Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Mais, Reis, Weizen und Soja Ernte-Erträge steigen zu langsam für künftige Welternährung

Im Jahr 2050 müsste doppelt so viel Reis, Weizen und Soja geerntet werden wie jetzt. Nur dann würde niemand mehr hungern, schreiben Forscher und schlagen Alarm: Der Ertrag der Pflanzen lässt sich kaum so schnell erhöhen.
23 Kommentare
Bis 2050 müssten sich die Ernte-Erträge laut den US-Forschern verdoppeln – das ist aber nicht in Sicht. Quelle: dpa

Bis 2050 müssten sich die Ernte-Erträge laut den US-Forschern verdoppeln – das ist aber nicht in Sicht.

(Foto: dpa)

Saint PaulWissenschaftler sehen die Ernährung der Weltbevölkerung zunehmend in Gefahr. Die Erträge von Reis, Mais, Weizen und Sojabohnen steigen einer Studie zufolge nicht stark genug an, um den zunehmenden Hunger nach ihnen zu stillen. Im Jahr 2050 müsste doppelt so viel von diesen Pflanzen geerntet werden wie derzeit – also 100 Prozent mehr. Dazu müsste sich der Ertrag um durchschnittlich 2,4 Prozent in jedem Jahr bis 2050 verbessern. „Die aktuellen Raten erreichen dieses Ziel aber nicht“, schreiben die US-Forscher im Online-Journal „PLOS One“.

Mit den derzeitigen Raten ließe sich die Produktion von Mais bis zum Jahr 2050 um rund 67 Prozent steigern, berechnete das Team um Jonathan Foley vom Institute on the Environment an der University of Minnesota. Für Reis gebe es ein Plus von 42 Prozent, für Weizen 38 Prozent und für Sojabohnen 55 Prozent.

Drei Fakten sorgen dafür, dass mehr Agrarpflanzen nötig sind: Die Weltbevölkerung wird von sieben auf neun Milliarden Menschen steigen. Jeder Mensch isst im Durchschnitt mehr Fleisch und Milchprodukte, zu deren Produktion viele Pflanzen nötig sind, und es wird mehr Biosprit verwendet. Hinzu kommt: Auch die derzeit rund 870 Millionen unterernährten Menschen, sollten künftig genug zu essen haben.

Das Forscherteam hatte für die Arbeit gut 2,5 Millionen Zahlen zusammengetragen. Es handelte sich um Angaben zu Ernteflächen und Ertrag - und zwar von der Dorf-Ebene bis zur Landes-Statistik sowie von 1961 bis 2008. Dabei wurde vor allem auf die Trends der zwei jüngsten Jahrzehnte geachtet. Außerdem konzentrierten die Forscher sich auf Mais, Reis, Weizen und Sojabohnen. Diese Pflanzen ergeben zusammen rund zwei Drittel jener Energiemenge, die momentan der Anbau aller Kulturpflanzen weltweit erbringt.

Die Forscher entdeckten mehrere Krisenregionen, zum Beispiel Guatemala, wo Mais rund 36 Prozent der Energie aus Nahrungsmitteln ausmacht: Während dort die Bevölkerung wächst, geht die Mais-Produktion zurück. Problematisch sei die Lage auch in China und Indien, so die Forscher weiter: Die beiden Länder gehören hinsichtlich Reis und Weizen jeweils zu den drei wichtigsten Herstellern der Welt, aber die Erträge stiegen kaum. In China würde pro Jahr etwa 0,7 Prozent mehr Reis und 1,7 Prozent mehr Weizen gewonnen; in Indien sei es pro Jahr etwa 1,0 Prozent mehr Reis und 1,1 Prozent mehr Weizen.

Mit diesen Raten würde in beiden Ländern die Pro-Kopf-Ernte gerade gleichbleiben, so die Forscher. Der Hunger der Weltbevölkerung ließe sich damit aber nicht lindern. Ähnlich sei es in Afrika: Dort sinke die Pro-Kopf-Ernte für Reis ausgerechnet in nahezu all jenen Ländern, wo sich die Menschen vor allem von Reis ernähren, zum Beispiel auf Madagaskar sowie in Mali, Nigeria und Tansania.

Um all diesen Ansprüchen gerecht zu werden, müsse mehr geerntet werden. Deswegen sei es wichtig, den Ertrag pro Pflanze anzukurbeln, so die Forscher. Mehr Anbaufläche sei hingegen keine Lösung: Als Weideland werde weltweit bereits eine Fläche genutzt, die etwa der Fläche des afrikanischen Kontinents entspreche.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Mais, Reis, Weizen und Soja - Ernte-Erträge steigen zu langsam für künftige Welternährung

23 Kommentare zu "Mais, Reis, Weizen und Soja: Ernte-Erträge steigen zu langsam für künftige Welternährung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ach, du meine Güte! Müssen wir jetzt die Friedhöfe schließen, weil sich dort die Maden artfremde Gene einverleiben?

