Neue Technik für den Waldschutz Mit der Drohne durch den Wald

Forstwissenschaftler bringen neue Technik in den Wald. Mit Kamera-Drohnen und Laserscannern begutachten sie Bäume und Böden aus der Luft. Der Wald ist im Wandel: Erderwärmung und Schädlinge setzen ihm zu.
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Forstwissenschaftler überwachen die Wälder immer häufiger aus der Luft. Quelle: dpa
Drohnen im Wald

Forstwissenschaftler überwachen die Wälder immer häufiger aus der Luft.

(Foto: dpa)

FreiburgVor lauter Bäumen sehen Wissenschaftler und Förster manchmal den Wald nicht. „Unsere Technik, den Wald zu beobachten, hinkt dem Tempo, mit dem sich Wald verändert, hinterher“, sagt der Freiburger Forstwissenschaftler Ulrich Kohnle.

Der Wandel soll darum verstärkt aus der Luft erfasst werden: Drohnen und Flugzeuge liefern Bilder, die über spezielle Programme ausgewertet werden. Die Technik wird unter anderem in Freiburg erprobt. Der Bedarf ist da: Der Wald steht unter vielfältigem Druck.

Bis zum Wochenende tagt in Freiburg ein Fachkongress mit mehr als 2000 Wissenschaftlern. Der Wald im digitalen Zeitalter ist das Thema. Es gebe Handlungsbedarf, sagt Aeikens. Der Klimawandel stresse den Wald.

Europas verlorene Wälder
Europas verlorene Wälder
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Europa hat in den vergangenen 6000 Jahren mehr als die Hälfte seines Waldbestands verloren. Das haben Wissenschaftler der Universität Plymouth anhand von Pollenanalysen festgestellt.

11.000 Jahre Waldgeschichte
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Die Forscher nutzten Daten der Europäischen Pollendatenbank von über 1000 Fundstellen, um die Entwicklung des Waldbestands in den vergangenen 11.000 Jahren zu rekonstruieren. Wie sich zeigte, kam es nach der letzten Eiszeit zunächst zu einer Zunahme des Baumbestands, bis Europa schließlich zu 80 Prozent von Wald bedeckt war. (Foto: dpa)

Bäume von Lissabon bis Moskau
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„Vor 8000 Jahren hätte ein Eichhörnchen von Baumwipfel zu Baumwipfel schwingend den Weg von Lissabon nach Moskau zurücklegen können, ohne den Boden zu berühren“, so Neil Roberts, Erstautor der Studie in Scientific Reports. Seither hat sich der Waldbestand drastisch verringert – eine Entwicklung, die die Forscher in Zusammenhang mit der Entwicklung der Landwirtschaft bringen.

Nicht nur negativ
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Die Forscher sehen den Waldverlust allerdings nicht nur negativ. Durch die Ausdünnung der Wälder seien nämlich andere wertvolle Lebensräume wie etwa Wiesen oder Heidelandschaften entstanden. (Foto: dpa)

Trendwende zu erkennen
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Zudem lasse sich zumindest in Europa in jüngster Zeit unter dem Einfluss wachsender Bemühungen um den Naturschutz eine Trendwende hin zu wieder mehr Wald erkennen.

Welche Bedeutung der Wald für Mensch und Tier hat und welche Gefahren ihm drohen, verdeutlichen die folgenden Beispiele. (Foto: dpa)

Herbstwald
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Für das Klima, den globalen Wasserkreislauf und die Artenvielfalt sind Wälder von elementarer Bedeutung. Doch weltweit schrumpft der Baumbestand, alle vier Sekunden verschwindet ein Fußballfeld-großes Stück Wald.

Buchenwald im Herbst
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Wälder regulieren das Klima. Sie mildern Hitze, Frost, Trockenheit und Stürme ab, produzieren Sauerstoff, reinigen Luft und Wasser.

Kohnle, Förster und promovierter Forstwissenschaftler, kennt das aus der Praxis: „Der Wald wandelt sich schneller und stärker als früher“. Um darauf reagieren zu können, würden neue Technologien genutzt, sagt der Abteilungsleiter Waldwachstum bei der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg.

Mit einer Drohne sind Kohnle und seine Kollegen über dem Wald unterwegs. Sie liefert Luftaufnahmen, Videos und Laserscans – und damit wichtige Informationen. Zum Beispiel lässt sich erfassen, welche Schäden Borkenkäfer angerichtet haben oder welche Bäume absterben.

Neue Herausforderungen für den Wald

Drohnen liefern Luftaufnahmen, Videos und Laserscans vom Wald. Quelle: dpa
Hightech im Wald

Drohnen liefern Luftaufnahmen, Videos und Laserscans vom Wald.

(Foto: dpa)

Mit der bisherigen Technik, sagt Kohnle, werden Wälder in Deutschland im Schnitt alle zehn Jahre vermessen und gründlicher unter die Lupe genommen. Dies geschieht in der Regel vom Boden aus mit Landkarten und Datenblättern. Diese Spanne sei inzwischen zu groß.

Digitale Technik liefert dagegen Zahlen und Daten rascher und präziser – und lässt sich weltweit vernetzen. „Das ist wichtig, um Wälder nachhaltig zu schützen“, so Kohnle. Es gehe darum, schneller mit Schutzmaßnahmen reagieren zu können.

„Der Klimawandel und die Globalisierung fordern den Wald heraus“, sagt Baden-Württembergs Forstminister Peter Hauk (CDU). Durch die Erderwärmung steige die Gefahr von Stürmen und Starkregen, zudem gebe es lange Trockenphasen.

Auch Schadstoffe seien ein Problem. Hinzu komme: „Es gibt immer mehr Schädlinge im Wald und es gibt auch immer mehr neue Arten von Schädlingen, die aus allen Teilen der Welt zu uns kommen und unsere Wälder schädigen.“

  • dpa
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