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Kein Recycling-Konzept Alte Windräder werden zum Problem

Was passiert mit alten Windparks? Langsam stellt sich die Frage, denn viele Anlagen der frühen Generation nähern sich dem Rentenalter. Vor allem für die riesigen Windrotoren gibt es noch keine befriedigende Antwort.
5 Kommentare
Viele Windräder aus den Anfangsjahren der Energiewende erreichten demnächst das Ende ihrer 20-jährigen Förderzeit. Quelle: dpa
Windpark in Mecklenburg-Vorpommern

Viele Windräder aus den Anfangsjahren der Energiewende erreichten demnächst das Ende ihrer 20-jährigen Förderzeit.

(Foto: dpa)

Lünen Windparks arbeiten umweltfreundlich und ohne den Klimakiller CO2 – bis sie ausrangiert werden. Danach sieht die grüne Bilanz weniger positiv aus.

Die riesigen Rotorblätter der Windanlagen aus mit Harz verklebten Glasfaser- oder Karbon-Verbundstoffen lassen sich bisher kaum wiederverwerten. Sie werden meist geschreddert und verbrannt und belasten dabei auch noch die Filter der Öfen.

Mehr als 28.000 Windkraftanlagen sind derzeit bundesweit im Landesinneren und in der Nord- und Ostsee im Einsatz. „Wir laufen auf ein Riesenproblem zu“, sagt der Sprecher des großen deutschen Recyclingunternehmens Remondis in Lünen, Michael Schneider.

Das sind die größten Windkraft-Konzerne der Welt
Platz 14: XEMC (China)
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Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. XEMC profitiert zwar von diesem Boom, hat aber durch einen etwas schwächeren Windmarkt an Bedeutung verloren. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2017 auf fast tausend verkaufte Turbinen und einen Marktanteil von 1,8 Prozent.

Marktanteil 1,8 Prozent.  

(Foto: Reuters)
Platz 13: Sewind (China)
2 von 14

Im vergangenen Jahr fand sich auf diesem Platz noch der chinesische Staatskonzern Dongfang, im Ranking 2017 wird er von seinem ebenfalls chinesischen Konkurrenten Sewind zwei Plätze nach hinten verwiesen. Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt.

Marktanteil: 2,1 Prozent.  

(Foto: dpa)
Platz 12: CSIC Haizhuang (China)
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Unter den 15 führenden Windkraftkonzernen der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2017 mehr als 45 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt.

Marktanteil: 2,3 Prozent.

(Foto: dpa)
Platz 11: United Power (China)
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Der chinesische Windkraft-Konzern, United Power, bekommt die gedämpfte Entwicklung auf dem Heimatmarkt stark zu spüren. Vom siebten geht es auf den elften Platz und der Marktanteil schrumpft um ganze 1,2 Prozent. Die Tochtergesellschaft des staatlichen Stromversorgers China Guodian produziert Turbinen für Windräder an Land und auf hoher See in beinahe allen Leistungsklassen.

Marktanteil: 2,6 Prozent.

(Foto: dpa)
Platz 10: Suzion (Indien)
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Dank eines Boom-Jahres auf dem heimischen Markt, hat der indische Windturbinenhersteller Suzion es in die Top 15 geschafft. Das ist allerdings auch der Markt, auf den fast 40 Prozent des Geschäfts von Suzion entfallen. Im laufenden Jahr wird aufgrund von der Umstellung auf offene Ausschreibungen erst einmal mit einem Einbruch des indischen Marktes gerechnet, dann muss auch der Windradbauer zunächst mit einem Auftragseinbruch rechnen.

Marktanteil: 2,6 Prozent.

(Foto: Reuters)
Platz 9: Senvion (Deutschland)
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Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion hat es auch global wieder unter die Top 10 geschafft. Ganze drei Plätze brachte ihn ein Rekordjahr auf dem deutschen Markt nach vorne. In der Bundesrepublik wurde noch nie soviel Windkraftleistung installiert wie im vergangenen Jahr: Ganze 6,5 Megawatt. Im nächsten Jahr könnte das aber wieder ganz anders aussehen. Die Hamburger kämpfen mit schwindenden Subventionen, massiven Preiskampf und sinkenden Umsätzen.

Marktanteil: 3,7 Prozent.

(Foto: dpa)
Platz 8: Mingyang (China)
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Chinas drittgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen. Im Gegensatz zu den meisten anderen chinesischen Windkonzernen, konnte Mingyang seinen Marktanteil 2017 sogar vergrößern.

Marktanteil: 4,7 Prozent.

