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Klimaforschung „Wir müssen die Herausforderung durch die Skeptiker annehmen"

Hans von Storch gehört zu den Klimaforschern, die auch mit der eigenen Zunft kritisch ins Gericht gehen. Im Interview spricht der Direktor des Instituts für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum über den Umgang mit Klimaskeptikern – und darüber, wie sich der Mensch an den Klimawandel anpassen muss.
  • Daniel Lingenhöhl
7 Kommentare
Hans von Storch will mehr Vertrauen in die Klimafoschung aufbauen. Quelle: GKSS

Hans von Storch will mehr Vertrauen in die Klimafoschung aufbauen.

Herr von Storch, Rekordhitze im Juli in Deutschland, zuvor Überschwemmungen in Osteuropa, Kälteeinbruch in Südamerika nach einem extrem heißen Sommer, Überflutungen in China nach gravierender Dürre: Ist das eine zufällige Häufung von Wetterextremen, die von den Medien einfach aufmerksam registriert werden, oder deuten sich schon Folgen der Erderwärmung an?

Die Medien sind sicherlich aufmerksamer, weil sich das Interesse der Öffentlichkeit an Wettermeldungen gesteigert hat. Als Forscher müssen wir aber aufpassen, denn ein Einzelereignis macht noch nicht das Klima aus: Es ist völlig belanglos. Klima ist vielmehr die Statistik des Wetters, erst lange Beobachtungsreihen lassen entsprechende Aussagen über das Klima zu.

Ein einzelner heißer Sommer bedeutet genauso wenig wie ein einzelner kalter Winter, dass die Erderwärmung bereits durchschlägt oder umgekehrt gestoppt ist – auch wenn die Medien dies vielleicht gerne verknüpfen, weil es sich gut liest. Und leider treten auch immer wieder Aktivisten auf, die extreme Hitze oder Stürme mit dem Klimawandel in Zusammenhang bringen. Anschließend wundern sie sich, wenn die Skeptiker den Spieß umdrehen und auf die gleiche Weise kalte Winter als Beleg gegen die Erderwärmung heranziehen. Das ist eine Verrohung des intellektuellen Niveaus.

Wissenschaftlicher Fakt ist jedenfalls der allgemeine Erwärmungstrend, der gegenwärtig stattfindet - und den kann auch ein Kälteeinbruch in Südamerika oder der letzte kalte Winter in Deutschland nicht umkehren.

Sie mahnen des Öfteren, dass sich der Mensch an Wetterchaos und den Klimawandel anpassen müsse – dies sei ebenso zentral wie die Reduzierung von Treibhausgasen. Ist das auch mit Grund dafür, dass Sie nun als Berichterstatter in die Arbeitsgruppe „Folgen des Klimawandels sowie möglichen Anpassungsstrategien“ des Weltklimarats IPCC berufen wurden?

Vielleicht hatte man den Hintergedanken, dass es die Akzeptanz des IPCC in der Öffentlichkeit steigert, wenn jemanden berufen wird, der nicht immer dem Mainstream in der Klimaforscherzunft entspricht. Aber einen konkreten Hinweis darauf habe ich nicht, denn ich wurde in allerletzter Minute für die Gruppe ernannt.

Wer beruft eigentlich die Mitarbeiter am Bericht?

Es gibt verschiedene Einrichtungen, die dem IPCC-Büro personelle Vorschläge machen. In Deutschland sorgt dafür die IPCC-Koordinierungsstelle der Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie für Forschung und Wissenschaft in Bonn. Dort kann man sich auch selbst bewerben, was ich gemacht habe: Ich hatte vorgeschlagen, dass ich gerne in der Arbeitsgruppe 2 „Auswirkungen, Anpassungen und Gefährdung“ mitmachen würde. Dort passierten beim letzten Mal die Fehler, und ich würde gerne mithelfen, dass dies so nicht noch einmal geschieht.

Die deutsche Behörde hat etwa 80 Namen gesammelt und diese ans IPCC-Sekretariat in Genf weitergegeben, wo schließlich die Auswahl getroffen wurde. Nach welchen Kriterien dies allerdings vonstatten geht, entzieht sich meiner Kenntnis.

Worin besteht Ihre Hauptaufgabe?

Nach meinem Verständnis soll das vorhandene Wissen für das von mir betreute Fachgebiet gesammelt werden. Wir beschreiben den wissenschaftlichen Konsens, gewähren aber auch Platz für kontrovers diskutierte Fragen der Forschergemeinde. Das wird eine schöne Herausforderung. Das erste Treffen findet im Januar 2011 statt, bis dahin müssen wir auch die ersten Ergebnisse zusammen haben.

