Neue Bücher Was wir aus dem Fukushima-Desaster gelernt haben

Sieben Monate nach dem Reaktorunglück sind die ersten Bücher erschienen. Sie beschäftigen sich mit den politischen, ökologischen und ökonomischen Folgen. Und stellen die Frage: Welche Konsequenzen ziehen wir?
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Der Reaktorunfall in Fukushima hatte dramatische Folgen für Japans Bevölkerung. Eine Mutter lässt ihren Sohn auf Strahlung untersuchen. Quelle: dpa

Der Reaktorunfall in Fukushima hatte dramatische Folgen für Japans Bevölkerung. Eine Mutter lässt ihren Sohn auf Strahlung untersuchen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAm Anfang steht die "Töpferkerze". Sie spendet Licht bei dem bedrückenden Thema "Fukushima und die Welt danach". Was in den ersten Zeilen des soeben erscheinenen Buches "Unsere Zukunft" so unterhaltsam ungewöhnlich klingt, ist ein Absaugsystem für hochexplosiven Wasserstoff in Atomreaktoren. Namensgeber Klaus Töpfer, früherer Bundesumweltminister unter Helmut Kohl, ist heute Verfechter für den Ausstieg. Das Ventil war sein Versuch, eine Lehre aus der Atomkatastrophe 1986 in Tschernobyl zu ziehen. Das Unbeherrschbare scheinbar beherrschbar zu machen.

Gleichzeitig ist es Sinnbild und Ausgangspunkt eines hochinteressanten Zwiegesprächs zwischen Klaus Töpfer und Rangar Yogeshwar. Welche Konsequenzen ziehen wir aus der Katastrophe? Gleich mehrere Neuerscheinungen wie "Die Grüne Revolution" von Marc Beise und Hans-Jürgen Jakobs, "Fukushima" von Florian Coulmas und Judith Stalpers oder "Japan. Fukushima. Und Wir." von Reinhard Zöllner wollen sieben Monate nach dem atomaren Super-GAU in Japan Orientierung geben. Bei der Deutung der komplexen Geschehnisse im Atomkraftwerk Fukushima. Beim Begreifen der unausweichlichen Konsequenzen für unsere Systeme.

Suche nach Alternativen

Am besten gelingt das dem Autoren-Duo Töpfer und Yogeshwar. Sie entwerfen einen Atlas für die Zukunft. In einem mitunter philosophischen, gut lesbaren Austausch wirft der preisgekrönte Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator Yogeshwar Fragen auf, die selbst einen politisch geschulten Amtsträger wie Töpfer über die eigenen Grenzen des Denkens hinausgehen lassen. Es geht um das Erkennen drohender atomarer Katastrophen. "Wie kann man das verhindern?" fragt Töpfer.

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