Klimakonferenz in Warschau Die Welt ist zu beschäftigt für Klimaschutz

Die Klimaforscher haben es gerade im Weltklimabericht bestätigt: Treibhausgase erwärmen das Klima. Bei der Klimakonferenz in Warschau soll nun endlich gegengesteuert werden. Doch ein Durchbruch ist kaum zu erwarten.
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Braunkohle-Tagebau im brandenburgischen Jänschwalde: Die Konzentration der Treibhausgase in der Erdatmosphäre hat 2012 einen neuen Rekordwert erreicht. Quelle: dpa

Braunkohle-Tagebau im brandenburgischen Jänschwalde: Die Konzentration der Treibhausgase in der Erdatmosphäre hat 2012 einen neuen Rekordwert erreicht.

(Foto: dpa)

Für 2015 hat sich die Weltgemeinschaft ein großes Ziel gesteckt: Bis Jahresende soll endlich ein allgemein verbindliches Klimaschutzabkommen stehen. Experten zufolge bleibt kaum noch Zeit, um die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß zu begrenzen.

Von der UN-Klimakonferenz, die am Montag in Warschau beginnt, wird dennoch kein Durchbruch in wesentlichen Fragen erwartet. Die Welt ist zu beschäftigt mit anderen Problemen wie der Wirtschaftskrise. Und mit Polen richtet dieses Jahr ausgerechnet ein vehementer Verfechter der klimaschädlichen Kohleenergie die Klimakonferenz aus.

Wie der Klimawandel Deutschland verändert
Thermometer vor Sonne
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Temperaturen

Zwischen 1901 und 1910 lag die Jahresmitteltemperatur in Deutschland je nach Region zwischen 7 und 12 Grad, zu den wärmsten Gegenden zählten der Oberrheingraben und das Kölner Becken. Bis zum Vergleichsjahrzehnt 2001 bis 2010 stiegen die Temperaturen je nach Region zwischen 0,25 und 2 Grad.

Spätsommerliches Wetter in den Bergen
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Besonders sichtbar sind diese Sprünge in Teilen von Brandenburg und Sachsen-Anhalt, aber auch in Teilregionen von Hessen und Bayern. Nur in einem schmalen Korridor zwischen Kiel, Hamburg und Hannover blieb es kühler. Auf der Basis dieser Werte rechnen die Forscher zwischen 2011 und 2100 mit einem weiteren Anstieg der Werte um 3,6 bis 4 Grad - je nach Region.

Niedrigwasser der Elbe
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Wasser

Die Wasserressourcen fallen in den kommenden Jahrzehnten sehr unterschiedlich aus. So haben Modellberechnungen für die Ems ergeben, dass sie im Jahresmittel eher mehr Wasser führen wird als heute.

Ganz anders sieht es für die Elbe aus. In ihrem Einzugsgebiet gibt es nach den Szenarien weniger Wasser, weil es im Sommer seltener regnet und durch die Hitze auch mehr Wasser verdunstet. Die Schneeschmelze im Winter kann die Gesamtbilanz nicht mehr ausgleichen. Extreme Niederschläge im Winter steigern gleichzeitig das Hochwasserrisiko.

Goldener Herbst
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Wassermangel in Flüssen hat nicht nur Folgen für Flora und Fauna. Auch die Schifffahrt kann beeinträchtigt werden. Mit großer Knappheit wird im Leipziger Becken, im Oderbruch, Sachsen-Anhalt und in der Oberrheinebene gerechnet.

Wald in NRW
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Wälder

Mehr Wärme könnte die Vegetationsperiode der Bäume verlängern. Das führt erst einmal zu positiven Effekten: Wälder könnten mehr schädliches Kohlendioxid aus der Luft filtern. Und die Forstwirtschaft hat durch das Wachstum etwas mehr Holz zur Verfügung.

Diese Pluspunkte könnten aber durch die größere Trockenheit gleich wieder schwinden. Denn sie stresst die Wälder und macht Bäume anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Dazu steigt zum Beispiel in Brandenburg die Waldbrandgefahr um 16 Prozent.

Raureif-BuchenBuchen
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Buchen gelten als Verlierer des Klimawandels, Kiefern zählen eher zu den Gewinnern. Für die Zukunft empfehlen die Forscher die Pflanzung von Mischwäldern - um mögliche Ausfälle einer Baumart ausgleichen zu können.

Kartoffelernte in Thüringen
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Landwirtschaft

Die gute Nachricht lautet, dass ein Rückgang der Produktion eher unwahrscheinlich ist. Denn die Vegetationszeit verlängert sich durch mehr Wärme, Winterkulturen profitieren davon. Im Sommer lassen sich trockenere Böden von Jahr zu Jahr durch Spielräume bei Fruchtarten, Sortenwahl und Düngung kompensieren.

„Es gibt keinen Zweifel, dass wir handeln müssen und dass wir jetzt handeln müssen“, erklärte UN-Klimasekretärin Christiana Figueres kurz vor der knapp zweiwöchigen Konferenz mit mehr als 190 Teilnehmerstaaten. „Warschau muss zeigen, dass wir diese Botschaft verstanden haben.“

Die Befunde der Wissenschaft sind tatsächlich alarmierend. Die Konzentration der Treibhausgase in der Erdatmosphäre hat 2012 einen neuen Rekordwert erreicht, verkündete die Weltorganisation für Meteorologie vor ein paar Tagen. Die Chancen, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß zu begrenzen, werden immer kleiner, warnte das UN-Umweltprogramm. Statt der anvisierten maximal zwei Grad könnte die Durchschnittstemperatur im schlimmsten Szenario bis zum Jahr 2100 um bis zu knapp fünf Grad steigen, heißt es im aktuellen Bericht des Weltklimarats IPCC.

Die klimaschädlichen Emissionen müssten daher noch in diesem Jahrzehnt ihren Höhepunkt erreichen und danach drastisch gesenkt werden, sagt Tasneem Essop von der Umweltschutzorganisation WWF. „Wenn wir dieser besonderen Herausforderung nicht begegnen, dann werden wir mit Sicherheit die Chance verpassen, einen katastrophalen Klimawandel zu stoppen.“

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