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Invasive Arten Mit Fallschirmmäusen gegen Schlangenplage

Die Braune Nachtbaumnatter hat auf der Pazifikinsel Guam ein ökologisches Desaster angerichtet. Jetzt soll sie durch ein Bombardement der ganz besonderen Art an einer weiteren Ausbreitung gehindert werden.
2 Kommentare
Die Braune Nachtbaumnatter ist eine giftige, nachtaktive Reptilienart, die in Neuguinea, Teilen Australiens und benachbarter Inseln weit verbreitet ist. Auf Guam wurde sie aber versehentlich eingeschleppt und hat dort große ökologische und ökonomische Schäden angerichtet. Quelle: Wikipedia Public Domain

Die Braune Nachtbaumnatter ist eine giftige, nachtaktive Reptilienart, die in Neuguinea, Teilen Australiens und benachbarter Inseln weit verbreitet ist. Auf Guam wurde sie aber versehentlich eingeschleppt und hat dort große ökologische und ökonomische Schäden angerichtet.

(Foto: Wikipedia Public Domain)

HeidelbergWer Angst vor Spinnen hat, für den dürfte die Pazifikinsel Guam ein einziger Alptraum sein: Hier tummeln sich 40-mal mehr Spinnen pro Flächeneinheit als in vergleichbaren Ökosystemen auf benachbarten Inseln.

Schuld daran ist die Braune Nachtbaumnatter (Boiga irregularis), die während des Zweiten Weltkriegs mit Militärflugzeugen aus ihrem eigentlich Verbreitungsgebiet rund um Neuguinea versehentlich nach Guam eingeschleppt wurde, sich dort massenhaft vermehrte und zehn der zwölf ursprünglich heimischen Vogelarten ausrottete. Ohne die gefiederten Fressfeinde und andere Konkurrenz aber konnten sich wiederum die Achtbeiner massenhaft verbreiten.

Um derartige Umweltdesaster auf anderen Pazifikinseln zu verhindern, beginnen US-amerikanische Behörden ab April erneut mit einer ausgefeilten wie radikalen Bekämpfungsmethode: Sie werfen vergiftete Mäuse über der Insel ab, um damit die Zahl der Schlangen zu dezimieren. Ein erster Versuch vor drei Jahren war so erfolgreich, dass er nun ausgeweitet wird.

Geschätzte zwei Millionen Nachtbaumnattern leben gegenwärtig auf Guam, wo sie keine natürlichen Feinde haben. Neben dem ökologischen Schaden verursachen die Reptilien auch wirtschaftliche Kosten, denn sie sorgen wiederholt für Stromausfälle, weil sie in Verteilerkästen oder auf freihängende Stromleitungen kriechen und Kurzschlüsse auslösen. Und immer wieder werden Menschen – darunter auch Babys – gebissen, weil die Schlangen auf der Suche nach Beute in Häuser eindringen.

Da sich die Tiere zudem gern zwischen Kisten und anderen Materialien verstecken und damit als blinde Passagiere leicht per Flugzeug oder Schiff verfrachtet werden können, befürchten Naturschützer, dass sie andere Inseln wie Hawaii erreichen könnten. Die Folgen für die endemische Tierwelt und die ökonomischen Folgekosten wären verheerend.

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2 Kommentare zu "Invasive Arten: Mit Fallschirmmäusen gegen Schlangenplage"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hallo Scherzkeks,
    in der Natur gab es noch NIEMALS ein STABILES Gleichgewicht. Sie ist immer veränderlich - wie auch das Klima. Ein stabiles Gleichgewicht mag es auf dem Mond ohne Leben und ohne Atmosphäre geben, aber nicht auf unserer Erde.

  • Mit der Menschwerdung begann die Willkür, der Mensch glaubt fortan entscheiden zu dürfen was lebenswert ist und was nicht.
    Damit ist das unwiderrufliche Ende der Natur besiegelt.

    Ob ungeklärte Abfälle des Atomstroms, Windräder die Vögel töten, Chemie in Flüssen oder massenhafte Quallenplage vor Chinas Küsten, Katzenplage im Wohngebiet und damit Aussterben der Amseln oder eben hier die Nacht-irgendwas-natter, die Natur hatte STABILE Gleichgewichte geschaffen.
    Nun schießen wir "lästige" Bären in Italien ab, aber der Wolf muss unbedingt in Sachsen wieder rumheulen und auf Rotkäppchenjagd gehen ...
    *kopfschüttel*

    Deutlich mehr Demut gegenüber der Natur wären angebracht.
    Da gab es doch mal was: Richtig, die Naturfreunde!

    Ich schlage vor das Jahr 2014 zum "Internationalen Jahr der Natur" auszurufen.