  • Schwerter zu Pflugscharen und horizontweite Solarplattenfelder zu Getreidefelder! Niemand kann Solarstrom essen.

  • @Ockham

    Es gibt da einen Unterschied bzgl. natürlicher Genvermischung innerhalb einer Art und Genmaipulation durch Hinzufügung artfremder Gene. Wer das abstreiten will sollte mal seinen Geist schärfen oder darüber meditieren. Vererbungslehre mit Genmanipulation gleichzusetzen ist noch Kindergarten.

  • Interessante Inhalte zu finden hier, Bsp. http://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/ite/dateien/28059_schweinef__tterung___kobetrieb_1.pdf

    Prinzipielles Potential an Ackerflächen ist das für Schweine-, Rinderfütterung vorgehaltene Wiesenland. Die Beifütterung von Eiweiß über Körnerleguminosen und sonstigem Zukauffutter ist ineffizient bzgl. der Welternährungslage.

  • Ihre vielen Hypothesen vertragen sich nicht mit Ihrem Namen.

  • Beleg?

  • Es sollen also höhere Erträge erzielt werden? Das ist die Weisheit, die Sie aus der Studie ziehen und hier vorstellen? Dann haben sie die Studie wohl kaum im Original gelesen. Ich habe das Gefühl, dass alle Blätter, die dieser Tage dieselbe Schlagzeile hinausbrüllen ("Müssen wir verhungern?"), lediglich irgendeine Pressemeldung verwursten, die ihrerseits schon auf ein bestimmtes Ziel hinaus will, statt objektiv zu sein.

    Wurde die Studie eigentlich im Original gelesen? Wie kann man dann den letzten Satz der Schlussfolgerung übersehen haben, der nämlich unter anderem eine sehr wichtige Empfehlung ausspricht:

    "[...] A portion of the production shortfall could also be met by expanding croplands, but at a high environmental cost to biodiversity and carbon emissions [4], [43]–[45]. Alternatively, additional strategies, particularly changing to more plant-based diets and reducing food waste [4], [46]–[48] can reduce the large expected demand growth in food [3], [4]."

    Die Forscher meinen keineswegs, dass mehr geerntet werden müsse! Sie meinen vielmehr, dass höhere Ernterträge zu Lasten der Umwelt, der Biodiversität und des CO2-Ausstosses gehen würden. Sie empfehlen deshalb alternative Strategien wie z.B. eine Diätumstellung auf mehr pflanzliche Kost sowie die Reduzierung von Lebensmittelüberschüssen.

    Ist das so schwer zusammenzufassen?


    (P.S. Die Studie im Original, die das Handelsblatt sich leider nicht auch nur angehend bemüht zu verlinken (vielleicht gab es ja auch keinen Link in der PM?), ist hier in voller Länge: plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0066428 )

  • Blödsinn! Eher ein weiterer Grund, um die Massentierhaltung zu reduzieren und die damit einher gehende Verschwendung von Nahrungsmitteln zu stoppen. Das bringt Verbesserungsfaktor 7.

  • Sie werfen mir also vor, für Monsanto zu arbeiten. Können Sie diesen Vorwurf belegen?

    Haben Sie denn nicht gelesen, daß mein angeblicher Arbeitgeber seine Lobbyarbeit in Europa eingestellt hat? Dann wäre ich ja illoyal meinem angeblichen Arbeitgeber gegenüber.

    Sie schreiben hier von angeblichen Selbstmorden indischer Bauern? Irgendwelche Belege? Einen einzigen?

    Die Gentechnik wird übrigens jeden Tag genutzt. In jedem Kleingarten in Deutschland.

  • Das ist keine Schauerromantik, sondern im Falle Ihres Arbeitgebers Monsanto hinreichend durch diverse Medien belegt worden. Die Selbstmorde von Bauern aus Indien sprechen Bände. Felder, auf denen über Jahre nichts mehr außer Monsantos Dreck wächst, genau das erzeugt die befürchtete Abhängigkeit von einzelnen Saatgutkonzernen.

    Der Witz an der Sache ist, daß Gentechnik sicher auch anders als in dieser aggressiven Form genutzt werden könnte, ohne diese absichtlich erzeugten widerlichen Begleiterscheinungen, insofern kann man Monsanto noch dankbar sein, da durch die Art und Weise ihres Agierens ihre wahre Absicht sichtbar wird: Profitgier und Versklavung. Denn nichts anderes bedeutet das, wenn es irgendwann nur noch patentiertes Saatgut gäbe.

Alle Kommentare lesen
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%