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Klimawandel Künstliche Dürre zum Schutz des Regenwalds

Im tropische Regenwald von Cairns in Australien simulieren Forscher, wie sich der Regenwald in Zeiten des Klimawandels verändert. Eine künstliche Dürre soll zeigen, wie den steigenden Temperaturen begegnet werden kann.
14.09.2015 - 12:22 Uhr
Mit Plastikplanen wird im Daintree-Regenwald in Australien eine Dürre simuliert. Die Planen lassen Licht durch, halten aber bis zu 90 Prozent des Regenwassers ab. Quelle: dpa
Regenwald ohne Regen

Mit Plastikplanen wird im Daintree-Regenwald in Australien eine Dürre simuliert. Die Planen lassen Licht durch, halten aber bis zu 90 Prozent des Regenwassers ab.

(Foto: dpa)

Cairns „Die Regenwälder, so wie wir sie heute kennen, sind in Lebensgefahr“, warnt Susan Laurance. Die Australierin kennt die tropische Natur von Kindesbeinen an. Sie ist Ökologieprofessorin an der australischen James Cook-Universität in Cairns.

Es gab und gebe zwar immer Störfälle im Wald, so die Forscherin: Überschwemmungen und Dürren etwa. Das Ökosystem könne sich daran anpassen. „Der Klimawandel ist aber eine massivere Störung. Das Ökosystem kann sich nicht erholen, wenn immer öfter Dürren und Hitzewellen kommen – er wird anfällig etwa für Parasiten.“

Der Turmbau zu Amazonien
Klimamessturm Atto
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Der Eiffelturm ist 24 Meter kleiner, der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz ist mit 368 Metern nur 43 Meter höher: Am Wochenende ist im Amazonas-Regenwald 150 Kilometer nordöstlich von Manaus der welthöchste Klima-Messturm eröffnet worden.

(Foto: AFP)
Höher als der Eiffelturm
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325 Meter hoch reckt sich der rot-weiß-rote Stahlturm gen Himmel. Mit seiner Hilfe wollen Forscher ergründen, welche Bedeutung der Regenwald wirklich für das Weltklima hat.

(Foto: ap)
Ein Messturm für den Klimawandel
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Der Amazonasregenwald gilt als einer der Kipppunkte des globalen Klimasystems. Und genau diese Punkte sollen mit Hilfe der Atto (Amazonian Tall Tower Observatory) genannten Anlage besser erforscht werden.

(Foto: ap)
Daten sammeln im Sekundentakt
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Bestückt ist der Turm mit Sensoren, die im Sekundentakt Daten sammeln über Treibhausgase, Wolkeneigenschaften und den Transport von Luftmassen in dieser für das Weltklima so bedeutsamen Region.

(Foto: ap)
Deutsch-brasilianisches Gemeinschaftsprojekt
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Mit deutscher Hilfe ist der Turm errichtet worden – je zur Hälfte bezahlen die brasilianische und die deutsche Seite 8,4 Millionen Euro für den Bau und die ersten fünf Betriebsjahre. Noch fehlt ein Teil der Technik, spätestens ab 2016 soll Atto aber voll funktionsfähig sein.

(Foto: AFP)
Max-Planck-Institute beteiligt
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Beteiligt an dem Projekt sind die Max-Planck-Institute für Chemie (Mainz) und für Biogeochemie (Jena), das brasilianische Bundesinstitut für Amazonasforschung (INPA) und die Universität des Staates Amazonas (UEA).

(Foto: dpa)
Hoch hinauf
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Der Turm soll rund 30 Jahre im Einsatz sein. Durch die Höhe – er ist besteigbar und wird atemberaubende Ausblicke über die „Grüne Hölle“ Amazoniens bieten – sollen fernab von menschlichen Einflüssen Messungen in höheren Luftschichten als üblich durchgeführt werden.

(Foto: AFP)

Um zu sehen, welche Bäume wie mit extremer Trockenheit zurechtkommen, erzeugt Laurance auf einem Hektar Regenwald nahe Cairns eine künstliche Dürre. Ihr Team hat dazu 4000 Quadratmeter Boden mit Plastikplanen abgedeckt. Die Konstruktionen ähneln Treibhäusern.

Die Planen lassen Licht durch, halten aber bis zu 90 Prozent des Regenwassers ab. Ein 47 Meter hoher Kran erlaubt Laurance, Baumkronen und Stämme in der Höhe unter die Lupe zu nehmen.

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    Regenwälder sind die Lunge der Welt, sagt Laurance. „Sie liegen am Äquator und bekommen die meiste Sonne. Nirgends wachsen Bäume und Pflanzen besser. Deshalb binden sie enorme Mengen Kohlendioxid.“

    Das hilft dem Klima, weil wachsende Mengen Kohlendioxid in der Atmosphäre die Erde wärmer werden lassen. Vor fünf Jahren simulierten Forscher bereits Dürre im Regenwald am Computer und im Labor. Regnet es weniger, steigt demnach die Kohlendioxid-Abgabe in die Atmosphäre.

    „Wir studieren, welche Arten bei Dürren widerstandsfähiger sind als andere“, sagt Laurance. „So wissen wir, wie es künftig um diesen Kohlendioxidspeicher bestellt ist.“ Nur ein Prozent der Baumarten speicherten die Hälfte des Kohlendioxids im Regenwald.

    Einige Arten schaffen es, andere nicht
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