Mehr Blitze durch Schiffsverkehr Große Schiffe lassen es kräftig blitzen

Ozeanriesen sind als Schadstoffschleudern bekannt, denn noch immer werden viele von ihnen mit umweltschädlichem Schweröl betankt. Das beeinflusst auch das Wetter, wie eine Analyse viel befahrener Frachter-Routen zeigt.
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Ozeanriesen können durch ihre Abgase Blitze auslösen. Quelle: dpa
Gewitter über dem Hafen von Stralsund

Ozeanriesen können durch ihre Abgase Blitze auslösen.

(Foto: dpa)

HeidelbergDie globale Seefahrt ist schmutzig: Nach einer Berechnung des Naturschutzbundes NABU stoßen allein die 15 größten Containerschiffe der Welt so viele Schadstoffe aus wie 750 Millionen Autos. Das ist kein Wunder, denn schließlich werden die meisten Schiffe mit Schweröl betankt, einer zähflüssigen Pampe, die nur unzureichend verbrennt.

Die dabei ebenfalls freigesetzten Feinstaubpartikel scheinen dabei eine ganz besondere Wirkung auf das Wetter zu haben, wie eine Studie von Joel Thornton von der University of Washington in Seattle und seinem Team in den Geophysical Research Letters andeutet: Der Dreck sorgt offensichtlich dafür, dass über viel befahrenen Schifffahrtsrouten die Zahl der Blitze markant ansteigt.

Das sind die Giganten der Meere
Containerschiff "MOL Triumph" im Hamburger Hafen
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Das Containerschiff „MOL Triumph“ legte am Abend (15. Mai 2017) in Hamburg am Terminal Burchardkai an. Mehr als 20.000 Standardcontainer (TEU) kann der Gigant laden, doch die vergleichsweise flache Elbe ließ nur eine Fahrt mit gut der Hälfte der maximalen Kapazität zu.

„MOL Triumph“ auf dem Weg zum Hamburger Hafen
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Mit 400 Metern Länge gehört die „MOL Triumph“ zu den größten Schiffen weltweit, wie der weitere Überblick zeigt.

Die „Cosco Shipping Panama“ fährt in den Panamakanal ein
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Das chinesische Containerschiff „Cosco Shipping Panama“ befuhr im Juni 2016 als erstes Schiff den ausgebauten Panamakanal. Neun Jahre nach Beginn des Ausbaus wurde die Wasserstraße damit offiziell für Schiffe der sogenannten Postpanamax-Klasse freigegeben. War es bis dahin nur Schiffen mit einer Ladekapazität von bis 4400 Containern möglich, den Kanal zu benutzen, so können mittlerweile Großschiffe mit bis zu 14.000 Containern die Wasserstraße befahren.

COSCO Shipping Panama
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Mit einer Länge von 300 Metern und fast 50 Meter Breite zählt die COSCO Shipping Panama sicher zu den Giganten der Meere.

Containerschiff „MSC Zoe“
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Die MSC Zoe beim Einlaufen in den Hamburger Hafen im August 2015. Sie ist mit 395 Metern Länge und 59 Metern Breite zwar knapp nicht das größte Containerschiff der Welt, was die Abmessungen betrifft. Ihre 19.224 Standardcontainer (TEU) bedeuten zu Zeitpunkt ihrer Indienststellung aber Weltrekord in Sachen Transportkapazität. Der Frachter wurde auf der de Daewoo-Werft in Südkorea für die Reederei MSC (Mediterranean Shipping Company) gebaut.

UASC Barzan
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In Sachen Abmessungen spielen die Containerschiffe der UASC A18 in der Champions League. 400 Meter lang und fast 60 Meter breit sind die Giganten der in Kuwait ansässigen Reederei United Arab Shipping Company. Die maximale Ladung liegt bei 18.800 TEU. (Foto: Frank Schwichtenberg/Schwicht de Burgh Photography; CC BY 3.0)

P&O Nedlloyd Tasman
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Als die "P&O Nedlloyd Tasman" im Jahr 2000 die Werft in Warnemünde verließ, war sie das größte jemals in Deutschland gebaute Containerschiff. Heute liegt das knapp 280 Meter lange Schiff eher im Mittelfeld der Containerriesen, seine Ladekapazität beträgt 5468 TEU. Die Abkürzung TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) bezeichnet einen Standardcontainer von 20 Fuß (6,058 Meter) Länge und 8 Fuß (2,438 Meter) Breite.

Die Geowissenschaftler hatten zwei wichtige Routen – eine von Sri Lanka zur Straße von Malakka sowie eine andere von Singapur in Richtung Vietnam – untersucht und mit ähnlichen Ozeanregionen einige hundert Kilometer entfernt davon verglichen. Über den Routen blitzte es demnach doppelt so häufig wie außerhalb der Schifffahrtsstrecken.

Das geht allerdings nicht nur darauf zurück, dass die stählernen Kolosse auf der relativ flachen See selbst die elektrischen Ladungen auslösten. Offenbar sorgen auch die Abgase aus den Schloten für die häufigen atmosphärischen Entladungen. Der freigesetzte Ruß und andere Partikel wirken als Kondensationskeime in der Atmosphäre, an die sich Wasserdampf anlagert.

Die entstehenden Tröpfchen sind jedoch kleiner als an natürlich vorkommenden Aerosolen wie Wüstenstaub oder Pollen und steigen daher wesentlich höher in der Atmosphäre auf. In höheren Schichten vereisen sie und reiben sich aneinander, so dass es zu elektrischer Aufladung kommt – die sich in den Blitzen entlädt.

Weitere Wetterdaten zeigen jedoch, dass die häufigeren Blitze leider nicht mit größeren Niederschlägen einhergehen: Der Schmutz wird also nicht so rasch ausgewaschen, wie man vielleicht hoffen möchte.

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