Klimaforschung Gletscherschwund lässt die Meere wachsen

Seit dem Jahr 1900 ist der globale Meeresspiegel um etwa 20 Zentimeter angestiegen. Österreichische Forscher haben den Hauptschuldigen dieser Entwicklung ausgemacht – und gleich noch einen Blick in die Zukunft geworfen.
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Rund 300.000 Gletscher existieren weltweit. Die globale Erwärmung lässt die Eisströme werden immer kleiner werden. Quelle: Ben Marzeion

Rund 300.000 Gletscher existieren weltweit. Die globale Erwärmung lässt die Eisströme werden immer kleiner werden.

(Foto: Ben Marzeion)

InnsbruckDer vom Menschen verursachte Klimawandel lässt Gletscher schmelzen und den Meeresspiegel ansteigen. Die Gletscherschmelze hat zwischen den Jahren 1902 und 2009 elf Zentimeter zum Anstieg beigetragen und war damit dessen wichtigste Ursache. Dies haben Wissenschaftler der Universität Innsbruck berechnet.

Seit dem Jahr 1900 ist der globale Meeresspiegel um etwa 20 Zentimeter angestiegen. Eine der Ursachen ist das Abschmelzen der Gletscher. Daneben spielen die Erwärmung und die damit verbundene Ausdehnung des Meerwassers, das Schmelzen der Eisschilde in Grönland und der Antarktis, sowie die Änderung des im Grundwasser und Stauseen gespeicherten Wassers eine Rolle.

Die Innsbrucker Wissenschaftler berechneten für ihre Studie die Veränderungen jedes einzelnen Gletschers auf der Erde - insgesamt rund 300.000 - mit einem numerischen Modell und zogen tausende Einzelmessungen heran, um das Modell zu verifizieren. „Aus diesen Berechnungen geht hervor, dass die Gletscher zwischen 1902 und 2009 rund elf Zentimeter zum Meeresspiegelanstieg beigetragen haben", so Ben Marzeion vom Institut für Meteorologie und Geophysik.

Interessanterweise ist die Abschmelzrate über die Jahre relativ konstant geblieben: Die Temperaturen waren in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zwar deutlich kälter als heute. Die Gletscher waren damals aber noch größer, so dass sie in tiefere und damit wärmere Lagen hinabreichten. Zusätzlich gab es in den 1930er und 1950er Jahren deutliche, relativ kurze Erwärmungen in der Arktis, die dort zu großen Gletscherrückgängen führten.

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17 Kommentare zu "Klimaforschung: Gletscherschwund lässt die Meere wachsen"

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  • @hafnersp
    Naturwissenschaften, auch Klimatologie sind primär empirische Wissenschaften.

    Eine Pauschalkritik an nichtlinearen Computersimulationen, vernachlässigt die empirischen Daten, die in solche einfließen müssen.

    Auch die Kernfusionsprozesse in einer Sonne laufen chaotisch ab, und manche Sonnen enden gar in einer Supernova. Das läßt sich aber recht gut simulieren.

    Klimamodelle sind zugegebenermaßen komplexer und für sie braucht man mehr Rechenleistung.

  • @DrKuhnle
    Die im Spiegel 1986 dargestellte Katastrophe war eine Karikatur. Und es ist ein stilistisches Mittel bei Karikaturen zu überzeichnen.

    Haben Sie das jemals als realistisches Zukunftsszenario ernstgenommen oder meinen Sie jetzt auch überzeichnen zu müssen, indem sie eine Karikatur als wissenschaftliches Szenario interpretieren?

    Und was meinen Sie damit, dass die deutschlandweite Jahresdurchschnittstemperatur seit 25 Jahren um 9,1 °C pendelt? Das ist bekannt, dass die Jahresmittelwerte von Jahr zu Jahr deutliche Unterschiede aufweisen und daher um einen Mittelwert pendeln.
    Wieso sprechen Sie daher nicht vom linearen Trend der letzten 25 Jahre, sondern von Pendelbewegungen um einen Mittelwert? Ist das auch karikativ gemeint?

    Der lineare Trend der Temperaturentwicklung in Deutschland der letzten 25 Jahre zeigt signifikant nach oben. Der lineare Trend der letzten 15 Jahre nicht. Das ist relativ ähnlich für Deutschland und auch bei den globalen Temperaturen.

    Wer sich für ein lesenswertes populärwissenschaftliches Buch eines österreichischen Klimatologen interessiert (es enthält auch einiges Interessante über Alpengletscher und Klima), dem sei von Reinhard Böhm, Heiße Luft – Reizwort Klimawandel empfohlen, das übrigens als PDF frei im Internet zur Verfügung steht.

    Gute populärwissenschaftliche Schriften haben den Vorteil zu Fachliteratur, dass sie Gesamtzusammenhänge darlegen und zwar gut verständlich. Ich befürchte nämlich, dass viele beim Thema Klimawandel den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.