Wie transparent ist das Verfahren?

Während meiner ersten Mitarbeit am IPCC-Bericht, beim 3. Sachstandsbericht von 2001, lief das Verfahren in der Arbeitsgruppe 1 sehr ordentlich und sehr offen ab.

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7 Kommentare zu "Klimaforschung: „Wir müssen die Herausforderung durch die Skeptiker annehmen""

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Mike
    Wissenschaftler können Daten fälschen, die Diskussion dieser Daten ist öffentlich und frei.
    Es steht jedem in der Welt frei, eigene Daten zu erheben und sie zur Diskussion zu stellen.
    Jeder Kritiker möge also sagen, WELCHE Daten (mit Quellenangabe) er in Zweifel zieht oder welche Daten er anders interpretiert. Grundlage sind Daten.
    Die großen betrugsfälle in der Wissenschaft basieren alle auf gefälschten Daten (publish or perish, kenne ich alles).

    ich habe selber jahrelang wissenschaftlich gearbeitet und es ist schon schwer genug für mich, die Arbeiten eines Kollegen aus meinem Fachgebiet zu überprüfen. Wie wenig ich dann von anderen Fachgebieten weiß, kann ich nur erahnen.
    Somit halte ich mich, was die beurteilung der Aussagen anderer Fachgebiete betrifft, sehr zurück, weil ich keine Ahnung davon habe. Der Unterschied ist, daß ich weiß, wieviel Wissensabstand zwischen Wissenschaftlern (die selbstverständlich nicht unfehlbar sind) und sich für klug haltenden Laien besteht. Und deren - im brustton der Überzeugung verkündete - Kritik finde ich nicht fundiert.
    ich bin auf vielen Gebieten Laie, aber ich bin mir dessen bewußt. Klar kann ich betrug und interessenskonflikte und Verrat vermuten, aber den Nachweis als Nichtfachmann zu führen, traue ich mir nicht zu. (und anderen eben auch nicht)
    Also muß ich auf das vertrauen, was die Mehrheit eines Fachgebietes als momentane Meinung vertritt.

  • Eine gute Frage Daniel hatte stellen können, wen das mit dem Klimawandel nicht so läuft wie die Wissenschaftler das sich so vorstellen, wäre ja nicht das erste mahl. Vor 40 Jahren wurde uns, zum teil von dem Gleichen Leuten, erzählt das wir auf dem weg zur nächsten Eiszeit sind.
    Nachdem die bevölkerung ihr leben und Lebensstandard geändert hat normalerweise verschlechtert weil Energy von Wind und Sonne viel teurer ist und Autos kaum damit laufen.
    Werden Wissenschaftler die Verantwortung tragen?
    Wen ein Architekt ein Hause baut das zusammenbricht ist das mit seinem Architekten leben vorbei und er kann sich einen anderen beruf suchen.
    Wen aber ein Wissenschaftler die nächste Eiszeit ankündigt können diese ohne Verlust ihres Rufes oder Ansehen zur Globalwarming und dann Klimawechsel wechseln.
    Solange Wissenschaftler nicht verantwortlich gemacht werden für deren Angstmacherei und Schaden die sie verursache sollten sie nicht für glaubwürdig gehalten werden.
    besonders wen Wissenschaftler nur Ansichten oder Computer Models haben ohne beweise ihrer Aussagen in der Wirklichkeit.
    Den Klimawandel gibt es nur in Computer Models auch nach über 20 Jahren und billionen EUR hat Niemand Klimawandel in der Wirklichkeit gefunden.