(Foto: PR)

Denn viele Windräder aus den Anfangsjahren der Energiewende erreichten demnächst das Ende ihrer 20-jährigen Förderzeit nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Viele dieser Anlagen dürften danach mangels Rentabilität abgebaut werden.

Bisher sei es kaum möglich, die mit Harz verklebten Fasern wieder zu trennen. „Wir kriegen die nicht mehr auseinander“, sagt Schneider. Und die Betreiber von Verbrennungsanlagen – etwa Zementwerke – nähmen die Stoffe wegen der Belastung der Filter nur ungern und in kleinen Mengen an.

Windanlagen mit rund 4000 Megawatt Kapazität fallen laut Bundesverband Windenergie Ende 2020 aus der Energiewende-Förderung und stehen danach wohl überwiegend vor dem Aus, falls der Börsenstrompreis nicht deutlich anzieht. Legt man 5-Megawatt-Turbinen-Anlagen nach aktuellem Technikstand zugrunde, entspricht das mindestens 800 großen Windmühlen. Tatsächlich sind es wohl deutlich mehr.

Hinzu kommen Anlagen, die nach Defekten, Unfällen oder aus Altersgründen ersetzt werden. Remondis rechnet 2017 mit bundesweit mehr als 9000 Tonnen Recyclingmaterial aus Rotorblättern und einem Anstieg auf rund 16.000 Tonnen jährlich bis 2021.

Zahlen die Betreiber beim Rückbau drauf?
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Mehr zu: Kein Recycling-Konzept - Alte Windräder werden zum Problem

5 Kommentare zu "Kein Recycling-Konzept: Alte Windräder werden zum Problem"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Im Zweifelsfalle ist der Grundstückseigentümer dafür zuständig , weil sonst keiner mehr greifbar ist .

  • Warum steht oben "Kein Recycling-Konzept" in Bezug auf die Windräder, wenn anschließend wunderschön ein Recycling-Konzept beschrieben wird. Stahlbeton wird in Beton und Stahl getrennt und verwertet. Alle metallischen Rohstoffe werden wieder gewonnen. Die Verbundstoffe werden verbrannt oder (mit relativ hohem energetischem Aufwand) getrennt und wieder verwertet.

    Ein nennenswertes Problem gibt es also schon bei Berücksichtigung heutiger Technologien nicht. Dennoch tauchen seit 1 1/2 Jahrzehnten immer wieder Berichte auf, welche die Probleme beim Recyceln von WKA besonders hervorheben. Wir verfeuern in Deutschland im Jahr ca. 75 Mio to Öl und weitere 25 Mio to werden zu Kunststoffen, Düngemitteln und weiteren chemischen Produkten verarbeitet. Die oben genannten 0,016 Mio to Recyclingmaterial pro Jahr aus den Rotoren der WKAs können uns da unmöglich vor unüberwindbare Probleme stellen.

  • Rund € 250.000.- für den Rückbau und die Entsorgung eines großen 5 MW Turmes
    werden nie reichen. Ausser man darf sie über eine Sprengung kontrolliert "fällen".
    Für so wenig Geld fahren nicht mal die Spezialkrane auf jedes Baufeld um den Generator- und Getriebeblock herunerzuheben.
    Bin gespannt ob die heutigen Betreiber auch alles wieder aufräumen.
    Als Baudenkmal gehen diese Konstruktionen sicher nicht durch.

  • "Vor allem für die riesigen Windrotoren gibt es noch keine befriedigende Antwort"

    Dann wird es Zeit, dass man Forschungsaufträge für Endlager vergibt. Bei den AKW's dauert das ja auch schon Jahrzehnte.

  • Grundsätzlich sind Windmühlen wohl neben PV Solaranlagen mit die umweltschädlichste Art Strom zu erzeugen. Hauptgrund ist das der Strom entsprechend den Zufällen des Wetters erzeugt wird und in einem bedarfsgesteuertem Netz nahezu wertlos ist. Sprich es wird ein enormer Umweltaufwand getrieben um einen sehr bescheidenen nutzbaren Ertrag zu generieren.

    Bei der Entsorgung sind die Windmühlenflügel herausfordernd. Meist wird faserverstärktes Epoxydharz verwendet. Ausgangsstoff ist Bisphenol -> BADGE. Bisphenol hat als Stoff eine hormonelle Wirkung.

    Herausfordernd sind auch die gewaltigen Betonfundamente. Meistens werden diese, je nach Landesgesetz teilweise abgetragen. Der Rest verbleibt im Boden bis die nächste Eiszeit...diese ggf. abträgt.

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