  • Nach meiner Wahrnehmung ziehen sich jüngst die Propheten der Klimakatastrophe ähnlich stetig zurück wie die Gletscher. Bei einem fleichbleibenden Meeresspiegelanstieg um nur 20cm in 107 Jahren dauert es nach Adam Riese etwa 32000 Jahre, bis man mit dem Schlauchboot in den Kölner Dom hineinfahren kann. Die vom Spiegel 1986 dargestellte Katastrophe fällt demnach also aus. Darüber hinaus sprechen die Zahlen des DWD eine klare Sprache: Seit 25 Jahren pendelt die deutschlandweite Jahresdurchschnittstemperatur um 9,1 Grad, Tendenz gleichbleibend. Ähnliches dürfte für Österreich gelten. Ich könnte mir vorstellen, dass das Wachsen und Schmelzen von Gletschern mehr mit lokalen Wolken und Niederschlägen zusammenhängt als mit globalen Temperaturschwankungen im lächerlichen Zehntelgradbereich. Der Verweis auf den angeblich vom Menschen gemachten Klimawandel wirkt hier völlig deplatziert und zeugt von der Angst der Autoren vor machthungrigen CO2-Agitatoren. Selbst wenn in Deutschland alle Dächer mit Solarpanalen zugepflastert (und in China entsprechend viele Kohlekraftwerke zur Produktion derselben gebaut) würden, sollte dies die Gletscher wenig beeindrucken. Die Bilanz nach 25 Jahren teurer Klimapolitik ist verheerend: Der CO2-Gehalt der Luft ist stärker gestiegen als je befürchtet, die Temperaturen in Deutschland leider nicht. Cui Bono?

  • @KarlSchlonz
    Sie haben die Sache was die "Physik" dahinter angeht auf den Punkt getroffen! Zu Ihrer letzten Frage:
    das Handelsblatt als Produkt eines der großen Medienkonzerne in Deutschland ist eben Teil des Systems. Im Mittelalter war das System die katholische Kirche und die CO2-Steuer war der Ablaßhandel für die Sünden, heute hat man das Ganze eben entsprechend den neuen Religionen angepaßt. Um einen Fachmann sprechen zu lassen:
    "Die Kunst der Besteuerung liegt darin, die Gans so zu rupfen, daß sie unter möglichst wenig Geschrei so viele Federn wie möglich läßt."
    (Jean Baptiste Colbert, 1619 - 1683, franz. Finanzminister)

  • Wenn der Anstieg stimmen sollte, sprechen wir hier von 2mm/Jahr und diese "Überschwemmung" kann auch andere Ursachen haben, wie Absinken des Festlandes.
    Seriöse Abhandlungen über den Meeresspiegel finden Sie hier:
    http://tinyurl.com/ck3xedf
    http://tinyurl.com/bwcpx3q
    http://tinyurl.com/c399por

  • Sie erwaehnen in Ihrem Artikel nicht, dass es keinen Beleg fuer die Vorhersagekraft von Klimamodellen gibt.
    Da das Klima ein chaotisches System ist, muss ein Modell endlicher Aufloesung im Lauf der Zeit eine exponentiell wachsende Abweichung vom echten System entwickeln. Dies ist die Definition von Chaos. Die "Klimaforscher", eine bessere Bezeichnung waere "die Leute, die Klimamodelle auf ihrem Computer laufen lassen", haben keine Chance, die Zukunft korrekt vorherzusagen, und sie haben in der Vergangenheit immer nur versagt. Warum geben Sie diesen Versagern ein Podium?

  • @An Alle
    Wer wirklich sachlich informiert werden und sich mit seinem Verständnis und Wissen einbringen will, der sollte sich mal im Internet unter EIKE.eu suchen. Auf dieser Seite wird noch sachlich und faktenreich das Thema Energie/Klima behandelt.

  • Wieder ein Beitrag zu Angstmache mit erfundenen Problemen. Die Alpen waren schon öfter eisfrei, Hanibal hat das gezeigt als er mit den Elefanten kam.
    Seit 2000 Jahren wird es kälter, die Sonne moduliert die Abhühlung mit Höhen und Tiefen. Weil immer mehr Menschen den Betrug mit dem menschengemachten Klimawandel erkennen, kommen immer wieder Beiträge zu Verunsicherung.
    Allmählich schlägt das jedoch in Wut um, insbesondere wenn wir auch unsere unnötig hohe Stromrechnung sehen.
    Meine Reaktion war das Abbestellen der Lügenpresse!

  • Wieso interessieren sich gerade die Österreicher für die Entwickung des Meeresspiegels? Ist es die Nähe zur Küste oder die Nähe zum Geld, das die Studie finanziert?

  • Keine Angst, Merkel hat sich darauf verwendet nur einen Temperaturanstieg auf max. 2(?) Grad zuzulassen! Das beruhigt mich ungemein! Wer gegen Sonne, Mond und Sterne so tapfer kämpft, der kann sich nicht irren! Ach ja, vieles läuft falsch hier auf unserem Planeten, aber Gottseidank auch vieles unabhängig von unseren Demokratie-Diktatoren und den bestens bezahlten Wetter-Propheten!
    Dieser Planet geht eher an seinen Politikern zu Grunde als an seinen Fehler behafteten übrigen Bewohnern.

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