  • @Norbert
    Oberlehrerhaftigkeit ist mir schon immer auf den Geist gegangen.
    Auch Wissenschaft, Herr Lehrer, hat was mit Glauben oder korrekter ausgedrückt mit Thesen zu tun. Thesen werden durch Fakten untermauert und es wird versucht mit Gegenbeweisen die aufgestellen Thesen zu widerlegen.
    So sollte es jedenfalls sein. ist es aber nicht immer, insbesondere dann nicht, wenn Wissenschaftler auch von dem Leben müssen was sie Produzieren ! (Sorry, ich hatte Vergessen Lehrer brauchen keine Ergebnisse an ihren Auftraggeber abliefern, Wissenschafler aber schon)
    Und genau da hört mein Glaube an die Wissenschaft auf und erlaube mir wissenschaftliche Ergebnisse zu hinterfragen !
    Ausserdem gibt es unter der wissenschaftlichen Gemeinschaft auch so etwas wie Herdentrieb. Tanzt eine Wissenschaflter aus der Reihe und behauptet z.b. etwas was der Klima-Religion widerspricht, wird er möglicherweise schnell diskreditiert.
    Es passiert dem "Abweichler" das Gleiche was mir auch gerade passiert ist....es wird (von oben herab) behauptet ich sei nicht in der Lage mich qualifiziert zu informieren und meine Erkenntnisse würden somit auf purem Glauben beruhen und sowieso bin ich unbelehrbar.....Es hat nur gefehlt, daß das Wort Verschörungs-Theoretiker zu Anwendung kam....
    Also Herr Oberlehrer, ich danke ihnen für ihre schlaue Lektion, überlegen Sie mal ob das von ihnen gesagt nicht viel mehr auf Sie selbst zutrifft als auf Andere :-)

  • Gläubige prüfen keine Daten (sofern sie dazu überhaupt in der Lage sind),sondern überlegen, ob Folgerungen in ihr Weltbild passen. Alles, was nicht paßt, wird mit "interessensgesteuert" oder "manipulation" als falsch abgestempelt. Sie lassen noch nicht einmal die hypothetische Überlegung zu, daß Rohdaten ordnungsgemäß ermittelt wurden.
    Der Wissenschaftler hat Fragen, und kann aus seinen Daten leider nicht die Schlüsse ziehen, die er sich wünscht, sondern nur die, die logisch sind, ansonsten würden ihm die Kollegen schnell seine Fehler nachweisen.
    Der beneidenswerte Gläubige hat keine Fragen mehr, weil er seinen Glauben für Wissen hält.
    Und daher werden die (meistens fachfremde) Klimaskeptiker ihre ideologien weiterhin vertreten und durch kein wie auch immer geartetes Argument zu überzeugen sein, weil sie ja schon wissen ...

  • Aha, das iPCC hat einen neuen besen! mir reicht es aber schon, daß er es als wissenschaftlichen Fakt hinstellt, daß derzeit ein Klima-Erwärmung stattfindet. Für mich ist Fakt, daß die Klima-Rohdaten schon manipuliert in die Statistiken einfließen und kein einziges Klimamodel wirklich funktioniert.
    Wie immer wenn ich an etwas zweifle und ich verschiedene Meinungen höre, versuche ich mir selbst ein bild zu machen. Dies empfehle ich auch anderen, ein blick zum beispiel auf die Pohlkappen und man sieht, daß das mit der Erwährung purer Humbug ist. Ein weiterer blick auf die Temperatur-Aufzeichungen der letzen 10.000 Jahre und man stellt fest, daß es schon deutlich wärmer war als heute (siehe Greenland etc. etc.). Was also will der Mann uns denn Neues sagen, außer das er Gebetsmühlenartig eine nicht existierende Klima-Katastrophe prophezeien will, damit wir weichgekocht werden für na z.b. eine neu CO2-Steuer.....
    Oder für den extra teuren Solarstrom (Handelsblatt berichtete ja schon darüber) oder das nächste Auto in Form eines sündhaft teuren Elektrokochers....(was ja geradezu genial ist, denn dann bezahlen wir ja zweimal erst den teuren Strom und dann das teure Auto). Also wer es glaub wird selig, wer es nicht glaubt kommt auch in den Himmel !

  • Alles nur Augenwischerei. Die Glaubwürdigkeit dieses Vereins ist ein für alle Mal verspielt. Jetzt gaukeln sie einen Dialog mit der Gegenseite vor. Damit wollen die sogenannten Experten doch nur wieder um Akzeptanz buhlen und um neue Forschungsgelder. Früher haben Wissenschaftler nicht zuerst an das Geld gedacht, was sie haben wollen, sondern völlig wertfrei Dinge erforscht oder bewiesen. Diese neue Einschmeichelei ist nichts weiter, wie das verlogene Politikergetue. Einem Politiker glaube ich auch kein Wort mehr. in der Regierung wird korrupt gehandelt und in der Opposition wird um Wählerstimmen gebuhlt, um an die Macht zu kommen und selbst korrupt werden zu dürfen.

  • Na die meisten Skeptiker sagen ja gar nicht, dass wir keine Klimaänderung haben, sondern, dass der Mensch es nicht verhindern bzw. ändern kann.

    Und zumindest in Deutschland ist das Wetter so normal wie lange nicht...

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