Korallenbleiche Dem Pesthauch trotzen

Die Erderwärmung gefährdet die Symbiose zwischen Korallen und einer Algenart – die Korallen bleichen seit Jahrzehnten kontinuierlich aus. Vor Hawaii beobachten Meeresforscher jetzt allerdings eine Trendwende.
Kommentieren
Die globale Erwärmung stress die Nesseltiere. Quelle: ap
Ausgebleichte Korallen vor Hawaii

Die globale Erwärmung stress die Nesseltiere.

(Foto: ap)

HonoluluWie überall auf der Welt hat die Erwärmung der Weltmeere auch vor den Küsten des US-amerikanischen Pazifikparadieses Hawaii die ortsansässigen Korallen bedroht. Die Algenart der Zooxanthellen, die ihnen als Nahrungsmittel dient und so ihr Überleben sichert, trieb unkontrolliert aus und sorgte dafür, dass die farbenprächtigen Nesseltiere ausbleichten – ein rascher Tod schien unausweichlich.

Aber dann erwiesen sich die Korallen als erstaunlich widerstandsfähig: Die zuständige Behörde auf Hawaii hat verkündet, dass sich die örtlichen Korallen weitgehend erholt haben.

Dauerhafte Entwarnung mögen die Wissenschaftler aber nicht geben. Dauerhaft höhere Meerestemperaturen würden die Korallen nicht vertragen, warnen sie. Die ortsfesten Tiere seien der ständigen Bedrohung von Erderwärmung, Überfischung und dem Stress durch den Tourismus ausgesetzt.

Korallenriffe sind ein Hort des submarinen Lebens: Nur zehn Prozent des Meeresbodens bedecken sie, aber sie bieten Lebensraum für rund ein Viertel aller bekannten Unterwassertiere. Viele Fische und andere schwimmende Lebewesen ernähren sich von den Korallen, andere Tiere suchen Schutz vor Räubern in den Verästelungen.

Wenn Korallen um Hilfe rufen
Korallen
1 von 6

Steinkorallen der artenreichen Gattung Acropora bilden das typische Geflecht von Korallenriffen. Doch die Nesseltiere müssen sich diesen Lebensraum mit einem gefährlichen Gegner teilen.

Korallen
2 von 6

Giftige Haaralgen drohen die Korallen zu überwachsen, was diese abtötet und im Extremfall das ganze Riff zerstören kann. Um sich dieser Gefahr zu erwehren, haben die Korallen eine clevere Strategie entwickelt: Sie rufen um Hilfe.

Korallen
3 von 6

Wie Danielle L. Dixson (Bild) und Marc E. Hay vom Georgia Institute of Technology ermittelten, senden attackierte Korallen einen chemischen Hilferuf aus, um Fische als Hilfstruppen zu rekrutieren.

Korallen
4 von 6

Die im Wasser löslichen Stoffe werden innerhalb von Minuten nach der ersten Kontaktaufnahme mit der giftigen Alge ausgestoßen und locken Blaupunkt-Korallengrundeln herbei.

Korallen
5 von 6

Die Fische befreien die Koralle von ihrem toxischen Angreifer, indem sie die Algen von den befallenen Teilen abfressen.

Korallen
6 von 6

Im Gegenzug profitieren die Fische vom Gift der verzehrten Meerestiere: Die Aufnahme der toxischen Bestandsstoffe führt dazu, dass die Wirkung des leicht giftigen Schleims, den die Tiere gegen Fressfeinde produzieren können, verstärkt wird.

Wieder andere nutzen die wunderlichen Wucherungen als Nistplatz für ihr Gelege. Auch eine der ältesten bekannten Fischarten – die Haie – liebt Korallenriffe.

„Der Klimawandel ist da, er ist kein Hirngespinst der fernen Zukunft“, sagt Mark Eakin von der zuständigen US-Bundesbehörde für die See und das Klima. Die Ausbleichung der Korallen sei ein signifikanter Beleg dafür. 15 Prozent aller Korallen, für die seine Behörde verantwortlich ist, liegen in der Kaneohe Bay vor Hawaiis Insel Oahu. Drei Viertel davon haben alle traumschöne Buntheit verloren und zeigen sich bleich-blass, und damit scheinbar tot.

Ganz so schlimm ist es aber nicht, sagt die ortsansässige Expertin Anne Rosinski. Rund zwölf Prozent der Korallen seien tot, und die seien nach der Schwächung durch die Bleiche von Bootspropellern dahingerafft worden. Der Rest erhole sich jetzt langsam und gewinne seine Farbe wieder. Auch vor den Inseln Maui und Kauai seien die Bestände der Korallen auf dem aufsteigenden Ast.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Hilflose Fische
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Korallenbleiche - Dem Pesthauch trotzen

0 Kommentare zu "Korallenbleiche: Dem Pesthauch trotzen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%