Nach Rettungsmission Klimaskeptiker verspotten Antarktis-Forscher

Die Passagiere des russischen Schiffs „Akademik Shokalskiy“ sind aus dem Antarktis-Eis evakuiert worden. Jetzt kämpfen Wissenschaftler darum, Klimaskeptikern die Gründe für die gescheiterte Mission zu erklären.
Kommentieren
Gerettet! Passagiere der im Eis gefangenen "Akademik Shokalskiy" wurden mit dem Hubschrauber ausgeflogen. Quelle: dpa

Gerettet! Passagiere der im Eis gefangenen "Akademik Shokalskiy" wurden mit dem Hubschrauber ausgeflogen.

(Foto: dpa)

CanberraSie sind gerettet – doch auf die Heimreise müssen die ehemaligen Passagiere des vom Antarktis-Eis eingeschlossenen russischen Schiffs „Akademik Shokalskiy“ noch warten. Wie der AMSA-Rettungsdienst in der australischen Hauptstadt Canberra am Freitag mitteilte, befinden sich die Expeditionsteilnehmer auf dem Eisbrecher „Aurora Australis“.

Da dieser erst noch die australische Anarktis-Forschungsstation Casey mit Material und Nahrungsmitteln versorgen muss, würden die Touristen wohl erst Mitte Januar auf der Insel Tasmanien ankommen, statt wie geplant am 6. Februar in Neuseeland. Die noch an Bord befindlichen 22 Crewmitglieder der „Akademik Shokalskiy“ müssen wohl noch länger warten, bis das Packeis das festsitzende Forschungsschiff wieder frei gibt.

Die Retter aus der Luft
huGO-BildID: 34434689 This image taken by Andrew Peacock of www.footloosefotography.com on December 28, 2013 shows passengers stretching their legs o
1 von 13

Die Passagiere des Schiffs MV Akademik Shokalskiy inmitten des Polareises der Antarktis. Trotz des Wartens auf die Rettung durch einen Eisbrecher war die Stimmung stets gut an Bord. Seit Heiligabend sitzen die Passagiere im ewigen Eis fest. Doch eine Rettung per Hubschrauber hat nun begonnen.

huGO-BildID: 34434688 This image taken by Andrew Peacock of www.footloosefotography.com on December 28, 2013 shows expedition leader Greg Mortimer wi
2 von 13

Expeditionsleiter Greg Mortimer gab vergangenen Samstagmorgen bekannt: An Brennstoff und frischem Essen mangele es der Crew nicht. Die Vorräte reichten für zwei Wochen aus. Die Wissenschaftler setzten ihre Messungen von Temperatur und Salzgehalt rund um die Shokalskiy fort.

huGO-BildID: 34434690 This image taken by Andrew Peacock of www.footloosefotography.com on December 28, 2013 shows an inquisitive Adelie Penguin next
3 von 13

Es sind insgesamt 74 Menschen an Bord – darunter 26 Touristen, die die fünfwöchige Expedition auf den Spuren des Polarforschers Douglas Mawson begleiten. Mawson erforschte vor rund 100 Jahren die Region.

huGO-BildID: 34433129 In this image provided by Australasian Antarctic Expedition Footloose Fotography, Russian ship MV Akademik Shokalskiy is trappe
4 von 13

Das Schiff war schon auf dem Rückweg nach Neuseeland, als sich an Heiligabend plötzlich das Wetter änderte und dickes Eis in die Bucht trieb. An ein Fortkommen war am ersten Weihnachtstag nicht mehr zu denken.

huGO-BildID: 34433122 In this image provided by Australasian Antarctic Expedition Footloose Fotography, people gather on the ice next the Russian shi
5 von 13

Das Eis ist so dick, dass selbst Eisbrecher nicht durch kommen.

huGO-BildID: 34434691 This image taken by Andrew Peacock of www.footloosefotography.com on December 28, 2013 shows the Chinese icebreaker Xue Long ge
6 von 13

Der chinesische Eisbrecher Xue Long schaffte es nicht bis zur Shokalskiy. Er war nur sechs Kilometer entfernt und blieb in der Nähe, um die Passagiere zur Not mit einem Hubschrauber aus der Luft zu retten.

Antarctic-bound cruise liner trapped in sea ice
7 von 13

Bisherige Rettungsversuche scheiterten. Am vergangenen Sonntagabend sollte erneut probiert werden, das Eis zu bezwingen. Doch das Wetter war zu schlecht für eine Rettung.

Die Teilnehmer und Leiter der Antarktisexpedition sind seit Donnerstag zwar auf dem langsamen Weg nach Hause, der Spott über ihre gescheiterte Reise dürfte sie aber schon vorher erreichen. Es sei ironisch, dass eine Expedition im Eis stecken bleibe, „die zum Ziel hatte, Beweise die Erwärmung der Erdoberfläche zu finden“, höhnten Klimawandelskeptiker auf australischen Webseiten. Kommentatoren wie die bekannte Kritikerin Judith Curry meinten, die Expedition, bei der Touristen zugelassen worden seien, sei eine „Publik-Relations-Aktion“ gewesen um die Idee des Klimawandels zu propagieren.

Die zum Konzern des konservativen Medienmoguln Rupert Murdoch gehörende Tageszeitung „The Australian“ polemisierte gegen Expeditionsleiter Chris Turney. Der Wissenschaftler ist Klimaforscher und wollte auf der Reise unter anderem durch Klimawandel verursachte Eisveränderungen dokumentieren.  Turney müsse eingestehen, „dass die Mission peinlich gescheitert ist“, weil sie gezeigt habe, „wie inexakt Klimawissenschaften sind“, so das Blatt.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Nun droht die große Rechnung
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Nach Rettungsmission: Klimaskeptiker verspotten Antarktis-Forscher"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%