier Reef

Ausgebleichte Korallen am Great Barrier Reef. Das weltgrößte Riff ist von Korallensterben besonders stark betroffen.

(Foto: AFP)

SydneyDie Korallenbleiche im berühmten Great Barrier Reef vor Australien wird nach einer neuen Studie auch den Tourismus massiv beeinträchtigen. Die Umweltorganisation Climate Council warnte am Mittwoch davor, dass künftig bis zu eine Million Urlauber pro Jahr fernbleiben. Auf diese Weise entgingen der Region Einnahmen von einer Milliarde australischen Dollar (mehr als 700 Millionen Euro).

Das Great Barrier Reef ist das größte Korallenriff der Welt und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des australischen Kontinents. Viele Urlauber buchen Ausflugstouren hinaus zu den Korallenstöcken. Aktuell leidet es bereits das zweite Jahr in Folge an einer Korallenbleiche.

Regenwälder unter Wasser
Ausgebleiche Korallen an der Küste der Malediven
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Lebendige, leuchtende Farben glänzten vor einem Jahr noch knapp unter der Wasseroberfläche. Jetzt sind die Korallen des Riffs auf den Malediven tot – gestorben an Stress, verursacht von der steigenden Temperatur der Ozeane.

Ökologische Katastrophe
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Was übrig bleibt, ist eine große graue Fläche. Und dieses Szenario spielt sich derzeit in Korallenriffen weltweit ab. Eine ökologische Katastrophe.

Korallenbleiche am Great Barrier Reef vor Australien
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Die Welt hat innerhalb der vergangenen 30 Jahren fast die Hälfte der Korallenbestände verloren. Wissenschaftler versuchen deshalb nun, zumindest die Reste der einzigartigen Ökosysteme über die kommenden drei Jahrzehnte zu bewahren. Die Gesundheit des Planeten hängt davon ab: Gut ein Viertel aller im Meer lebenden Spezies wird von Korallenriffen unterstützt.

Regenwald unter Wasser
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Und auch die Menschen brauchen sie. Der Verlust der Korallenriffe sei fundamental schlecht für die Gesundheit eines großen Teils der Menschheit, sagt die Direktorin des Instituts für Marinebiologie auf Hawaii, Ruth Gates. Denn Korallen produzieren Sauerstoff, den Menschen atmen. Deshalb werden sie auch oft als Unterwasser-Regenwald beschrieben.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor
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Außerdem bilden die Riffe wichtige Barrieren, die Küsten vor der vollen Kraft von Stürmen schützen. Auch die Rolle als Touristenmagnet ist nicht zu unterschätzen. Milliarden Dollar werden jedes Jahr umgesetzt, damit Menschen die Unterwasser-Regenwälder sehen können.

Mehr als ein fernes Tauchziel
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„Sie sollten besorgt sein, egal, ob Sie in Nordamerika oder Europa oder Australien leben“, sagt Ove Hoegh-Guldberg vom Institut für globale Veränderungen an der Universität in Queensland, Australien. „Das ist nicht einfach nur ein entferntes Tauch-Ziel, ein Urlaubsziel. Das ist der Stoff unseres Ökosystems, das uns trägt.“

90 Prozent aller Korallen gefährdet
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Und dieser Stoff wird gerade zerrissen. Selbst wenn die Weltbevölkerung die Erderwärmung komplett aufhalten könnte, nehmen Experten immer noch an, dass 90 Prozent der Korallen bis 2050 abgestorben sind.

Kürzlich veröffentlichte Aufnahmen aus der Luft zeigen, dass die Korallenstöcke auf einer Länge von insgesamt 1500 Kilometern ausgebleicht sind. Das sind rund zwei Drittel des gesamten Riffs. Befürchtet wird, dass große Teile davon ganz absterben.

„Im Lauf der nächsten zwei bis drei Jahrzehnte werden solche Bleichen wahrscheinlich noch schlimmer und noch häufiger“, heißt es in der Studie. „Auf die Gesundheit des Riffs und die Wirtschaft hätte das katastrophale Auswirkungen.“ Als einer der Gründe für die Korallenbleiche wird vermutet, dass die Wassertemperaturen höher liegen als früher.

Korallen sind Nesseltiere, die mit Algen in einer Gemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen leben. Bei hohen Temperaturen werden die Algen giftig, die Korallen stoßen sie ab und verlieren ihre Farbe.

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  • dpa
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