Klimaschutz Mit weißen Dächern den Klimawandel bekämpfen

Die Idee, die globale Erwärmung mit reflektierenden Dachflächen zu bekämpfen, ist nicht neu. Jetzt haben Forscher einmal genau nachgerechnet, wie sich die Temperaturen in US-Städten verändern würden.
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Kühle Dächer könnten im Kampf gegen den Klimawandel helfen. Quelle: dpa

Kühle Dächer könnten im Kampf gegen den Klimawandel helfen.

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TempeMit speziellen Hausdächern könnten Städte langfristig der Erderwärmung entgegenwirken. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher um Matei Georgescu von der Arizona State University in einer Untersuchung, die sie aktuell in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften veröffentlicht haben. Je nach Region empfehlen die Forscher Dachbegrünung oder stark reflektierende Dächer.

Bei ihrer Untersuchung gingen die Forscher auf der Basis von Modellrechnungen davon aus, dass sich die Durchschnittstemperatur unabhängig von der globalen Erwärmung in großen Gebieten der USA allein durch das Wachsen der Städte bis zum Jahr 2100 um ein bis zwei Grad Celsius steigen wird. In städtischen Ballungsräumen könnte der Anstieg sogar bis zu drei Grad betragen.

Schnelle Wege aus der Klimafalle
Zehn Maßnahmen zum Klimaschutz
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Klimaexperten haben mehr als 400 Methoden zur Bekämpfung des Klimawandels unter die Lupe genommen. Im Fokus der im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlichten Untersuchung stand ausnahmsweise nicht der Klimakiller CO2, sondern das Treibhausgas Methan sowie Ruß, der in der Atmosphäre dafür sorgt, dass weniger Sonnenstrahlung ins All reflektiert wird.

Schon mit einigen einfachen Maßnahmen, so die Wissenschaftler, ließe sich der Ausstoß von Methan und Ruß so stark reduzieren, dass der globale Temperaturanstieg bis zum Jahr 2050 um ein Drittel geringer ausfallen würde als bislang vorhergesagt. Die zehn wichtigsten Maßnahmen im Überblick.

Bergbau
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Durch eine bessere Filterung bei der Entlüftung von Kohleminen würde deutlich weniger Methan freigesetzt.

Gaspipelines
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Lecke Gaspipelines sind eine weitere Treibhausgas-Quelle, die sich mit relativ geringem Aufwand schließen ließe.

Mülldeponien
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Deponie-Gas, dessen Hauptbestandteil Methan ist, entsteht durch den bakteriologischen und chemischen Abbau von organischen Inhaltsstoffen des Mülls. Seine Freisetzung zu verhindern und es nutzbar zu machen, würde dem globalen Klimawandel entgegenwirken, so die Forscher.

Ölförderung
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Durch unkontrolliertes Abblasen bei der Ölförderung gelangen ebenfalls große Mengen Methan in die Atmosphäre, die durch verbesserte Fördertechnik eingefangen werden könnten.

Viehzucht
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Auch durch eine bessere Aufarbeitung der bei der Nutztierhaltung anfallenden Exkremente – etwa durch Vergärung in Biogasanlagen – ließe sich der Methanausstoß deutlich verringern.

Reisanbau
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Keine andere Kulturpflanze setzt soviel Methan frei wie Reis. Durch verbesserte Anbaumethoden, weniger Dünger und eine weniger intensive Bewässerung ließe sich der Methanausstoß beim Reisanbau reduzieren.

Als wichtige Gegenmaßnahme werden in den USA bereits seit längerem stark reflektierende Oberflächen diskutiert, die bis zu 90 Prozent der Sonneneinstrahlung zurückwerfen. Diese kühlen Dächer (cool roofs), das ergaben nun die die Berechnungen von Georgescu und Kollegen, könnten tatsächlich die Umgebungstemperatur um bis zu etwa 1,5 Grad senken.

Die Forscher nutzten für ihre Untersuchungen Klimamodelle und Prognosen zum Wachstum von US-Städten. So nahmen sie etwa an, dass die Bevölkerungszahl der USA von derzeit etwa 315 Millionen Einwohnern bis zum Jahr 2100 auf 690 Millionen anwachsen wird und sich die Stadtgebiete um 261.000 Quadratkilometer vergrößern, was den Maximalprognosen entspricht. Außerdem müssten 100 Prozent der Gebäude kühle Dächer haben.

Nicht ohne Nebenwirkungen
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  • Eisfreie Polkappen stellen erdgeschichtlich den Normalzustand dar und machen etwa 80 bis 90 Prozent der Erdgeschichte aus.

    Ein Beispiel ist das Paläogen (älteres Tertiär). Zeiten mit vereisten Polkappen, die so genannten Eiszeitalter, stellen die Ausnahme dar.

    Die aktuelle erdgeschichtliche Periode, das Quartär, ist ein solches Eiszeitalter.

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