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Günther Bachmann „Der geplante Kodex macht Haftungsrisiken kalkulierbar“

Mit Günther Bachmann, dem Generalsekretär des Rats für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung, sprach Susanne Bergius über den geplanten Kodex für Nachhaltigkeit.
05.04.2011 - 18:11 Uhr Kommentieren
Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung. Quelle: Pressefoto Cassidian

Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung.

(Foto: Pressefoto Cassidian)

Handelsblatt: Braucht Deutschland einen Kodex für Nachhaltigkeit?

Günther Bachmann: Ja, denn die oft unsachgemäße Verwendung des Begriffs führt zu unscharfen Bewertungen und ungerechtfertigtem Mehraufwand für Unternehmen. Nötig ist eine Konkretisierung von Nachhaltigkeit für den Wettbewerb um zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen. Der Kodex soll einen verbindlichen Orientierungsrahmen liefern.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Als Instrument für den Finanzmarkt soll er Anforderungen transparent machen und nachhaltige Geschäftsmodelle stärken. Firmen sollten sich zu Ressourcennutzung, Arbeitnehmerbeteiligung oder ethischer Unternehmensführung anspruchsvolle Ziele setzen. Das Management soll diese mittels standardisierter Schlüsselindikatoren umsetzen. Schwache Nachhaltigkeit ist, wenn man darüber redet - starke Nachhaltigkeit, wenn sie gemessen und bewertet wird.

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    Wirtschaftsverbände befürchten unkalkulierbare Haftungsrisiken...

    Wir nehmen dies ernst. Aber eines ist klar: Haftungsfragen nehmen ohnehin zu, je mehr sich Unternehmen der Verantwortung für ihr Kerngeschäft stellen müssen und Nachhaltigkeit zum Geschäftsfeld machen. Der Kodex kann die Haftung kalkulierbar machen, indem er Messlatten liefert. Wer Nachhaltigkeit ehrlich und greifbar umsetzt, ist dann gegen Haftungsrisiken besser gewappnet.

    Wie geht es weiter?

    Die Arbeit wird mit vielen Akteuren fortgesetzt. Im Herbst 2011 wollen wir den Kodex der Bundesregierung vorlegen und in die europäische Diskussion einbringen. Geplant ist eine Praxiserprobung in Unternehmen, und wir wollen Wege zur verbindlichen Anwendung aufzeigen. Die Überlegungen zur aktienrechtlichen Verbindlichkeit nach Paragraf 161 des Aktiengesetzes sind bis dahin zurückgestellt.

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