Klimawandel Schmelzwasser-Seen unter Grönlands Eispanzer

Unter dem grönländischen Eisschild liegen große Seen mit Schmelzwasser. Forscher deuten die Funde als Beleg dafür, dass der Klimawandel den Eismassen noch stärker zusetzt als bisher vermutet.
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Ein Fluss verschwindet im Eis eines Gletschers auf Grönland. Forscher haben unter dem Eispanzer der Insel große Schmelzwasserseen entdeckt. Quelle: dpa

Ein Fluss verschwindet im Eis eines Gletschers auf Grönland. Forscher haben unter dem Eispanzer der Insel große Schmelzwasserseen entdeckt.

(Foto: dpa)

Columbus/IthacaForscher haben unter dem Grönländischen Eisschild Hinweise auf große Schmelzwasser-Seen gefunden, die sich binnen kurzer Zeit entleeren und wieder auffüllen können. Das berichten zwei Teams von US-Wissenschaftlern in den Fachzeitschriften „Nature“ und „The Cryosphere“. Sie sehen darin einen weiteren Hinweis auf die schwerwiegenden Folgen des Klimawandels.

Als problematisch werten die Experten vor allem die Tatsache, dass durch das relativ warme Schmelzwasser die Unterseite des Eispanzers erwärmt wird, wodurch sich dessen Auflösung beschleunigt. Zudem könne das Wasser unter den Gletschern den Eisfluss auf dem steinigen Untergrund beschleunigen. Das Abschmelzen des grönländischen Festlandeises gilt als eine der Ursachen des globalen Meeresspiegelanstiegs.

Kaum noch altes Eis am Nordpol
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Rund um den Nordpol gibt es fast kein mehrere Jahre altes Eis mehr. Das hat die jüngste Arktis-Expedition des Forschungseisbrechers „Polarstern“ gezeigt, der am Donnerstag in seinen Heimathafen Bremerhaven zurückgekehrt ist.

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Zum dritten Mal in seiner 30-jährigen Geschichte hatte das Flaggschiff des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) den Nordpol überquert.

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Auf dem Weg sei das Schiff durch so dünnes Eis wie nie zuvor gefahren, sagte Kapitän Stefan Schwarze, der schon bei den Fahrten 1991 und 2001 dabei war. „Damals war es harte Arbeit, sich durchs Eis zu kämpfen. Jetzt konnten wir zügig fahren.“

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Bei ihren Eisdickemessungen entlang einer rund 2500 Kilometer langen Linie fanden die Meeresphysiker des AWI überwiegend nur 90 Zentimeter dickes Eis, wie es sich während eines arktischen Winters auf der Meeresoberfläche bildet.

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Lediglich vor dem Kanadischen Archipel und in der Nähe der nordsibirischen Inselgruppe entdeckten die Forscher noch größere Mengen mehrjährigen Eises, das zwischen zwei und fünf Metern dick ist.

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Nach Einschätzung der AWI-Forscher schmilzt das Eis schneller als in den bisherigen Prognosen zu den Folgen des Klimawandels vorhergesagt. Spätestens bis Mitte dieses Jahrhunderts werde das mehrjährige Eis vollständig verschwunden sein.

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In diesem Sommer hat die Eisschmelze im Arktischen Ozean die Ausmaße des Rekordminimums von 2007 erreicht. Vor vier Jahren habe sich aber Ende September beispielsweise auf der Laptewsee wieder erstes Eis gebildet, sagte die Leiterin der Expedition, Ursula Schauer. „Dieses Mal war von Eisbildung weit und breit nichts zu sehen.“

Die in „The Cryosphere“ beschriebene Entdeckung machte ein Team um Ian Howat von der Ohio State University in Columbus. Eigentlich arbeiteten die Forscher, gestützt auf Luftbilder und Satellitenaufnahmen, an einer Karte des grönländischen Eisschildes.

Dabei stießen sie im Südwesten der Insel, rund 50 Kilometer landeinwärts von der Küste entfernt, auf einen 70 Meter tiefen Krater von rund zwei Kilometern Durchmesser. Die etwa 25 Milliarden Liter Wasser, die sich wohl im Lauf von mehr als 40 Jahren dort unter dem Eis angesammelt hatten, seien im Herbst 2011 wahrscheinlich binnen weniger Wochen verschwunden.

„Die Tatsache, dass der See für mehrere Dekaden stabil war und dann nach einigen sehr heißen Sommern innerhalb von wenigen Wochen oder schneller ablief, könnte ein Signal dafür sein, dass im Eisschild eine fundamentale Veränderung stattfindet“, so der Glaziologe Howat. Der nach geologischen Maßstäben extrem schnelle Abfluss des Wassers sei katastrophal. Möglicherweise gebe es Tausende solcher Seen entlang der Küste.

Abflusskanäle unterhalb des Eises
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4 Kommentare zu "Klimawandel: Schmelzwasser-Seen unter Grönlands Eispanzer"

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  • wegen der Kälte müssen ja auch die Häuser gedämmt werden - weil es wärmer wird :-)

  • Völlig paradox!

    Und hochgradig schwachsinnig, so eine Denkweise, wie die Grünen sie an den Tag legen, ernst zu nehmen. Genau so schwachsinnig ist, daß man ein bedenkliches Gesicht aufsetzen kann und die Wärme beklagen kann. Die Kälte ist das Problem!

  • ich finde es ebenfalls immer wieder erstaunlich, dass heutzutage an allem die Technik schuld ist. Oder halt der Mensch der die Technik nutzt.

    In früheren Epochen waren immer die Götter schuld. Inzwischen scheinen die Menschen sich selbst für Götter zu halten - und glauben sie könnten die natürliche Evolution der Erde aufhalten.
    Es hat schon immer Klimaveränderungen gegeben und es wird sie auch auch so lange geben wie die Erde besteht. Den Menschen hat es nicht immer gegeben und wird es auch nicht immer geben - und - das ist der Erde vollkommen wurscht :-)

    Nur die Grünen, die, die immer von Natur reden und von Ökologie, die möchten die Entwicklung der Erde aufhalten - sie zum Stillstand verdammen. Völlig poradox!

  • Seit der kleinen Eiszeit die um 1830 endete ist es zum Glück für die Menschheit etwas wärmer geworden.

    Das etwas wärmere Wetter hat die Gletscher in den Alpen reduziert und nagt wohl auch am Grönländischen Eispanzer.

    Allerdings gab es anscheinend im frühen Mittelalter eine Periode die noch etwas wärmer war als heute. Damals besiedelten Wikinger Grönland und nannten es "Grünland".

    Eine weitere Erwärmung wäre für die Menschheit sicherlich vorteilhaft. Abseits des Klimaschwindels kann man nur hoffen, dass es nicht bald wieder kälter wird.

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